Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan und mit knapp 3.400 Metern auch der höchste aktive Vulkan Europas. Ich bin bekennender Vulkanfan und habe schon viele Feuerberge weltweit zwischen Hawaii und Japan bestaunt, einige davon auch bestiegen wie den Rinjani auf Lombok/Indonesien. Mehrere Vulkanerlebnisse – in Neuseeland, Ecuador, Island, auf Teneriffa oder den Azoren – kannst du hier auf dem Blog auch nachlesen.
Es werden auch ab Palermo Ausflüge zum Ätna angeboten, aber der perfekte Ausgangspunkt für die Erkundung des Ätnas ist Catania (Reisetipps Catania), die zweitgrößte Stadt Siziliens ganz im Osten der Insel. Wir haben uns auf unserem Sizilien-Roadtrip dem Feuerberg gleich zweimal genähert: Zunächst haben wir ihn ehrfurchtsvoll mit der Ätna-Bahn ein Stück umrundet – bei immer wieder freiem Blick auf den weißen Riesen. Am nächsten Tag haben wir auf einer klassischen Vulkantour mit Seilbahn, Geländebus und wandernd den Ätna hautnah erlebt. Hier erfährst du, welche Vulkantour zum Ätna sich lohnt und welche möglicherweise die richtige für dich ist. Außerdem erfährst du, ob sich die Tour mit der Ätna-Bahn lohnt.



Vulkantour zum Ätna
Der Ätna ist ein ziemlich durchkommerzialisierter Vulkan, der per Seilbahn und Geländebus bestens erschlossen ist. Das war ein Grund, warum wir uns fast gegen den Ausflug entschieden hätten. Glücklicherweise haben wir uns doch auf den Weg gemacht: Der Ätna ist und bleibt ein Erlebnis.

Ausrüstung für die Vulkantour zum Ätna
Immer brauchst du Wanderschuhe, mit denen du auch scharfkantigem Lavagestein trotzen kannst – möglichst knöchelhoch. Was die Kleidung betrifft, ist Zwiebellook wie meist in den Bergen die beste Wahl: ein Funktionshirt, darüber eine warme Schicht wie eine Fleecejacke und schließlich eine leichte Jacke, die gegen Regen und Wind schützt. Ich hatte Stöcke dabei, die immer hilfreich sind, die ich für die einfache Wanderung aber nicht unbedingt gebraucht hätte. Auch leichte Handschuhe und Mütze waren – Anfang Oktober zumindest – eine gute Idee. Sonnenschutz ist selbst bei Bewölkung ein Muss, genauso gehört genügend Flüssigkeit (1,5 bis 2 Liter pro Person) in den Rucksack.
Wann ist die beste Zeit für eine Vulkantour zum Ätna?
Bei einem Besuch im Sommerhalbjahr zwischen Mai und Oktober bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Wir waren Anfang Oktober bei guten Verhältnissen unterwegs. Dann sind die Wanderwege begehbar und nicht zuletzt ist es auch nicht ganz so eisigkalt in 3000 Meter Höhe. Ab November kann es wegen Schneefall schwieriger werden, denn dann brauchst du eine andere Ausrüstung. Dafür kannst du im Winter auf dem Ätna Skifahren: Von Januar bis Mitte April sind zwei kleine Skigebiete geöffnet – wenn es die Verhältnisse erlauben.
Tipp: Wenn du weder Wanderschuhe noch Windjacke dabei hast, kannst du Ausrüstung an der Seilbahnstation mieten.
Wie komme ich zum Ätna?
Die Talstation der Seilbahn, Rifugio Sapienza (1.920 Meter), erreichst du ab Catania in einer knappen Stunde mit dem PKW. Am besten machst du dich früh auf den Weg, denn nach 9 Uhr wird es schnell voll. Schon die Anfahrt über unzählige Kurven ist grandios, denn vor dir liegt der Gipfel des Feuerbergs mit Schneekuppe, unter dir die Mittelmeerküste.
Wo parke ich am Ätna?
Es gibt einen Hauptparkplatz direkt an der Seilbahnstation, der sich morgens schnell füllt. Tickets gibt es an Parkautomaten (Tagesticket circa 12 Euro). Die Ausweichflächen sind weiter entfernt entlang der SP 92, dafür aber auch günstiger.
Wieviel Zeit für die Vulkantour zum Ätna einplanen?
Alles in allem ist der Ausflug zum Ätna ab Catania mit Anreise (je eine Stunde Autofahrt) und Kompakttour (circa 2,5 Stunden) ein Halbtagsprogramm.
Welche unterschiedlichen Touren gibt es?
Du kannst den Ätna auf Wanderungen kostenlos erleben – allerdings nicht im Gipfelbereich. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von organisierten Touren – die mal mehr und mal weniger anstrengend sind. Hier findest du einen Überblick:
Wandern ohne Guide
Vom Rifugio Sapienza kannst du verschiedene Wanderungen ohne Guide und kostenlos unternehmen. Ein einfaches Ziel sind die Crateri Silvestri, zwei erloschene Nebenkrater in Parkplatznähe. Mit 20–30 Minuten für jedes Fitnesslevel machbar. Die Aussicht ist trotzdem toll. Du kannst auch zur Bergstation der Seilbahn wandern – das spart das Ticket für die Seilbahn, der Weg ist aber freudlos. Du läufst 1,5–2 Stunden über rutschigen Lavasand und Schotter. Ab der Bergstation kommst du ohne Guide sowieso nicht weiter.

Der Klassiker: Seilbahn, Geländebus, geführte Wanderung
Die klassische Vulkantour beginnt am Rifugio Sapienza. Von dort schwebst du mit der Seilbahn (Funivia dell’Etna) zur Bergstation (La Montagnola) auf etwa 2.500 Meter und steigst dort um in einen geländegängigen Bus. Der bringt dich je nach aktueller Genehmigung auf etwa 2.800 oder 2.900 Meter. Am Ausstiegspunkt warten bereits die Bergführer, die dich mitnehmen auf eine etwa halbstündige Wanderung zu einem der jüngeren Krater. Das ist die Variante, für die wir uns entschieden haben. Das Vulkanerlebnis kompakt und bequem.



Das intensive Vulkanerlebnis für Sportliche
Die wohl interessanteste Variante, wenn du sportlich bist. Mit einem Vulkanologen steigst du meist von der Talstation der Seilbahn auf (nicht auf dem langweiligen Weg) und siehst unterwegs Lavafelder, Krater, Fumarolen und lernst die verschiedenen vulkanischen Gesteinsarten kennen. Die Route ist abhängig von Wetter und Vulkanaktivität am jeweiligen Tag. Es gibt jedoch diverse Varianten – manchmal ist der Treffpunkt nicht am Rifugio Sapienza, manchmal erleichtern Seilbahn und/oder Geländefahrzeuge den Aufstieg, bevor es zu den Gipfelkratern geht. Es gibt sogar Touren mit Abholung in Catania.
Tipp: Die Trekkingtouren sind nicht über Funivia dell’Etna buchbar, sondern nur über externe Veranstalter (siehe Kasten unten).

Tipp: Wenn du dich für die Variante 2 oder 3 interessierst, solltest du unbedingt vorab buchen. Die Kompakttour ist auf der Internetseite der Seilbahngesellschaft Funivia dell’Etna buchbar, die hier ein bisschen günstiger ist als über externe Veranstalter. Eine große Auswahl an unterschiedlichen Touren (auch Variante 3) wird über Get your Guide angeboten. Meist buchst du die Tour, musst aber für Seilbahn und Geländebus vor Ort oder vorab online noch zusätzlich bezahlen. Der Vorteil ist, dass du in der Regel bis 24 Stunden vor der Tour wieder stornieren kannst, wenn etwas dazwischen kommt. Wichtig: Die Beschreibung der Touren genau durchlesen, denn sie unterscheiden sich oft im Detail.
- Zur Buchung der Kompakttour bei Funivia dell’Etna
- Zur Buchung der Kompakttour über GyG*
- Zur Buchung der Trekkingtouren (Variante 3)*
Hier noch ein paar Eindrücke unserer Tour mit spektakulären Kontrasten: schwarze Lava und weißer Schnee, dampfende Krater oben und unten das Mittelmeer. Der Blick reicht weit über die Küste und unterwegs kannst du dir an Öffnungen, aus denen die Lava des letzten Ausbruchs dampft, die Hände wärmen.






Unten am Parkplatz waren, als wir wieder abwärts schwebten, zwischenzeitlich Mountainbikes und Quads für Vulkanabenteuer der etwas lauteren Art vorgefahren. Ein Rummelplatz! Ein Grund mehr, eine Tour am Morgen zu buchen.
Mit der Ätna-Bahn um den Vulkan
Bis vor wenigen Jahren konntest du mit der Ferrovia Circumetnea, der letzten noch aktiven Schmalspurbahn Siziliens, den Feuerberg noch fast ganz umrunden. Das geht seit 2025 wegen Bauarbeiten zur Erweiterung der Metro in Catania nur noch ein Stück weit – auf dem Abschnitt Santa Maria di Licodia Sud bis Randazzo. Das macht die Tour komplizierter und langwieriger, trotzdem war die Bahnfahrt für mich ein absolutes Highlight, denn so kannst du den Vulkan inmitten der fruchtbaren Landschaft ringsum erleben.
Was uns besonders gefiel: Der Zug ist nicht fest in Touristenhand, sondern wird nach wie vor vor allem von Einheimischen genutzt – Schülern und Berufspendlern. Darum fährt die Ätna-Bahn auch nicht an Sonn- und Feiertagen. Die eigentliche Bahnfahrt dauert eine gute Stunde, mit allem Drum und Dran musst du einen halben Tag kalkulieren.
Tipp: Aktuelle Fahrpläne gibt’s auf der Website der Ferrovia Circumetnea. Tickets sind an allen größeren Bahnhöfen erhältlich.

Wenn du in Catania startest, nimmst du von einer Metro-Station – am Hauptbahnhof beispielsweise oder irgendwo im Zentrum – die Metro in Richtung Nesima. An der Station Nesima steigst du in den FCE-Bus um (Schienenersatzverkehr), der Passagiere über Misterbianco, Piano Tavola, Valcorrente und Paternò nach Santa Maria di Licodia Sud bringt. Dort wartet der Zug, der über Adrano, Bronte und Maletto gemütlich nach Randazzo fährt.
Tipp: Für den besten Blick auf den Vulkan bei Start in Santa Maria di Licodia Sud unbedingt Sitzplätze auf der rechten Seite sichern.

Unterwegs ändert sich die Landschaft alle paar Minuten: Zitrus, Oliven- und Haselnussplantagen ziehen vorbei, aber auch Weinberge und Pinienwälder. Lavaböden sind fruchtbar, weshalb die Bauern über Jahrhunderte den Gefahren trotzten und reiche Ernten genießen. Du siehst aber auch Lavafelder zwischendurch, die daran erinnern, dass du am aktivsten Vulkan Europas unterwegs bist, der die Arbeit vieler Jahre in Rekordzeit vernichten kann. Immer wieder blitzt zwischendurch die schneebedeckte Kuppe des Ätna auf – also die Kamera bereithalten.
Tipp: Wenn du mit dem Mietwagen oder dem eigenen PKW unterwegs bist, kannst du auch bis Santa Maria di Licodia Sud fahren, den Wagen parken, mit dem Zug nach Randazzo und wieder zurück zum Ausgangspunkt fahren. Das erspart viel Wartezeit und viel Zeit im Bus. Alternativ kannst du natürlich auch in Randazzo starten.



Rund um Bronte siehst du vor allem Pistazienplantagen. Von hier kommen die Pistazien für das unvergleichliche sizilianische Pistazieneis und andere Leckereien mit den köstlichen Steinfrüchten.

In Randazzo endet die Zugfahrt. Zeit einen Espresso zu trinken und durch den Ort zu schlendern, bevor du in den Bus steigst, der über Linguaglossa, Piedimonte nach Giarre fährt. Von dort gehst du zur Bahnhofsstation Giarre-Riposto von Trenitalia (5 Minuten Fußweg) und nimmst den Regionalzug nach Catania Centrale. Ganz schön kompliziert und zeitraubend. Wir haben den Ausflug trotzdem genossen.


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Hallo, ich bin Elke. Schon als kleines Mädchen immer mit dem Finger auf der Landkarte unterwegs. Als Reisejournalistin, Reisebuchautorin und Reiseleiterin heute Berufsreisende. Mit viel Know-how zu Asien und Neuseeland, aber auch leidenschaftlich gern vor der Münchner Haustür – in Oberbayern oder im Allgäu – unterwegs. Am liebsten mit Wanderstiefeln oder mit dem Fahrrad. Auch wenn ich schon einiges von der Welt gesehen habe – die Entdeckerlust ist immer noch endlos. Wo ich mich aktuell herumtreibe, erfahrt ihr auf meinem Insta-Profil.




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