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Städtereisen / Italien

Zwei Stadtperlen der Emilia-Romagna: Sehenswürdigkeiten in Bologna und Ravenna auf der Durchreise

italien bologna arkaden 2 |

Bologna war die erste Station auf unserem Roadtrip durch Süditalien. Frühmorgens waren wir in München gestartet und trafen nach acht Stunden Fahrt in der Hauptstadt der Emilia-Romagna ein. Es blieben auf Durchreise nach Apulien ein Nachmittag und ein Abend, um die Stadt zu erkunden. Nicht genug Zeit für ausführliche Besichtigungen, und doch haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bologna gesehen und das Flair der Stadt für ein paar Stunden aufgesogen. „La rossa, la dotta e la grassa“ nennt man Bologna auch. „Die Rote“ (la Rossa) wegen der roten Ziegeldächer und Fassaden (und angeblich auch wegen der politischen Gesinnung), „die Gelehrte“ (La Dotta) wegen der ältesten Universität Europas und „die Fette“ (La Grassa) schließlich wegen der berühmten Küche.

Viel italienisches Lebensgefühl empfing uns, aber andererseits war Bologna auch noch sehr vertraut. Norditalien halt. Junge Eltern mit Lastenfahrrädern, die zum Stadtbild in München, Berlin und Hamburg gehören, haben wir auf unserer Reise in den Süden nur in Bologna gesehen. Der Mann im Designeranzug auf der schweren BMW war schon ganz und gar (nord)italienisch. Vom Mezzogiorno trennen die Emilia-Romagna aber Welten und uns ein paar Reiseetappen. Unsere nächste Station war Ravenna, wo wir vor den weltberühmten Mosaiken das Staunen lernten. Die Highlights Ravennas findest du am Ende des Artikels. Hier geht es zu weiteren attraktiven europäischen Städtezielen in der zweiten Reihe.

Bologna ist eine Stadt voller Leben, eine typische Studentenstadt, die mit uns mit Charme und Flair sofort umgarnte. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bologna passten perfekt in einen halben Tag.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bologna

Tipp: Wenn du dir die Stadt nicht allein erarbeiten willst, findest du hier eine gute Stadtführung*.

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Das Herz der Stadt: Piazza Maggiore mit San Pedronio

Die Piazza Maggiore („der Hauptplatz“) ist auch der „Salon der Stadt“. Der Ort zum Sehen und Gesehen-Werden – umgeben von Palazzi, Arkadengängen und Cafés, in denen vor allem Besucher beim Cappuccino sitzen und das Leben und Treiben betrachten.

Kirche an einem großen Platz. Davor ein Café mit vielen Gästen

Am Platz liegt aber auch die wichtigste Kirche der Stadt, die ausnahmsweise nicht der Dom ist. Dabei sieht San Pedronio ziemlich unfertig aus. Der untere Teil der Fassade ist prächtig und marmorverkleidet, der obere Teil wirkt mit seinem unverputzten Backstein eher wie eine Lagerhalle. Auf den Stufen sitzt viel Jungvolk – Studenten und Besucher aus aller Welt –, ringsum wird fleißig flaniert.

Die Kirche wird streng bewacht. Grund dafür ist ein Fresko, das den nackten Propheten Mohammed zeigt, der von einem Ungeheuer verschlungen wird. Zu sehen auf dem Foto unten rechts oberhalb des gefräßigen Luzifers. Die Inspiration für die Darstellung nahm der Künstler angeblich aus Dantes Göttlicher Komödie. Die islamfeindliche Verbildlichung des Propheten kritisierten Muslime heftig, und sie war möglicherweise der Grund für zwei (vereitelte) Anschläge auf die Kirche. Sehenswert ist auch die Sonnenuhr auf dem Boden des Hauptschiffs.

Ein Fresko, das die Hölle zeigt

Adresse: Piazza Maggiore; Öffnungszeiten: 8.30–13 und 14.30–18 Uhr; Eintritt: Kirche kostenlos, Kapellen 5 Euro; Website

Brunnenkunst auf der Piazza Nettuno

Direkt an die Piazza Maggiore grenzt die kleine Piazza Nettuno, benannt nach dem römischen Gott des Meeres, der den zentralen Barockbrunnen schmückt. Zu seinen Füßen Putten, Delfine und vier frivole Damen, aus deren Brüsten Wasser spritzt. Sie symbolisieren die wichtigsten damals bekannten Flüsse: Nil, Ganges, Amazonas und Donau. Der Brunnen ist ein beliebter Treffpunkt, und das Umrunden vor einer Prüfung soll Studenten Glück bringen.

Die schiefen Türme von Bologna: Asinelli und Garisenda

Im Mittelalter ragten wohl an die 500 Geschlechtertürme in den Himmel von Bologna, mit denen Adelsgeschlechter ihren Führungsanspruch demonstrieren wollten. Es blieben etwa 20 erhalten. Die berühmtesten – Torre Asinelli und Torre Garisenda, zählen zu den Wahrzeichen der Stadt und sind ganz schön schief. Den sehr viel höheren Torre Asinello (97,6 Meter) konnte man vor ein paar Jahren noch besteigen (498 Stufen!). Angesichts der Neigung ein bisschen beängstigend. Bei unserem Besuch im September 2025 war der Zugang gesperrt.

Belebte, aber verkehrsberuhigte Straße, die auf einen hohen Turm zuführt

Universität im Palazzo dell’Archiginnasio

An der Piazza Galvani (benannt nach dem Bologneser Physiker) liegt ein mächtiger Renaissancepalast: der Palazzo dell’Archiginnasio. Er ist der Nachfolgebau der mittelalterlichen Universität, die 1088 gegründet wurde und damit als älteste noch bestehende Universität Europas gilt. Im Zeitalter der Renaissance waren vor allem die Fakultäten für Medizin und Philosophie berühmt, und Gelehrte wie Kopernikus, der Humanist Erasmus von Rotterdam oder der Universalgelehrte Galileo Galilei hielten Vorlesungen. Das berühmte Anatomische Theater hätten wir gern gesehen, aber am Sonntagnachmittag war das Universitätsgebäude geschlossen. Also – macht es schlauer als wir und schaut auf die Öffnungszeiten! Kostenlos kannst du Innenhof und Treppenhaus erkunden. Für den Anatomiesaal und den Stabat-Mater-Saal,von dem aus du einen Blick in die Bibliothek werfen kannst, brauchst du ein Ticket.

Adresse: Piazza Galvani 1; Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 9–19 Uhr; Website

Die Arkaden von Bologna

Absolut beeindruckend sind die Arkaden von Bologna, die seit 2021 auch UNESCO-Welterbe sind. Insgesamt ziehen sich 38 Arkadenkilometer durch die Altstadt. Eine schöne Sache, denn sie bieten Schutz gegen Sonne und Regen, sind gesäumt von Cafés und Geschäften und tragen zum Flair der Stadt bei. 

Marktviertel Quadrilatero

Östlich der Piazza Maggiore kannst du Quadrilatero durchstreifen, das alte Marktviertel von Bologna. Entlang der engen mittelalterlichen Gassen liegen auch heute noch Marktstände und Feinkostläden, wo du dich – wenn du nicht wie wir noch eine lange Reise vor dir hast – mit kulinarischen Mitbringseln wie Pasta, Käse, Schinken, Saucen und mehr eindecken kannst. Tagsüber sind hier die Bologneser unterwegs beim Einkauf und um sich zwischendurch einen Koffeinkick zu gönnen.

Obst- und Gemüsehändler in einer Gasse mit vielen Bars und Passanten

Abends strömen die Besucher, und Quadrilatero wird zur „Fressmeile“. Man kommt auf einen Aperitivo (ein Getränk, zu dem Schälchen mit Brot, Oliven und mehr serviert werden) und bleibt zum Essen. Der Klassiker: Platten mit lokalen Käse- und Wurstspezialitäten.

Piazza Santo Stefano

Die Via Santo Stefano mit netten Bars und einer tollen Eisdiele (siehe unten), vor der alle Welt Schlange steht, führt zur Piazza Santo Stefano, die – wie überhaupt die Innenstadt – autofrei und sehr charmant ist. Zu zwei Seiten ist sie von Arkaden umgeben, unter denen sich Bars angesiedelt haben.

Auf der dritten Seite liegt die Basilika Santo Stefano, die eigentlich ein Komplex aus vier romanischen Kirchen ist. Die Bologneser nennen den Komplex aber sette chiese („sieben Kirchen“). Wahrscheinlich weil man nicht so genau weiß, wo eine Kirche endet und die andere beginnt. Zu sehen gibt es Fresken, Mosaiken, Steinmetzarbeiten, Kreuzgänge, ein kleines Museum. Der Besuch ist kostenlos. Einfach treiben lassen – es lohnt sich!

Platz, der auf eine romanische Kirche zuführt

Dicke Empfehlung: das Eis in der Gelateria La Vecchia Stalla, wo Einheimische wie Besucher Schlange stehen. Die Sorten Pistacchio di Bronte und Nocciole del Piemonte waren zum Dahinschmelzen.

Tipp: Wenn du schon mal da bistwie wär’s mit einem Kurs im Eismachen? Du kannst hier gleich den Kurs buchen*.

Sehenswürdigkeiten von Ravenna

Die Mosaiken von Ravenna aus byzantinischer Zeit wollte ich schon ewig sehen. Auf der Weiterreise von Bologna nach San Marino hat es endlich geklappt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Kunstschätze sind einfach grandios! Natürlich gehören die frühchristlichen Bauwerke mit ihrer reichen Ausstattung längst zum UNESCO-Welterbe, dennoch erlebten wir die Stadt Anfang September sehr entspannt und keinesfalls überlaufen.

Eine Weltstadt der Spätantike

Ravenna war in der Spätantike – was heute kaum jemand weiß – eine der bedeutendsten Städte Europas. Im 5. Jahrhundert war man Hauptstadt des Weströmischen Reiches, später Zentrum des Ostgotenreiches und anschließend des byzantinischen Exarchats. Künstler schufen aus unzähligen farbigen und goldfarbenen Steinchen gigantische Puzzle, die Bibelgeschichten erzählen, aber auch die Herrscher der damaligen Zeit porträtierten oder einfach nur dekorativ waren. Wie wunderbar, dass so viele der Kunstwerke erhalten blieben!

Tipp: Am besten buchst du schon im Voraus online das Kombiticket* für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die du alle fußläufig erreichen kannst. Wir haben die Tickets inklusive Führung* gebucht, was eine super Idee war. Die Infos im Reiseführer waren dürftig, und unser Guide kannte jede Menge Geschichten aus der Geschichte. Alternativ findest du Verkaufsstellen bei San Vitale, bei Sant’Apollinare Nuovo und am Erzbischöflichen Palast. Öffnungszeiten der Kirchen: April bis Oktober 9–18.45 Uhr, im Winterhalbjahr 10–16.45 Uhr.

Die fünf wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Ravenna

Fast immer wirst du den Rundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Ravennas an der Basilica di San Vitale beginnen, mit deren Bau Kaiser Justinian nach dem Tod seines Vorgängers Theoderich 526 nach Christus begann. Von außen wirkt die Kirche interessant durch ihre Bauform, aber schlicht und bescheiden.

Außenansicht einer schlichten romanischen Kirche

Aber der Innenraum! Es glitzert und glänzt und zeigt die neuen Herrscher – Justinian und Gattin Theodora – mit ihrem Gefolge in prächtigen Gewändern und auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Die beiden Mosaiken sind rechts und links vom Altar zu sehen. In der Kuppel der Apsis siehst du Jesus Christus als wahren Weltenherrscher. Weitere Mosaiken erzählen Bibelgeschichten kunstvoll und detailreich.

Mosaik, das Jesus und Engel darstellt
Mosaik, das eine Bibelgeschichte darstellt

Ganz in der Nähe liegt das Battistero Neoniano, eines der ältesten erhaltenen Taufgebäude überhaupt. Es besitzt Mosaiken, die gegen 450 nach Christus entstanden. Besonders eindrucksoll ist das Kuppelmosaik mit der Taufe Christi.

Kuppel einer Kirche mit einem Mosaik, das im Zentrum die Taufe Jesu darstellt

Das kleine, aber feine Mausoleo di Galla Placidia birgt die ältesten Mosaiken aus dem frühen 4. Jahrhundert. Du siehst zum Beispiel einen jugendlichen bartlosen Jesus, der als guter Hirte seine Schafe weidet, oder den Heiligen Laurentius, der auf dem Rost den Märtyrertod starb. 

Die Basilica di Sant’Apollinare Nuovo beeindruckt mit ihren langen Mosaikfriesen, die Heilige und Märtyrer zeigen, aber auch Bibelszenen für Menschen illustrieren, die nicht lesen konnten. Meine Lieblingsdarstellung zeigt die Heiligen Drei Könige, die in Leggings mit Pailetten und Leoparden-Prints hurtig zum Christuskind eilen.

ein langerstreckter Kirchenraum mit romanischen Säulen

Letzte Station schließlich ist das Erzbischöfliche Museum, zu dem auch die Kapelle Sant’Andrea mit ihren dekorativen Mosaiken gehört. Interessant die Darstellung von Christus im Waffenrock eines römischen Legionärs.

Wenn du mehr Zeit mitbringst, kannst du außerhalb des Stadtzentrums noch die monumentale Basilika Sant’Apollinare in Classe besuchen. Die haben wir ausgelassen und noch einen Schlenker zur Krypta der Basilica di San Francesco gemacht, die durch Grundwasser geflutet wird und einen Mosaikboden mit schwimmenden Goldfischen zeigt, wenn du eine 1-Euro-Münze einwirfst.

Krypta einer Kirche mit Mosaikboden, die unter Wasser steht

Dante in Ravenna

Der italienische Nationaldichter Dante Alighieri wurde 1302 aus seiner Heimatstadt Florenz verbannt. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Ravenna und vollendete hier vermutlich sein Hauptwerk, die Divina Commedia („Göttliche Komödie“). Nach seinem Tod 1321 wurde der Dichter in Ravenna beigesetzt, und auch heute noch ist er immer mal wieder Thema von Murals und Installationen.

Essen in Ravenna

Wir suchten ein Lokal für einen Mittagssnack und wurden im Officina Ubuntu (Via Gioacchino Rasponi 27) fündig. In einem idyllischen Garten werden unter Granatapfelbäumen kleine Gerichte und Kuchen serviert.

Ravenna und Bologna auf der Durchreise – Reisetipps

Übernachten in Bologna

Für uns war Grand Central Room die perfekte Unterkunft – mit Parkplatz und fußläufig zur Altstadt. Hier geht es zur Buchung*.

Rumkommen in Bologna und Ravenna

Das historische Zentrum beider Städte ist kompakt und alle Sehenswürdigkeiten kannst du bequem zu Fuß erreichen.

Parken in Bologna und Ravenna

Die Altstadt ist in beiden Städten verkehrsberuhigte Zone (ZTL), die in Bologna samstags und sonntags oft zur Fußgängerzone wird. Am bestens suchst du dir eine Unterkunft außerhalb der ZTL mit Parkplatz, von der aus du die Innenstadt zu Fuß erreichen kannst.

Emilia-Romagna für Genießer

Die Emilia-Romagna ist der Bauch Italiens. Von hier kommen parmigiano, aceto balsamico und prosciutto di Parma. Bologna trägt mit Mortadella, Tortellini und Ragú Bolognese zum kulinarischen Reichtum der Region bei. Ich muss gestehen, dass mir die mediterrane Küche Italiens mit Olivenöl, Fisch und viel Gemüse mehr liegt.Bologna ist bekannt als la Grassa („die Fette“), weil die Küche reichhaltig ist. Man kocht mit Unmengen von Butter und liebt Fleisch und Wurstwaren, mit denen man mich jagen kann. Wer das alles mag, muss natürlich unbedingt Tagliatelle al ragù probieren. Genau, die Sauce, die man bei uns als Bolognese-Sauce kennt und die zu Spaghetti serviert wird. Auch Tortellini kommen aus Bologna und werden oft als Tortellini in Brodo (in Brühe) serviert.

Alles nicht die reine Freude für Menschen, die kein Fleisch essen. Aber ich musste nicht darben. Eigentlich war ich schon nach dem Aperitivo satt, einem (alkoholischen) Getränk wie einem Glas Wein oder Aperol Spritz, zu dem viele nette Kleinigkeiten wie Chips und Oliven serviert werden. So blieb noch Platz für ein Dessert. Und das Eis ist Weltklasse (siehe oben)!

Tipp: Wenn es dir die Küche der Emilia-Romagna angetan hat, kannst du hier einen Kochkurs buchen* und deine Kenntnisse vertiefen.

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4 Kommentare

  • Estika
    21. Januar 2026 at 8:28

    Ein sehr schöner Vergleich zwischen Bologna und Ravenna. Mir gefällt, wie du die unterschiedlichen Stimmungen der beiden Städte herausarbeitest – lebendig und genussvoll auf der einen Seite, ruhig und geschichtsträchtig auf der anderen.

    Antwort
    • Elke
      21. Januar 2026 at 20:35

      Freut mich, dass dir der Artikel gefällt!

      Antwort
  • Ina
    31. Januar 2026 at 11:37

    Wie toll! Danke für die super Tipps! Bologna steht ganz weit oben auf der Bucket List

    Antwort
    • Elke
      31. Januar 2026 at 11:45

      Liebe Ina,
      ist auch eine super Stadt – perfekt als Start für jeden Italien-Roadtrip!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort

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