Schon auf meiner ersten Sizilienreise nach dem Abitur – vor ganz schön vielen Jahren –, war ich ein bisschen „Lost in Translation“, aber ungeheuer fasziniert von großer Kultur, einem feuerspuckenden Vulkan, der morbiden Schönheit der Städte – und Pasta Norma (zu einer Zeit, als man Auberginen bei uns noch nicht im Supermarkt bekam). Jetzt war Sizilien auf unserem großen Süditalien-Roadtrip, der uns durch Apulien, den Cilento und Kalabrien führte, der krönende Abschluss, bevor es mit der Fähre nach Genua ging. Die größte Insel im Mittelmeer war nicht mehr so fremd wie damals, ist aber immer noch ein bisschen anders. Kein Wunder – Afrika liegt viel näher als der Norden Italiens.
Geschichte, Kunst und Architektur aus mehr als 2000 Jahren faszinierten wie eh und je – und Kultur stand auf unserer Reise klar im Fokus, nicht die Strände, mit denen Sizilien ebenfalls gesegnet ist. Hier sind meine Top 16 Sehenswürdigkeiten Sizilien plus – als Zugabe sozusagen – die Äolischen Inseln, die du von Sizilien aus erreichen kannst, und die unbedingt einen Abstecher lohnen.



Wieviel Zeit solltest du für Sizilien einplanen?
Wir waren zwei Wochen auf Sizilien unterwegs. Das reicht, um die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten zu sehen, ohne zu hetzen. Wenn du zwischendurch ein paar Badetage einlegen oder wandern möchtest, solltest du drei Wochen einplanen. Oder du konzentrierst dich entweder auf den Osten oder auf den Westen der Insel. Da es mit Palermo und Catania zwei internationale Flughäfen gibt, ist das problemlos möglich.
Wann ist die beste Reisezeit für Sizilien?
Im Juli und August ist Sizilien gnadenlos heiß und platzt aus allen Nähten. Andererseits erlebst du Italien pur mit vor allem einheimischen Besuchern. Der April kann noch regnerisch sein, ist aber für eine Kulturreise ideal, wie auch der Mai oder die zweite Septemberhälfte und der Oktober. Wir hatten Mitte Oktober herrliches Spätsommerwetter, und das Mittelmeer war noch warm. Auch der November kann noch ein guter Reisemonat sein, allerdings wird es dann schon sehr früh dunkel.
„Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem.“
Johann Wolfgang von Goethe (1787)
Die Top 16 Sehenswürdigkeiten Sizilien
1 Palermo – eine morbide Schöne
Chaotisch, schmuddelig und so temperamentvoll wie stilvoll. Mit Schichten der Geschichte und unterschiedlichsten Welten in nächster Nachbarschaft. Palermo kann überwältigen, überraschen und manchmal auch verstören. Immer ist die Stadt faszinierend mit all ihren Facetten: Kirchen und Kapellen mit goldglänzenden Mosaiken erinnern an die normannische Epoche, die Blütezeit Siziliens. Daneben barocke Paläste und Märkte, auf denen es nach sizilianischen Street Food duftet. Street Art an den Hauswänden erzählt von der Gegenwart der Stadt, und das größte Ereignis ist sowieso das Straßenleben. Sizilien ohne Palermo geht gar nicht, finde ich.
Lesetipp: Ausführliche Tipps zur Hauptstadt Siziliens findest du in meinem Artikel zu Palermo.






Übernachtungstipp: Wir haben im Binario 91 im Bahnhofsviertel gewohnt, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Da wir mit dem Auto unterwegs waren, sollte die Unterkunft außerhalb der autofreien Altstadt liegen und tatsächlich hatten wir einen Parkplatz vor der Haustür. Trotzdem waren Altstadt und das angesagte Kalsa-Viertel nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Das Zimmer selbst war geräumig und stylisch, und ein weiteres Plus die kleine Gemeinschaftsküche zum Kaffeekochen, mit Kühlschrank und Mikrowelle. Zur Buchung*.
2 Monreale – Meisterwerk arabisch-normannischer Baukunst
Die Kleinstadt bei Palermo bietet eine Sensation: der Dom aus dem 12. Jahrhundert mit 6.300 Quadratmetern goldenen Mosaiken, die Bibelgeschichten von der Schöpfung über das Alte Testament bis zum Leben und Wirken Christi erzählen. Dazu ein Kreuzgang, der die Steinmetze zu Höhenflügen anregte. Ein Feuerwerk der Fantasie! Zusammen mit den arabisch-byzantinisch-normannischen Bauwerken in Palermo und Cefalù gehört Monreale seit 2015 zum UNESCO-Welterbe. Nur eine halbstündige Busfahrt von Palermo entfernt.






3 Cefalù – Beachlife und Kunstgenuss
In die Kleinstadt an der Nordküste, 70 Kilometer westlich von Palermo, strömen Kunstliebhaber wegen des Normannendoms. Er ergänzt die Bauten aus der Blütezeit Siziliens in Palermo und Monreale perfekt. Cefalù ist aber auch ein bildhübsches Mittelalterstädtchen mit einem wunderbaren Strand, in dem du gut einen Tag verbringen kannst.




4 Erice – Bergstädtchen mit Weitblick
Das Bergstädtchen Erice im Westen Siziliens thront in 751 Metern Höhe auf dem Monte Erice über der Küste. Nach unzähligen Kurven wartet eine mittelalterliche Festungsstadt mit engen Gassen, wehrhaften Kirchen und der eindrucksvollen Normannenburg Castello di Venere. Von dort oben hast du einen Wahnsinnsblick auf die Küste. Die Zugabe: die göttlichen Backwaren in den Pasticcerien, besonders die mit Creme gefüllten Genovese. Wichtig: früh kommen, bevor die Reisebusse vorfahren.
Genusstipps: Lust auf Street Food? Bei La Tondo (Via Vittorio Emanuele, 100) bekommst du superfrische Arancine, die erst nach Bestellung zubereitet werden (Wartezeit!). Auch vegetarische und vegane Füllungen. Der Besitzer soll ein in Italien ein bekannter Fernsehkoch sein, verriet uns jemand in der Warteschlange. Für die Nachspeise in der Pasticceria Maria Grammatico (Via Vittorio Emanuele, 14) vorbeischauen: Die mit Zitronencreme gefüllte Genovesi ericine sind die Spezialität des Hauses, aber auch Cannoli und Mandelgebäck sind köstlich.






5 Trapani – Salinen und Traumstrände
Trapani ist eine verborgene Schönheit. Die Kleinstadt liegt auf einer sichelförmigen Landzunge, die weit ins Mittelmeer ragt. Die Altstadt ist wunderbar zum Schlendern, und im Hafen triffst du noch stolze Fischer. Hier legen auch Fähren nach Tunis ab und die spürst die Nähe zu Afrika nicht nur daran, dass Couscous auf den Speisekarten steht. Von Palermo aus brauchten wir fast 24 Stunden bis Genua, von Trapani sind die Afrika-Fähren nur 8 Stunden unterwegs.
Unbedingt lohnt ein Ausflug zu den Salinen südlich der Stadt, vor allem gegen Abend, wenn sich die Windmühlen im Wasser spiegeln. Trapani ist außerdem ein toller Ausgangspunkt für Ausflüge: Für einen Badetag bieten sich die Strände von San Vito Lo Capo oder die Buchten rund um Scopello an. Besonders schön muss ein Ausflug in das Naturschutzgebiet Zingaro zwischen Scopello und San Vito mit tollen Wanderwegen sein. Während unseres Besuchs in Trapani erholte sich das Gebiet von einem Unwetter und war gesperrt.
Genusstipp: Auch Weinliebhaber kommen rund um Trapani auf ihre Kosten mit zahlreichen schicken und weniger schicken Weingütern. Unsere Gastgeber schickten uns zur Kooperative in Marasala: Cantine Birgi (Contrada Birgi Nivaloro 158). Gute Weine zu erstaunlich günstigen Preisen. Im Nachhinein haben wir bedauert, den Koffer nicht voll geladen zu haben.






Übernachtungstipp: Wir haben drei Nächte im Agriturismo Duca di Castelmonte bei Trapani verbracht. Ein schönes Anwesen mit Pool, Blick auf Erice und sehr gutem Restaurant. Außerdem ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge. Aber nicht unseren Fehler begehen und das billigste Studio buchen! Es gibt wirklich schöne Apartments mit Terrasse. Zur Buchung*
6 Segesta – Tempel in der Landschaft
Ein tolles Ausflugsziel von Trapani aus (30 Minuten mit dem Auto) ist der Tempel von Segesta, den die Elymern vermutlich 430–420 vor Christus errichteten – ein Volk im Nordwesten Siziliens, das die griechische Kultur übernahm. Der Tempel ist außergewöhnlich gut erhalten mit seinen 36 mächtigen Säulen, wurde aber nie fertiggestellt. Er ist dennoch – oder gerade deshalb – faszinierend. Ein Koloss inmitten der archaischen Landschaft. Ein Spazierweg (den du auch mit Shuttlebus zurücklegen kannst) führt auf den Monte Barbaro zum antiken Theater. Beeindruckender als das Theater ist der Blick über die Landschaft und auf den Tempel.
Tipp: Auf der Website des Archäologischen Parks findest viele Infos mit aktuellen Öffnungszeiten.




7 Tempeltal von Agrigent – Spaziergang durch die Antike
Ein weiterer Schatz der Antike. Auch wenn du mit Tempeln wenig anfangen kannst – das Valle dei Templi (Tempeltal) von Agrigent fasziniert. Du spazierst durch eine antike Stadtlandschaft mit Tempeln, Mandel-, Oliven- und Johannisbrotbäumen und blickst immer wieder aufs Meer. Das beeindruckte auch die UNESCO: Das archäologische Areal der antiken griechischen Stadt Akragas, die im 5. vorchristlichen Jahrhundert zu den mächtigsten Städten der griechischen Welt gehörte, steht seit 1997 auf der Welterbeliste.
Herausragend ist der Tempel der Concordia, der zu den besterhaltenen dorischen Tempeln überhaupt gezählt wird. Er überlebte, weil man ihn mit dem Einzug des Christentums in eine Kirche umwandelte. Sehenswert außerdem die Tempel der Juno und des Herkules und die Überreste des Olympieion. Beeindruckend auch ein Werk des polnischen Künstlers Igor Mitoraj (1944-2014), den wir schon aus Syrakus kannten. Seine monumentale Bronzeskulptur Icaro caduto (Gefallener Ikarus) liegt vor dem Concordia-Tempel – ein faszinierender Dialog zwischen antiker und zeitgenössischer Kunst.
Tipp: Auf der Website des Archäologischen Parks findest viele Infos mit aktuellen Öffnungszeiten.




8 Villa Romana del Casale – Schöner Wohnen auf römisch
Wer hat den Bikini erfunden? Die Römer natürlich! Der Beweis wartet in der Villa Romana del Casale bei Piazza Armerina. Das Luxus-Landhaus einer römischen Familie aus dem 4. Jahrhundert nach Christus dokumentiert die Spätantike auf Sizilien. Sein größter Schatz sind die unzähligen Mosaiken, die auf rund 3.500 Quadratmetern Szenen aus der Mythologie erzählen, aber auch Jagden, exotische Tiere und den Alltag der römischen Oberschicht abbilden.
Ein Highlight sind die Szenen aus dem römischen „Gym“: Zehn Frauen laufen, werfen Diskus, spielen Ball und stemmen Gewichte. Ein Beweis, dass die Römerinnen schon ziemlich sportlich unterwegs waren. Besonders spektakulär außerdem: der lange Korridor der Großen Jagd, auf dem Jagd und Transport wilder Tiere aus Afrika dargestellt sind. Natürlich gehört die Villa längst zum UNESCO-Welterbe.
Tipp: Auf der Website des Archäologischen Parks findest viele Infos mit aktuellen Öffnungszeiten.




9 Ragusa – Barocke Schönheit auf zwei Etagen
Ragusa war für uns die schönste der drei Barockstädte Siziliens. Sie liegt auf mehreren Ebenen, bietet ein eindrucksvolles Stadtensemble, viel einheimisches Leben und erstaunlich viel Street Art. Ragusa Superiore, die Oberstadt, ist authentisch, hat ansonsten aber nicht allzu viel Sehenswertes zu bieten – abgesehen von einem tollen Fotospot an der Treppe nach Ibla und einem Lokal, das perfekt für den Sundowner ist: Al Gradino 284 (Largo Santa Maria 6). Auf den Stufen der Santa Maria delle Scale einen Aperitivo genießen, während unter dir die barocke Altstadt von Ragusa Ibla im Abendlicht leuchtet – traumhaft!
Der zweite Teil der Stadt, Ragusa Ibla, ist ein barockes Schatzkästchen, das erstaunlicherweise nicht durchkommerzialisert ist. Kaum ein Souvenirladen, dafür eine Kathedrale, die mit ihren schweren Samtvorhängen fast an ein Theater erinnert. Und davor ein Platz, der zur Bühne der Stadt wird. In der Neustadt kannst du Street Art in Ragusa mit eindrucksvollen Murals entdecken.
Genuss-Tipp: Eine nette Weinbar mit Käseplatten und guten Weinen ist die Enoteca Il Barocco an der Piazza Pola. Sie bietet neben Weinen auch gute gemischte Platten an. In der Eisdiele Gelati Divini (Piazza Duomo 20) gibt es Eis mit Weingeschmack – ein erfrischend anderes Dessert.






Unterkunftstipp: Wir haben uns im Il Canale Design House sehr wohl gefühlt: komfortables Zimmer, nette Gastgeberin, Frühstück auf der Dachterrasse und super gelegen. Und dann auch noch ein Parkplatz am Haus. Zur Buchung*
10 Donnafugata – das Sizilien des „Leoparden“
Hast du den Roman Der Leopard von Giuseppe Tomasi di Lampedusas gelesen? Oder die Verfilmung von Luchino Visconti mit Burt Lancaster, Alain Delon und Claudia Cardinale in den Hauptrollen? Donnafugata heißt die Residenz der Adelsfamilie, um die es geht. Welche Enttäuschung, als ich erfuhr, dass das reale Castello di Donnafugata bei Ragusa nicht das „Donnafugata“ aus dem Roman ist. Auch wurde weder Viscontis Film (1963) noch die gleichnamige Netflix-Serie (2025) hier gedreht. Wohl aber Commissario Montalbano.
Nichtsdestotrotz ist Donnafugata ein beeindruckender Adelssitz aus dem 19. Jahrhundert mit neogotischer Fassade, 122 Räumen und einem wunderbaren Park. Die Räume des Schlosses bräuchten ein bisschen Liebe und Geld, dennoch vermitteln sie ein Gefühl für die Epoche. Und unbedingt sehenswert ist das Museo del Costume (MuDeCo) mit der Sammlung von Gabriele Arezzo di Trifiletti, der von seinem Vater 408 Koffer erbte – gefüllt mit Kleidern und Accessoires aus rund drei Jahrhunderten. Sie erzählen Modegeschichte am Beispiel der sizilianischen Oberschicht. Zu sehen ist auch ein Kleid, das das berühmte Ballkleid von Claudia Cardinale als Angelica inspirierte. Schön zum Flanieren ist der historische Park mit alten Bäumen, Pavillons, Grotten und einem Labyrinth.
Lesetipp: Der großartige Roman Der Leopard erschien 1958 (Neuauflage 2019) und schildert den Untergang der sizilianischen Aristokratie während des Risorgimento.






11 Modica – die Stadt der Schokoholics
In Modica treffen sich Schokoholics. Hier wird eine berühmte Schokolade ach einer alten, auf die Azteken zurückgehenden Methode hergestellt: Die Kakaomasse wird nur bei niedrigen Temperaturen verarbeitet und nicht conchiert. Deshalb lösen sich die Zuckerkristalle nicht vollständig auf – die Schokolade bleibt körnig, bröckelig und hat einen intensiven Kakaogeschmack. Die Modica-Schokolade ist inzwischen sogar als geschützte geografische Angabe (IGP) anerkannt.
Doch Modica kann mehr als Schokolade. Die dritte der berühmten Barockstädte neben Ragusa und Noto, die alle zum UNESCO-Welterbe zählen, liegt spektakulär in einem tief eingeschnittenen Tal und zieht sich wie ein Amphitheater die Hänge hinauf. Sie ist deutlich ruhiger und weniger touristisch als Noto beispielsweise. Einen tollen Blick hast du vom Belvedere in der Oberstadt. In der Unterstadt ist Santa Maria di Betlemme mit ihrem monumentalen Krippenensemble von 1882 sehenswert. Mehr als 60 Terrakottafiguren erzählen die Weihnachtsgeschichte – die allerdings kurzerhand nach Sizilien verlegt wurde.
Genusstipp: Vor der Dolceria Bonajuto, der ältesten Schokoladenfabrik Siziliens, bilden sich Schlangen. Drinnen türmen sich Tafeln in allen möglichen Schokosorten. Außerdem gibt es frische Cannoli und andere sizilianische Dolci – am besten mit Pistazienfüllung.




12 Noto – barocke Bühne in Honiggelb
Barock und Sizilien gehören zusammen – in Noto aber erlebt man ihn in Hochform. Nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 wurde die Stadt komplett neu geplant und mit Kirchen, Palästen und monumentalen Treppen aus goldfarbenem Kalkstein wiederaufgebaut. Je nach Tageszeit schimmert der Stein cremeweiß, rosé oder honiggelb. Allein die Kathedrale San Nicolò mit ihrer imposanten Freitreppe und der großartigen Kuppel ist den Besuch in Noto wert. Den besten Blick hast du vom Dach der Kirche gegenüber.
Am schönsten ist Noto am späten Nachmittag, wenn das Licht weich wird, der Stein in der tief stehenden Sonne zu leuchten beginnt und viele Tagesgäste schon weitergefahren sind. Dann lohnt auch ein Spaziergang über den Corso Vittorio Emanuele und durch die Via Nicolaci mit ihren grotesk-verspielten Barockbalkonen. Und dann sind da noch die kunstvoll gestalteten Treppen in den Seitengassen: Die großformatigen Bilder von Künstlern wie Carlo Coniglio machen aus den Treppen begehbare Kunstwerke – ein cooler Kontrast zur historischen Pracht.






Unterkunftstipp: Unser Agriturismo Pantanelli Di Vendicari liegt wunderschön in der Nähe des Naturparks. Mit Pool, Liegestühlen unter Johannisbrotbäumen und gutem Restaurant. Vor Ort werden Mandeln angebaut, von der Schwesterfinca bei Catania kommen Wein, Honig und Konfitüre. Alles köstlich. Ganz wichtig: Zimmer mit Terrasse buchen! Zur Buchung*
Nach so viel Barock ist der Naturpark Riserva di Vendicari ein wunderbarer Kontrast – wilde Küste, Lagunen, Flamingos und die Ruine einer alten Tunfischfabrik. Auch die Strände von Calamosche und Vendicari liegen im Reservat.




13 Syrakus – Schatzkästchen der Antike
Syrakus wurde um 734 vor Christus von Griechen aus Korinth gegründet und war bald eine der mächtigsten Städte der antiken Welt mit Blütezeit im 5. und 4. vorchristlichen Jahrhunderts. Ein wichtiges Zentrum von Handel, Politik, Kunst und Wissenschaft. Der Mathematiker Archimedes beispielsweise stammte aus Syrakus. Heute fasziniert die Stadt vor allem durch das Nebeneinander verschiedener Epochen. Auf der Insel Ortygia, dem historischen Herzen von Syrakus, liegen antike Tempelreste, die berühmte Arethusaquelle und der Dom, der mich ungemein faszinierte. Seine Basis war ein antiker Athenatempel, und das ist noch zu sehen. Auch unabhängig von den Altertümern ist die Stadt einfach bildschön – und entsprechend voll mit Besuchern.
Auf dem Festland ist der Archäologische Park Neapolis die Hauptsehenswürdigkeit mit dem monumentalen Griechischen Theater, das in den Fels geschlagen wurde. Aber auch ein römisches Amphitheater, die antiken Steinbrüche und das berühmte Ohr des Dionysios sind zu sehen. Seit 2005 ist das historische Syrakus UNESCO-Welterbe.
Tipp: Auf der Archäologischen Park Neapolis findest viele Infos mit aktuellen Öffnungszeiten.






14 Catania – die schwarze Stadt am Ätna
Heruntergekommen und schmuddelig, aber auch voller Energie und unglaublich faszinierend. Catania war ein unerwartetes Highlight unserer Tage auf Sizilien. Eine Stadt, die durchaus um Touristen wirbt, sich aber nie anbiedert und durch und durch authentisch geblieben ist. Da wo abends die Besucher unter bunten Schirmen sitzen, bauen morgens die Metzger ihre Stände auf. Nur ein paar Schritte entfernt feilschen Kunden auf dem Fischmarkt um Meeresgetier. Die Fisch-Tapas – köstlich! Das Stadtbild barock und hier und da wie eine Opernbühne, auf der Bewohner genauso wie Besucher mitspielen. Und wenn du einer der Kirchen aufs Dach steigst, erblickst du die schneeweiße Kuppe des Ätna.
Lesetipp: Mehr über die Highlights von Catania verrate ich in meinem Artikel über die Stadt.






15 Ätna – Europas aktivster Vulkan
Der Ätna mit seiner Schneekuppe, ist eine wahre Schönheit und thront erhaben im Osten Siziliens. Rund 3.300 Meter schiebt sich der Berg in den sizilianischen Himmel. Ringsum liegen fruchtbare Plantagen, auf denen Wein, Orangen, Oliven und Pistazien gedeihen. Darum ist eine Fahrt rund um den Vulkan mindestens genauso spannend wie der Ausflug in die Lavawüste ganz oben. Wir sind am Bahnhof von Randazzo in den Zug gestiegen, ratterten sehr gemütlich fast einmal um den Berg und waren nach 4,5 Stunden wieder am Ausgangsort.
Der Ätna ist einer der aktivsten Vulkane der Welt und bestens erschlossen. Wir haben lange überlegt, ob wir uns den Ätna-Rummel antun sollten, haben aber schließlich das Rundumpaket gebucht und es nicht bereut. Am Parkplatz in 1.900 Metern Höhe steigst du in die Seilbahn, dann geht es weiter mit dem Geländebus durch die Lavafelder auf rund 2.900 Metern. Das letzte Stück läufst du zu Fuß – begleitet von einem Bergführer. Durch Aschefelder, vorbei an Fumarolen, über erkaltete Lava bis in die Nähe der Hauptkrater. Die Aussicht bis zur Küste ist spektakulär. Es war nicht mein erster Besuch auf einem Vulkan, aber der Ätna bleibt in Erinnerung als einer der besonders eindrucksvollen Feuerberge.
Tipp: Hier kannst du den Ausflug zum Ätna bequem buchen und bis 24 Stunden vorher wieder stornieren, falls etwas dazwischen kommt. Zur Buchung*.




Video-Tipp: Ein Terra-X-Video zum Ätna und anderen Vulkanen in Süditalien.
16 Taormina – die vielgeliebte Schöne
Das kleine Taormina bei Catania ist zweifellos eine Schönheit. Aber auch entsprechend voll. Auch Anfang Oktober schoben sich noch Massen durch die Flaniermeile Corso Umberto und die zugegebenermaßen postkartenhübschen Gassen. Aufatmen konnten wir auf der berühmten Piazza IX Aprile mit Bodenplatten im Schachbrettmuster, gesäumt von Palazzi und Kirchen. Aber eine Stadt, die nur noch Kulisse fürs Touristenleben ist, finde ich letztlich langweilig. Darum waren wir froh, nicht in Taormina, sondern in Catania unser Lager aufgeschlagen zu haben. Einen Tagesausflug ist Taormina dennoch wert.
Vor allem wegen der Top-Sehenswürdigkeit: das Antike Theater, das schon Goethe faszinierte. Am attraktivsten, wenn sich die schneebedeckte Kuppe des Ätna in der Lücke der Theaterrückwand schiebt. Bei unserem Besuch hüllte sich der Vulkan schüchtern in Wolken.
Genusstipps: Bei Novè gibt es überaus köstliche Pistazienprodukte – Törtchen, Cannelloni, Pralinés, Pistaziencreme natürlich. Vieles auch zum Mitnehmen. Schlange stehen die Besucher für das legendäre Granita in der Bam Bar (Via di Giovanni 45). Haben wir auch gemacht. Löffel für Löffel häufte man hier die eisige Süße, die auf der Zunge zergeht, auf ein Brioche. Du wählst unter verschiedenen Geschmacksrichtungen – uns schmeckt Erdbeere mit Sahne am besten.




Zugabe: Liparische (Äolische) Inseln
Hast du schon mal einem Vulkan beim Feuerspucken zugeschaut? Das kannst auf Stromboli erleben. Wir haben den Tagesausflug zu den Liparischen Inseln ab Tropea/Kalabrien gemacht, haben Zeit auf der Hauptinsel Lipari, auf der Jetsetterinsel Panarea und im Ort Stromboli auf der gleichnamigen Insel verbracht. Absoluter Höhepunkt der Tour war nach Sonnenuntergang die Feuershow des Stromboli, der zu den aktivsten Vulkanen Europas gehört und fast kontinuierlich spuckt. Sehr eindrucksvoll!
Der Ausflug wird aber auch von Milazzo/Sizilien aus angeboten, wo du den Wagen m Hafen parken kannst. Meist geht es aus Zeitgründen nur zu zwei Inseln – entweder Panarea und Stromboli oder Lipari und Vulcano. Gut zu wissen: Du bist lange unterwegs, und ein Tag reicht nur für einen ersten Eindruck. Für mehr Inselgefühl solltest du ein paar Tage bleiben und das Insel-Hopping genießen. Wir haben den Ausflug, den du hier buchen kannst, trotzdem nicht bereut.
Lesetipp: Hier geht es zu meinem Erfahrungen zum Ausflug zu den Liparischen Inseln (ab Tropea).






Reisetipps zur Rundreise durch Sizilien
Anreise nach Sizilien
- Mit dem Flugzeug: Sizilien ist von Deutschland, Österreich und der Schweiz gut erreichbar. Die beiden wichtigsten Flughäfen sind Catania (CTA) im Osten und Palermo (PMO) im Norden der Insel. Von mehreren größeren Flughäfen im DACH-Raum gibt es Direktverbindungen. Für eine Rundreise bietet es sich an, nach Palermo hin- und ab Catania zurückzufliegen – oder umgekehrt –, sodass du nicht zum Ausgangspunkt zurückfahren musst.
- Mit dem eigenen Auto: Wenn du mindestens drei Wochen unterwegs sein willst, lohnt sich die Anreise mit dem eigenen Auto. Von Genua aus gibt es eine Autofähre nach Palermo. Die Schiffe von Grandi Navi Veloci (GNV) verkehren ganzjährig, meist abends. Die Überfahrt dauert stolze 20 Stunden, die du in den komfortablen Kabinen gut überbrücken kannst.
Rumkommen auf Sizilien
Wenn du dich auf Städte konzentrierst, ist ein Auto eher hinderlich, weil du es ja irgendwo lassen musst. Und mit Fernbussen und Zügen kannst du von Ort zu Ort reisen. Aber wenn du eine Rundreise über die gesamte Insel planst, bist du mit dem Mietwagen oder dem eigenen PKW oder Camper deutlich flexibler und kannst auch Tempel, Strände, Dörfer ansteuern.
Wo übernachten auf Sizilien?
In den Städten haben wir in kleinen Pensionen gewohnt, mal direkt in der Altstadt, mal etwas außerhalb. Auf dem Land bieten Agriturismos viel Flair und Naturnähe. Unterkünfte zu Catania und Palermo habe ich in meinen Artikel zu den beiden Städten verlinkt, unter den jeweiligen Orten (Noto, Ragusa, Trapani) findest du hier im Artikel die Unterkünfte, in denen wir uns sehr wohl gefühlt haben. Wir haben immer Wert darauf gelegt, möglichst mehrere Nächte in einem Quartier zu verbringen, was deutlich erholsamer ist als täglicher Wechsel.
Ist Sizilien sicher?
Wir haben uns nie einen Moment unsicher gefühlt. Bekanntlich macht Gelegenheit Diebe, weshalb man im Gewühl Wertsachen am besten dicht am Körper trägt. Das gilt allerdings nicht nur für Sizilien. Unser Auto haben wir, wenn wir es nicht in unmittelbarer Nähe der Unterkunft parken konnten, auf bewachten Parkplätzen abgestellt. Und die organisierte Kriminalität hat Touristen in der Regel ohnehin nicht im Visier.
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