Menu
Städtereisen / Litauen

Barock, Einhörner und rosa Suppe – ein Wochenende in Vilnius

litauen vilnius kathedrale 670 von 1 |

Am letzten Maiwochenende wird Vilnius (611.000 Einwohner) zur Pink City, wenn sich die Hauptstadt Litauens beim Pink Soup Fest in Rosarot hüllt. Gefeiert wird die Nationalspeise Šaltibarščiai – eine leuchtend rosafarbene Kaltschale aus Rote Bete und Kefir, die Kultstatus genießt. Zufällig war ich ausgerechnet an diesem Wochenende in Vilnius und genoss die fröhliche Stimmung in der Stadt. Eigens zum Festival reisen inzwischen Tausende von Besuchern an. Der Nebeneffekt: Wer sich auf das pinkfarbene Spektakel einlässt, entdeckt ganz nebenbei eine Stadt mit reicher Geschichte und spannender Gegenwart.

Hier kommen meine Highlights für ein Wochenende in Vilnius – die Klassiker (die Altstadt ist UNESCO-Welterbe!), aber auch die Kreativviertel der Stadt. Und natürlich gibt’s auch Hotel- und Restauranttipps für Vilnius. Auf dem Blog findest du außerdem Reisetipps für Kaunas, Litauens zweitgrößte Stadt, die nur eine Zugstunde von Vilnius entfernt liegt. Und wenn du mehr Baltikum in eine Reise packst, findest du hier Reisetipps zu Estland und Tallinn.

Wie viele Tage für Vilnius einplanen?

Vilnius, wo ist das denn?, fragten meine Töchter, als ich ihnen vorschlug, mich auf meiner Litauenreise für ein Wochenende in Vilnius zu besuchen. Wir hatten zwei wunderbare Tage in der Stadt, und bestimmt werden sie Vilnius als Städteziel weiterempfehlen. Ich habe noch drei Tage angehängt und hatte auch nach fünfeinhalb Tagen in der Stadt noch nicht alles gesehen. An einem Wochenende in Vilnius kannst du aber schon viel sehen und erleben. Besser ist ein zusätzlicher Tag, an dem du zum Beispiel einen Ausflug zur Wasserburg Trakai unterbringen könntest. An einem weiteren Tag könntest du sogar mit dem Zug einen Abstecher nach Kaunas machen.

Vorschlag für ein Wochenende in Vilnius plus Extratage

Tag 1
Nachmittag: Gedeminas-Turm, Kathedrale, Rathausplatz
Tag 2
Vormittag: Stadtführung, Hales-Markt und Umgebung
Nachmittag und Abend: Künstlerviertel Užupis, Glasviertel, Univiertel
Tag 3
Vormittags: Open Gallery (evtl. mit Führung) oder Museum
Extratag 1
Ausflug zur Wasserburg Trakai und/oder Fahrt mit dem Heißluftballon
Extratag 2
Ausflug nach Kaunas

Die beste Reisezeit für Vilnius

Die beste Reisezeit für einen Städtetrip nach Vilnius liegt definitiv zwischen Mai und September, wenn die Temperaturen angenehm sind. Auch im Hochsommer wird es in Vilnius selten richtig heiß, weshalb man sich mehr und mehr als „Coolcation“ vermarkten möchte. Natürlich ist es zwischen Juni und August auch am vollsten. Regnen kann es immer.

Hotels in Vilnius

Ich habe in Vilnius in zwei ganz unterschiedliche Hotels kennengelernt. Zwei Nächte habe ich privat im Hotel Domus Maria*, einem ehemaligen Kloster, gewohnt. Die Zimmer waren klösterlich karg – aber sehr viel größer als eine Klosterzelle – und hatten alles, was wir brauchten. Die Lage ist superzentral, und weil auch der Preis stimmte, kann ich es bestens empfehlen. Es gibt sogar einen (kostenpflichtigen) Parkplatz im Hof.

Portal zu einem Hotel

Weitere drei Nächte habe ich im Hotel Narutisverbracht, einem schicken Boutique-Hotel in historischen Räumen gegenüber der Universität. Die Zimmer haben Stil und das Frühstück im Gewölbekeller ist vom Feinsten. Halt ein bisschen teurer.

*Affiliatewerbung: Links zu Partnerprogrammen. Wenn du etwas über diese Links buchst, erhalte ich eine kleine Provision, die mir hilft, die Kosten für den Blog (Technik & Hosting) zu stemmen. Für dich bleibt der Preis unverändert. Vielen Dank für deine Unterstützung!


Stadtführungen & mehr in Vilnius

In einer neuen Stadt genieße ich am Anfang immer eine Stadtführung für den Überblick, bevor ich selbst auf Entdeckungsreise gehe. Hier sind ein paar Vorschläge:

Aussichtspunkte in Vilnius: Gediminas-Turm und Berg der Kreuze

Ich verschaffe mir gern erstmal Überblick von oben, wenn ich eine neue Stadt entdecke. Darum habe ich den Schrägaufzug vom Nationalmuseum auf den Hügel mit dem Gediminas-Turm genommen, dem historischen Wahrzeichen von Vilnius.

Gedeminas-Turm aus Backstein mit Flagge

Von oben hast du einen wunderbaren Blick über die Neustadt mit ihren Glaspalästen und über die Dächer der Altstadt. Auffällig sind die vielen Kirchtürme, die Vilnius den Beinamen „Rom des Nordens“ verliehen. Mehr als 40 Kirchen verschiedener Konfessionen prägen das Stadtbild. Umso erstaunlicher, weil Litauens als letztes Land Europas christianisiert wurde. Für den Turm selbst zahlst du Eintritt, was sich für den Blick allein meiner Meinung nach nicht lohnt. Den hast du nämlich vom Hügel sowieso. Aber es gibt im Turm eine Ausstellung mit Fotos und Film zum Kampf für die Unabhängigkeit Ende des 20. Jahrhunderts, die auf jeden Fall interessant ist.

Alternativ kannst du auch den Berg der Kreuz erwandern, von wo aus du die Stadt mit Gediminas-Turm im Blick hast. Allerdings aus größerer Entfernung und mit viel Wald im Vordergrund. Nicht mein Favorit, aber ein beliebter Fotospot vor allem zum Sonnenuntergang.

Berg der drei Kreuze

Pink Soup Festival

Besucher flanierten über den rosa Teppich durch die Altstadt, feuerten die Kellner beim Suppenrennen an, bewunderten pinkfarbene Kostüme, lauschten Konzerten auf dem Rathausplatz und löffelten natürlich Suppe. Es war ein buntes und fröhliches Fest. Auch wenn ich nur zufällig am Festivalwochenende in Vilnius war – der Begeisterung konnte ich mich nicht entziehen. Der nächste Termin für das Pink Soup Fest: 28.–30. Mai 2027.

Die berühmten Pink Soup mit Ei
Flagge des Pink Soup Fests in neonpink

Sehenswürdigkeiten in Vilnius – Altstadt

Kathedrale und Kathedralplatz

Zu Füßen des Burghügels breitet sich der Kathedralplatz aus, der beliebteste Treffpunkt der Stadt. Dort jagen Kinder Tauben hinterher, Jugendliche zeigen ihre neuesten Skateboard-Tricks, Studenten schmieden Pläne für den Abend. Die Platte „Stebuklas“ erinnert an die längste Menschenkette der Geschichte (600 Kilometer!): Hier hielten sich am 23. August 1989 die Bewohner der Stadt an den Händen und demonstrierten – wie insgesamt zwei Millionen Menschen im Baltikum – für ihre Unabhängigkeit. Auch heute noch wird auf dem Platz protestiert – für die Freiheit der Ukraine zum Beispiel, die den Litauern verständlicherweise sehr am Herzen liegt. Die Grenze zu Weißrussland ist bedrohlich nah. Der Kathedralplatz ist aber auch ein Ort zum Feiern. In der Adventszeit zum Beispiel findet hier der Weihnachtsmarkt statt.

Portal der Kathedrale mit vielen Passanten und Turm zur Rechten

Die klassizistische Kathedrale St. Stanislaus und St. Ladislaus gehört zu den wichtigsten Sakralbauten Litauens. Von außen eine schneeweiße Schönheit und auch innen hell und luftig. Am prachtvollsten ist die Kasimir-Kapelle, in der der litauische Nationalheilige begraben liegt. Der freistehende Glockenturm neben dem Hauptportal war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung und du kannst ihn besteigen.

Es gibt aber noch mehr zu sehen am Platz. Ein bronzenes Denkmal erinnert an den Großfürsten Gediminas (1275–1341), den Gründer von Vilnius und einen der bedeutendsten Herrscher des Großfürstentums Litauen. Links von ihm erhebt sich der Palast der Großfürsten von Litauen – die ehemalige Residenz der litauischen Herrscher. Die russischen Zaren ließen ihn abtragen, und erst nach der Unabhängigkeit Litauens entschied man sich für einen Wiederaufbau. Auf mich wirkte der Bau recht künstlich, aber sehenswert sind sicher die freigelegten mittelalterlichen Fundamente und Kunstwerke aus der Zeit der Großfürsten.

Blick von oben auf den Fürstenpalast

Vom Kathedralenplatz führt die Pilies gatvė, die älteste Straße der Stadt und beliebte Shopping-Meile, an Bürgerhäusern, Cafés und Boutiquen vorbei zum Rathausplatz, dem zweiten wichtigen Platz der Altstadt.

Gute Stube der Stadt: Rathausplatz

Die Stadtverwaltung ist längst in einem modernen Gebäude der Neustadt untergebracht, das alte Rathaus dient nur noch repräsentativen Zwecken. Der Platz, umringt von Lokalen, ist aber nach wie vor die gute Stube der Stadt. Zu einem modernen Wahrzeichen hat sich das Portal auf dem Platz entwickelt. Die interaktive Installation des litauischen Künstlers Benediktas Gylys verbindet Vilnius per Live-Video mit Städten weltweit wie Dublin oder Philadelphia. Eine virtuelle Brücke quasi. Fast jeder Passant bleibt stehen, um Menschen in anderen Ecken der Welt zuzuwinken oder einfach mal zu schauen, wie dort das Wetter ist.

Rathausplatz mit Rathausfassade und Portal
Menschen auf dem Rathausplatz beobachten im Portal Szenen aus einer anderen Stadt

Literaturgasse

Die schmale Literaturgasse unweit vom Rathausplatz gehört zu den originellsten Ecken der Altstadt: An ihren Mauern würdigen mehr als 300 kleine Kunstwerke Autorinnen und Autoren aus Litauen und aller Welt – vom litauischen Nationaldichter Adam Mickiewicz bis Günter Grass oder Frank Zappa.

Universitätsviertel

Gleich hinter dem alten Rathaus kannst du eines der schönsten Bauensembles der Stadt erkunden – die 1579 gegründete Universität Vilnius in Barock und Pastell mit dreizehn Innenhöfen und einer prächtigen Bibliothek. Vor der Gründung der Universität gingen Adelige zum Studium ins Ausland und brachten nach der Reformation protestantische Ideen mit. Als Gegenmaßnahme holten die Stadtväter Jesuiten nach Vilnius, die die Lehre in der Stadt etablierten, damit die Jugend wieder zum „rechten“ Glauben fand. Drei Fakultäten sind heute noch in der Altstadt untergebracht: Philosophie, Literatur, Geschichte. Der Turm der Unikirche wurde mir als Top-Aussichtspunkt empfohlen, leider sind die Fenster im Glockenstuhl enttäuschend klein und vergittert.

Universitätskirche und Turm von unten fotografiert

Hinter den pastellfarbenen Fassaden des Universitätsviertels verstecken sich viele verwinkelte Innenhöfe mit Galerien, Kunsthandwerkerläden und Cafés. Es lohnt sich, einfach mal durch die Tore zu schlüpfen.

Hinterhof mit Balkonen, Treppenhaus und Künstlerwerkstatt

Tipp: Wenn du ein typisch litauisches Souvenir suchst, wirst du bei Linen Tales (Stiklių g. 4) beispielsweise fündig. Leinenproduktion gab es in Vilnius schon im Mittelalter, heute wird das Naturmaterial zu hochwertiger Kleidung und zu Wohntextilien verarbeitet.

Leinenservietten in bunten Farben

Präsidentenpalast

Um die Ecke liegt der klassizistische Präsidentenpalast, Amtssitz des litauischen Staatspräsidenten. Wenn er Feierabend hat, darf die Öffentlichkeit den schönen Garten sowie den Platz vorm Palast zum Chillen und Schachspielen nutzen. Eine schöne Geste, von der rege Gebrauch gemacht wird.

Platz vor dem Präsidentenpalast mit Brunnen und Schachspiel

Erinnerungen ans jüdische Vilnius: Glasviertel

Am Rathausplatz beginnt das Glasviertel. Enge Gassen und Hinterhöfe erinnern an das einstige „Jerusalem des Nordens“ – vor dem Zweiten Weltkrieg ein bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens. Viele Goldschmiede, Glasmacher und andere Handwerker lebten damals im Viertel. Der heutige Name Glasviertel erinnert an die erste Glasmanufaktur, die hier 1547 gegründet wurde. Während der deutschen Besatzung wurden 1941 zwei Ghettos eingerichtet; nach deren Auflösung wurden die meisten Bewohner ermordet oder in Konzentrationslager deportiert. An das düstere Kapitel der Stadtgeschichte erinnern Gedenktafeln und Wandbilder. Gleichzeitig ist das Glasviertel längst ein sehr lebendiger Teil der Altstadt – mit Cafés, Restaurants, Bars, Galerien und wie in alten Zeiten mit Werkstätten.

Mural, das einen alten Mann mit Schubkarren zeigt

Die Kirchen von Vilnius 

Vilnius wird nicht umsonst das „Rom des Nordens“ genannt: Mehr als 40 Kirchen prägen die Altstadt und spiegeln die bewegte Geschichte der Stadt wider – von Gotik über Renaissance bis zum vielgerühmten Vilniuser Barock. Darunter auch mindestens zwei rosa Kirchen, die perfekt zum rosaroten Wochenende passten. Die orthodoxe Kirche des Heiligen Geistes (unten rechts) oder die Kirche St. Kasimir (unten links). Letztere wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von Jesuiten erbaut und dem Schutzpatron Litauens geweiht. Sie war die erste Barockkirche der Stadt, wurde unter russischer Herrschaft zur einer orthodoxen Kirche umgestaltet. In der Sowjetzeit diente sie als Museum des Atheismus.

Besonders gefiel mir die filigrane St.-Annen-Kirche, ein Meisterwerk der Backsteingotik. Mit ihren Türmchen und Bögen wirkt sie fast wie aus roter Spitze gewebt. Direkt daneben steht die deutlich größere Bernhardinerkirche, Die kostbare Innenausstattung beider Kirchen plünderten Napoleons Soldaten auf den Weg nach Russland.

Barocken Überschwang bietet – außerhalb der Altstadt – die Peter-und-Paul-Kirche (Antakalnio g. 1) mit ihren mehr als 2.000 weißen Stuckfiguren. Eine Kirche zum Staunen, in der während meines Besuch gerade mehrere Schulklassen gleichzeitig eine Lektion in Kunstgeschichte bekamen.

Barocke Kirche von außen
Himmelsszenario in weißem Stuck

Ein wichtiger Ort für die Katholiken ist außerdem die Kapelle im Tor der Morgenröte, Litauens bedeutendster Wallfahrtsort mit dem verehrten Gnadenbild der Muttergottes. Das Tor ist das einzige erhaltene Stadttor der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Vilnius.

Mater-Misericordia-Kapelle im himmelblauen Stadttor

Restaurants, Cafés, Bars – Kulinarik in Vilnius

Fine Dining

  • Gaspar’s – In dem Lokal um die Ecke vom Mo Museum habe ich einen herrlichen Abend mit meinen Töchtern verbracht. Die Fusion-Küche mit Michelin-Empfehlung, die Indien mit Europa verbindet, ist köstlich. lässig und bezahlbar. Unbedingt reservieren!

Litauische Küche

  • Lokys – Im ältesten familiengeführten Restaurant der Stadt bekommst du traditionelle litauische Küche mit vielen Wild- und Pilzgerichten. Alles auf hohem Niveau – entweder im Innenhof oder in historischen Kellergewölben. Zum Essen kannst du das Traditiongeränk Kvass (siehe Essen & Trinken) probieren.
  • Spoon out (Adresse: Pylimo g. 58) – In dem kleinen Lokal im Hales-Markt bekommst du litauische Hausmannskost wie Kartoffelpfannkuchen oder Krautwickel (aber auch ein paar asiatische Gerichte) zu günstigen Preisen. Hier essen die Einheimischen.

Vegan

  • Rosehip – Im hippen Viertel rund um das Mo Museum liegt DIE Adresse für Veganer.

Jüdisch

  • Baleboste (Adresse: Pylimo g. 58) – Direkt am Hales-Markt gibt es ein von außen unscheinbares Lokal mit traditioneller jüdischer Küche. Als Vorspeise gibt es leckere Bagels mit Humus & Co. Die Hauptspeisen sind fleischlästig, aber für mich gab es immerhin Nudeln mit Buchweizen.

Frühstück

  • Desertų klubas (Adresse: Zietelos g. 3) – Sehr angesagtes Lokal für Frühstück und Lunch. Köstliches Gebäck und Leckereien wie gefüllte Pfannkuchen.
Frühstückgericht mit Pfannkuchen und Erdbeeren

Bars

  • SOMM – In der schicken Weinbar wählt einer der Top-Sommeliers des Landes die Weine aus. Dazu wird gute Küche serviert. Mit Michelin-Empfehlung.
  • Decantus Vyninė (Adresse: Pilies g. 6) – Eine unpretentiöse kleine Weinbar im Univiertel – für ein Glaserl Wein mit Blick auf eine der belebtesten Fußgängerstraßen der Stadt.
  • Peronas Bar (Facebook) – Angesagte Bar im Bahnhof mit Blick auf die Gleise. Oft Live-Musik.

Sehenswürdigkeiten in Vilnius: rund um die Altstadt

Künstlerrepublik Užupis

Jenseits des Flüsschens Vilnia liegt Užupis, das wohl ungewöhnlichste Viertel der Stadt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion entdeckten Künstler die heruntergekommenen Häuser für sich und riefen 1997 augenzwinkernd die Republik Užupis aus – mit eigener Verfassung, Flagge, Hymne und einem „Barlament“. Wenn du die Brücke ins Viertel überschreitest, kannst du dir im Souvenirladen Užupio 1 Postas sogar deinen Pass stempeln lassen.

Mural zeigt alten Mann auf einem Stein

Herzstück des Viertels ist der Engel von Užupis, eine zwölf Meter hohe Bronzestatue auf dem zentralen Platz. Er steht für Freiheit, Kreativität und den Neuanfang des Stadtteils.

Hauptplatz mit Café und Engel auf Podest

Die Verfassung der Republik Užupis wurde in über 50 Sprachen an eine Mauer im Viertel geschlagen. Artikel 1 der Verfassung:

Jeder Mensch hat das Recht, am Fluss Vilnia zu leben, und der Fluss hat das Recht, an ihm vorbeizufließen.

Menschen studieren die Verfassung der Republik

2013 besuchte der Dalai Lama das Viertel, den die Bürger natürlich prompt zum Ehrenbürger von Užupis ernannten. An die friedliche Lehre des geistlichen Oberhaupts des tibetischen Buddhismus, die bestens zu den Idealen der Künstlerrepublik passt, erinnert ein buddhistischer Stupa.

Wenn du die Hauptstraße des Viertels einfach weiterläufst, entdeckst du das ein oder andere Holzhaus, das an das Vilnius im 19. Jahrhundert erinnert. Hier liegt außerdem der historische Bernardinerfriedhof mit verwitterten Grabsteinen und alten Bäumen, zwischen denen Liebespaare knutschen. Eine Insel der Ruhe mitten in der Großstadt.

Paupys – vom Industrieviertel zur schicken Wohnadresse

Hinter der Künstlerrepublik Užupis liegt Paupys. Kaum zu glauben: Bis vor wenigen Jahren war das Areal ein verlassenes Industriegebiet mit Fabriken, Lagerhallen und Werkstätten. Heute gilt es als eines der stolzesten Stadterneuerungsprojekte des Baltikums. Die Geschichte des Viertels reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, als . Kanälen, Mühlen und Manufakturen die Gegend prägten. Mit der Industrialisierung entstanden entlang des Flusses Vilnelė Papiermühlen, Brauereien und andere Betriebe, die viel Wasser benötigten. Nach dem Ende der Sowjetzeit verfielen die Fabriken.

Heute dominieren Wohnhäuser, begrünte Plätze und Promenaden am Fluss. Entstanden ist ein Viertel für Besserverdiener wie Mitarbeiter der Cyber City. Herzstück des Viertels ist die begrünte Paupio Turgus Food Hall, ein Marktplatz mit Restaurants, Cafés und Delikatessenständen, wo du dich durch die Küchen der Welt essen kannst. Wer sich für Stadtplanung interessiert, ist hier richtig. Mir war das Ganze zu geschniegelt.

Hippe Nachbarschaften: Halės Turgus, Bahnhofsviertel, Mo Museum

Die schönste Markthalle der Stadt: Halės Turgus

Das junge, kreative Vilnius findest du auch rund um den Halės-Markt, hinter dem Tor der Morgenröte. Die historische Markthalle steht für den Wandel des Quartiers: Es gibt immer noch Stände, an denen Händler Würste, eingelegtes Gemüse, Pilze und Honig verkaufen. Aber mehr und mehr übernehmen Kaffeeröstereien und hippe Food-Stände wie das angesagte Smoke House, das alte Traditionen neu belebt.

Markthalle mit parkenden Autos davor

Nach der Unabhängigkeit wurden Street-Art-Künstler aus ganze Europa eingeladen und konnten graue Mauern verschönern. Einzige Auflage: Es musste ein Element aus der Stadtgeschichte vertreten sein. So kannst du auf einem Mural am Halės-Markt einen Bagel entdecken (auf Höhe des Ellbogens des Jungen), denn die leckeren Kringel wurden angeblich in Vilnius erfunden.

Mural mit einem pfeifenden Jungen

Angesagt: das Bahnhofsviertel

Bahnhof und Busbahnhof liegen nah beieinander nördlich der Altstadt. Bis vor einigen Jahren eine düstere Gegend, die plötzlich ziemlich angesagt ist. Street Art, coole Locations wie die Bar Peronas (siehe Kasten Vilnius kulinarisch). Das Mural unten enthält wieder einen versteckten Hinweis auf Vilnius: ein E+ (auf dem Oberarm des Mannes, halb verdeckt) steht für Erasmusprogramme. Seit den 1990er-Jahren konnten Studenten aus Litauen daran teilnehmen und erhielten die Chance internationale Kontakte zu knüpfen.

Haus mit großformatigem Mural, das einen Alt-Hippie zeigt

Kunst und Kulinarik rund ums Mo Museum

Vor den Toren der Altstadt setzt seit 2018 das MO Museum einen architektonischen Akzent. Im eleganten Bau des Stararchitekten Daniel Libeskind greifen die Ausstellungen zeitgenössischer Kunst immer wieder aktuelle gesellschaftliche Themen auf. Während meines Besuchs widmete sich die Sonderausstellung Werken der Generation Z, und die Besucher waren jungen Leute genauso wie die Generation ihrer Eltern. In den offenen Räumen finden außerdem Lesungen, Filmvorführungen und Workshops – auch für Schulklassen – statt. So ist das MO Museum auch ein lebendiger Treffpunkt im Herzen von Vilnius.

Auch das Bistro im Haus ist einen Besuch wert. Es serviert gute Küche, und die Außenterrasse ist der perfekte Ort zum Leutegucken.

Seitenansicht des Mo Museums

Ringsum liegt – am Schnittpunkt zwischen Altstadt und jüdischem Viertel – ein beliebtes Wohnviertel, das mitten in der Gentrifizierung steckt. Die Pylimo gatvė, an der das Mo Museum liegt, markiert den Verlauf der ehemaligen historischen Stadtmauer. Zwischen Schustern und Schraubenläden liegen längst Weinbars und schicke Lokale wie das wunderbare Gaspar’s mit indisch-portugiesischer Küche oder das vegane Restaurant Rosehip (siehe Restaurants). Ein toller Nachbarschaftstreffpunkt liegt gleich neben dem Museum: der Vingriau-Platz mit kleinen Lokalen und viel Kunst im öffentlichen Raum wie der Skulptur „Eels“ von Mykolos Saukas. Der Platz gefiel mir so gut, dass ich gleich mehrfach zurückgekehrt bin.

Platz vor dem Museum mit Grün, spielenden Kindern und Kunst

Einen Katzensprung entfernt steht Leonard Cohen, in Bronze gegossen vom Bildhauer Romuald Kvintos (Ligoninės g. 2). Cohens Mutter wurde in Kaunas als Tochter eines jüdischen Rabbis geboren.

Skulptur on Leonard Cohen

Fußläufig erreichst du auch die Skulpturen zweier weiterer Musikikonen: John Lennon (Mindaugo g. 27) und das sprechende Denkmal von Frank Zappa (K. Kalinausko g. 1). Was die beiden mit Vilnius zu tun haben? Zappa kommt selbst zu Wort, wenn du den QR-Code scannst. Ausgerechnet der Bildhauer Konstantinas Bagdonas, der in der Sowjetzeit für seine Lenin-Denkmäler bekannt war, wurde mit der Gestaltung der Zappa-Statue beauftragt und setzte ein Zeichen für die neue postsowjetische Ära Litauens. Das Lennon-Denkmal realisierte der Bildhauer Jonas Gencevičius. Auch hier ist die Beziehung zu Litauen an den Haaren herbeigezogen, aber immerhin waren Lennon und Yoko Ono Mitglieder der Fluxus-Bewegung, die der Latvike Jurgis Mačiūnas begründet hatte.

Neue Plätze für die Kunst und eine Cyber City für Einhörner

Kunstquartier Open Gallery

Wie kreativ die Stadt mit ihrer (sozialistischen) Vergangenheit umgeht, zeigen einige Orte, die ein bisschen außerhalb der Innenstadt liegen, aber immer noch zu Fuß erreichbar sind – Open Gallery, das ehemalige Gefängnis oder der ehemalige Palast der Eisenbahner.

Vom Mo Museum läufst du etwa 20 Minuten bis zur Open Gallery. Auf dem Gelände einer ehemaligen sowjetischen Strumpffabrik entstand ein Kunstquartier mit beachtlicher Street-Art-Sammlung. Apropos-Street Art: Es gibt sogar eine App mit Infos zu vielen Kunstwerken. Ein kreativer Ort, der sich ständig verändert. Hier ein paar Murals, die mir besonders gefielen:

„A Nest for the Birds of Thought“ 

Das Mural der litauischen Künstlerin Marija Tiurina (2019) zeigt eine fantastische Welt, in der Gedanken wie Vögel ein Nest finden – eine poetische Metapher für Kreativität, Fantasie und die Kraft von Ideen.

Mural, das ein lesendes Mädchen im Blumenfeld zeigt

Zwei Werke von Eglė Žvirblytė (Litauen/UK), deren Markenzeichen knallbunte Pop-Art-Murals sind:

  • A Fool to the Full / A Lover Like No Other
    Der Schriftzug „Hey Baby! Let’s Make All the Mistakes We Always Wanted To Make!“ feiert Kreativität, Humor und die Freiheit, Fehler zu machen.
  • Soup(rize)! entstand im Zusammenhang mit dem Vilnius Pink Soup Fest. Es spielt augenzwinkernd mit der berühmten kalten Rote-Bete-Suppe Šaltibarščiai.

„The Good Man of Freedom”

Der Berliner Künstler SOKAR UNO thematisiert den menschlichen Prozess des Erwachens und der Befreiung in einem Dialog zwischen zwei Figuren. Moral: Freiheit ist nicht nur ein Geschenk, sondern bedeutet auch Verantwortung.

Mural mit zwei Frauen

Rebel Heart #1

Der litauische Street-Art-Künstler Ernestas Zacharevič wurde durch seine Murals in Penang/Malaysia bekannt. Hier sprüht ein Junge das Wort „HARDCORAS“ (litauisch für „Hardcore“) an eine rostige Fabrikwand. Das Mural spielt mit der Ästhetik klassischer Graffiti und thematisiert Jugendkultur, Rebellion und den Wandel des ehemaligen Industrieareals.

Mural zeigt einen Jungen, der einen Satz auf ein Tor sprüht

Being yourself”

Agnė Juršytė (Litauen) zeigt ein Mädchen, das Ruhe und Selbstbewusstsein ausstrahlt. Auch ein Gegenentwurf zur rauen Industriearchitektur des Viertels.

Mural zeigt ein Mädchen, das seine Ballettschuhe bindet

Kultur im Gefängnis: Lukiškės 2.0 

Das Lukiškės-Gefängnisses wurde 1904 erbaut, als Litauen noch Teil des Russischen Reiches war, und diente 115 Jahre lang verschiedenen Herrschern als Gefängnis. 2019 wurde es endgültig geschlossen. Wo einst politische Häftlinge einsaßen, entstanden Ateliers, Konzertbühnen, Cafés und Veranstaltungsräume: die Geburt von Lukiškės 2.0. Im Sommer findet hier sogar ein Musik-Festival statt. Du kannst das Gefängnis im Rahmen einer geführten Tour besuchen, die dich durch die Gänge, Zellen und Aufenthaltsräume führt – ein Hype seit der Netflix-Serie Stranger Things, für die Lukiškės einer der Drehorte war. Dein Verbrecherfoto bekommst du nach der Führung als Souvenir.

Eingang zum Gefängnis, vor dem ein Auto und ein Musiker warten

Event Location Kablys

Auch Kablys („der Haken“) ist ein Symbol für das neue Vilnius. Der ehemalige Kulturpalast der Eisenbahner, 1958 im Stil des sozialistischen Klassizismus errichtet, ist heute ein Zentrum der Alternativkultur. Der riesige Haken an der Fassade, den der litauische Bildhauer Mindaugas Navakas schuf, steht dafür, dass Litauen seine Vergangenheit nicht verdrängt, sondern kreativ umdeutet.

Klassizistisches Gebäude mit Säulen und einem riesigen, rostigen Eisenhaken

Sitz der Einhörner von Vilnius: Cyber City

Vilnius ist eines der spannendsten Start-up-Zentren Europas. Die Cyber City umweit der Open Gallery ist ein Innovationscampus, in dem internationale Tech-Unternehmen, Co-Working-Spaces und junge Gründer zusammenkommen. In Litauen gibt es gemessen an seiner Einwohnerzahl erstaunlich viele sogenannte „Einhörner“ – Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet werden. Zwei der bekanntesten:
Vinted – Europas größte Plattform für Secondhand-Mode, 2008 in Vilnius gegründet und seit 2019 Litauens erstes Unicorn. Weiterhin Nord Security, das Unternehmen hinter NordVPN und weiteren Cybersicherheitsdiensten. Es hat wie Vinted seinen Sitz in der Cyber City und wurde 2022 zum zweiten litauischen Unicorn.

Neubauviertel mit altem Schornstein

Die Neris – immer am Fluss entlang

Die Neris zieht sich wie ein blaues Band durch Vilnius. Nur wenige Schritte vom Ufer entfernt liegen der Gediminas-Turm und die Kathedrale, aber auch Grünflächen wie der Vingis-Park. Die Uferpromenaden laden zu Spaziergängen ein, während Strände und Cafés entlang der Ufer im Sommer beliebte Treffpunkte der Vilniuser sind. Auf dem Wasser sind dann SUPs, Kajaks und Ausflugsboote unterwegs. Überspannt wird der Fluss unter anderem von der Weißen Brücke, die direkt ins moderne Geschäftsviertel führt. Ich bin quer durch Vilnius an der Neris entlang spaziert – und habe dabei immer wieder kleine Entdeckungen gemacht.

Darunter das eindrucksvolle, 27 Meter hohe Mural „Do Peremogi – Bis zum Sieg“, das im Sommer 2022 – wenige Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine – entstand. Es zeigt die ukrainische Journalistin und Freiwillige Tetiana Drobotia, die sich für Soldaten und Vertriebene einsetzt, in einer traditionellen ukrainischen Tracht. Das Wandgemälde schmückt ausgerechnet die Fassade des nie eröffneten „Moskauer Hauses“. Wo russischer Einfluss sichtbar werden sollte, erinnert das Porträt, das ein internationales Team litauischer, ukrainischer und estnischer Künstler.gestaltete, an Mut und Widerstandskraft und ist ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine.

Hochhaus mit großformatigem Mural, das eine Ukrainerin in Tracht zeigt

Museen in Vilnius

Zwei Museen habe ich in Vilnius besichtigt, die beide auf ihre Art spannend waren.

Nationalmuseum mit Castellan’s House

Das Nationalmuseum Litauens verteilt sich auf mehrere historische Gebäude in der Stadt. Das Herzstück bildet das Neue Arsenal am Fuße des Gediminas-Hügels mit archäologischen und kulturhistorischen Sammlungen. Direkt daneben eröffnete 2024 das Castellan’s House (Kastellanhaus) mit der modernsten Ausstellung des Museums. Das schlichte Renaissancegebäude aus dem frühen 17. Jahrhundert war einst Amtssitz des Kastellans, des höchsten Verwalters der Burg von Vilnius.

Die dortige Dauerausstellung „Understanding Lithuania“ ist nicht chronologisch aufgebaut, sondern gliedert die Geschichte des Landes in sechs große Themen: SchöpfungGlaubeKämpfeWendepunkteVerbindungen zur Welt und Gesichter Litauens. Statt Jahreszahlen und Herrscherdynastien stehen Menschen, Ideen und Ereignisse im Mittelpunkt, die Litauens Identität geprägt haben. Ein Ansatz, der mir ausgesprochen gut gefiel. Nach dem Besuch habe ich Litauen besser verstanden. Wichtig: Unbedingt mit Audioguide durch die Ausstellung gehen, damit Zusammenhänge verständlich werden.

Blick auf das Nationalmuseum mit dem Gediminas-Turm im Hintergrund

Museum der Okkupationen und Freiheitskämpfe

Das viel besuchte Museum der Okkupationen und Freiheitskämpfe befindet sich im ehemaligen KGB-Hauptquartier und erinnert an die russisch-sowjetische Herrschaft in Litauen. Die Ausstellung dokumentiert die Sowjetisierung des Landes, Massendeportationen, das Gulag-System und den Guerillakampf der litauischen Partisanen. Im Keller sind die ehemaligen Gefängnis- und Folterzellen erhalten geblieben. Ein Besuch, der bedrückt und vor Augen führt, dass Demokratie und Freiheit alles andere als selbstverständlich sind.

Ausflug nach Trakai

Nur rund 30 Kilometer westlich von Vilnius liegt Trakai, eines der beliebtesten Ausflugsziele. Wahrzeichen des Ortes ist die Wasserburg auf einer Insel im Galvė-See. Sie wurde Ende des 14. Jahrhunderts vollendet und war zeitweise ein bedeutendes politisches Zentrum des Großfürstentums Litauen. Nach Kriegen und Verfall wurde die Backsteinburg im 20. Jahrhundert originalgetreu restauriert und beherbergt heute ein Museum zur Geschichte Litauens.

Wasserburg Trakai mit Brücke über den See und Schilf im Vordergrund
Wasserburg Trakai in rotem Backstein, davor ein Holzpodest im Wasser, auf dem zwei Mädchen sitzen

Doch Trakai ist mehr als die Burg. Sehenswert sind auch die bunten Holzhäuser der Karäer, einer turksprachigen Volksgruppe, die Ende des 14. Jahrhunderts aus der Krim nach Litauen kam. In Restaurants und manchmal an Ständen an der Uferpromenade kannst du ihre bekannteste Spezialität probieren: die halbmondförmigen Kibinai. Trakai liegt mitten in einer idyllischen Seenlandschaft, die für die Hauptstädter Naherholungsziel ist – zum Baden, Bootfahren, Chillen.

Straße mit bunten Holzhäusern auf der eine Familie spazierengeht

Wie kommst du nach Trakai? Vom Hauptbahnhof Vilnius fahren mehrmals täglich Regionalzüge, die nur 30 Minuten unterwegs sind. Allerdings läufst du vom Bahnhof Trakai noch einmal rund 25 Minuten bis zur Burg. Alternativ nimmst du einen Bus vom Busbahnhof Vilnius (direkt neben dem Bahnhof), der etwa 40 Minuten unterwegs ist.

Reisetipps für deinen Städtetrip Vilnius

Anreise nach Vilnius Vilnius erreichst du von einigen deutschen Städten aus direkt mit dem Flugzeug. Mit Lufthansa ab Frankfurt, mit Air Baltic ab München, Hamburg und Düsseldorf, Ryanair ab Berlin, Nürnberg und Wien. Mehr Verbindungen gibt es mit Umstieg in Warschau oder Riga. Schweizer fliegen mit Swiss direkt von Zürich nach Vilnius.

Airporttransfer Der Flughafen von Vilnius ist überschaubar von der Größe und liegt erstaunlich stadtnah. Mit Bolt kostet die Fahrt in die Innenstadt zwischen 9 und 12 Euro, ein Ticket für den Expressbus zum Busbahnhof gibt es schon für 3 Euro.

Rumkommen in Vilnius Die Innenstadt kannst du problemlos zu Fuß erkunden, größere Entfernungen überbrücken Busse (30 Minuten € 1, per Kreditkarte) oder Taxis (am besten über die Bolt-App).

Ausflüge in die Umgebung In einer halben Stunden bist du mit dem Zug in Trakai, in einer Stunde in Kaunas.

Geld Litauen ist Euro-Land und kein Billigreiseziel. Die Preise liegen jedoch immer noch leicht unter mitteleuropäischem Niveau.

Kommunikation Die Amtssprache ist Litauisch, das wie Lettisch eine baltische Sprache ist, aber jeder spricht Englisch. Da Litauen zur EU gehört, gibt es außerdem keine Roaming-Gebühren bei Internetnutzung.

Essen & Trinken in Vilnius Die litauische Küche ist herzhaft und bodenständig. Kartoffeln spielen eine Hauptrolle – etwa in den berühmten Cepelinai, mit Fleisch oder Quark gefüllten Kartoffelklößen, oder Kartoffelpfannkuchen. Deftige Fleischgerichte sind beliebt, Vegetarier freuen sich über zahlreiche Pilzgerichte. Star der Küche ist Šaltibarščiai, eine kalte Rote-Bete-Suppe mit Kefir, die so gut schmeckt wie sie aussieht. Auf Speisekarten nur noch selten zu finden: Kvass, ein leicht fermentiertes Roggenbrotgetränk mit malzig-süßem Geschmack.

Reiseführer: »Vilnius/Kaunas«, Reise Know-How Verlag, € 15,95. Der einzig Städteführer zu Vilnius, brauchbar aber mit Schwächen. Die modernen Seiten der Stadt kommen zu kurz.

Weitere spannende Städteziele im Norden und Osten Europas

Noch keine Kommentare

    Kommentieren (deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)

    WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner