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Städtereisen / Rumänien

Die Perle Transsilvaniens: Reisetipps für 2 Tage in Sibiu (Hermannstadt)

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Sibiu war für mich Auftakt zu einer Reise durch drei rumänische Regionen – Transsilvanien (Siebenbürgen), die Bukovina und Budapest. Und gleich ein Volltreffer: Die Stadt eroberte mein Herz im Sturm. Hier findest du Reisetipps für 2 Tage in Sibiu – zu Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels und mehr.

Wieviel Zeit für Sibiu (Hermannstadt) einplanen?

Als Wochenendziel ist Sibiu bestens geeignet (wenn du einen Direktflug ergatterst), weil du nicht in Stress gerätst angesichts unzähliger Sehenswürdigkeiten, sondern es gemütlich angehen kannst. Langweilen wirst du dich trotzdem ganz sicher nicht. Die Altstadt ist außerdem kompakt, sodass du alles bequem zu Fuß erkunden kannst. Wenn Sibiu für dich Station auf einer Rundreise durch Transsilvanien ist, solltest du mindestes zwei volle Tage und (je nach Ankunftszeit) 2–3 Übernachtungen einplanen.

Die beste Reisezeit für Sibiu

Ich war Ende April unterwegs, weil ich Städte gern in der Nebensaison bereise. Es war so mild, dass ich beim Abendessen draußen sitzen konnte. Um diese Jahreszeit aber keine Selbstverständlichkeit. Dass ich außerdem noch Blick auf verschneite Karpatengipfel hatte, war natürlich genial. Angenehm sind sicher auch Mai/Juni und September. Laue Sommernächte sind in Sibiu bestimmt auch wunderbar, wenn die Plätze der Altstadt voller Musik sind. Aber natürlich ist es im Juli/August auch am vollsten, und die Hotelpreise klettern in die Höhe. Ein Tipp für Theaterfans: Im Juni findet das renommierte Theaterfestival von Sibiu statt.

Blick vom Turm der Stadtkirche über die Stadt bis zum schneebedeckten Karpatenbogen

Ein Häppchen Geschichte

Die Geschichte von Sibiu (Hermannstadt) begann Mitte des 12. Jahrhunderts, als die ungarischen Könige deutsche Siedler ins damalige Grenzgebiet ihres Reiches holten. Sie sollten das dünn besiedelte Land erschließen und die Grenze sichern. In den Urkunden wurden die Einwanderer als „Saxones“ bezeichnet – ein Sammelbegriff für deutschsprachige Siedler, obwohl die meisten aus dem Rhein-Mosel-Gebiet und dem heutigen Luxemburg stammten. Sie schufen eine Kulturlandschaft mit prächtigen Handelsstädten und wehrhaften Kirchenburgen. Dank seiner günstigen Lage an wichtigen Handelsrouten entwickelte sich Hermannstadt schon bald zu einem der bedeutendsten Wirtschafts- und Kulturzentren der Region.

Nacheinander gehörte Transsilvanien zum Königreich Ungarn, zum Fürstentum Siebenbürgen, zur Habsburgermonarchie, zu Österreich-Ungarn und nach dem Ersten Weltkrieg schließlich zu Rumänien. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren rund zehn Prozent der Bevölkerung Siebenbürgens deutschstämmig. Nach dem Krieg und insbesondere nach dem Ende des Kommunismus 1989 wanderten die meisten Siebenbürger Sachsen nach Deutschland aus. Heute stellen sie weniger als ein Prozent der Bevölkerung. Dennoch ist das deutsche Erbe in Sibiu durch historische Gebäude, evangelische Kirchen und deutsche Schulen im Stadtbild nach wie vor sichtbar. Und Deutsch als Bildungs- und Kultursprache ist präsent geblieben, da nicht wenige rumänische Familien ihre Kinder auf deutsche Schulen schicken.

Tipp: Unbedingt empfehlenswert zum Auftakt ist eine Stadtführung durch Sibiu*, denn von Insidern bekommst du einen Überblick und meist viel Hintergrundwissen, bevor du selbst auf Entdeckungsreise gehst.

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2 Tage in Sibiu – Sehenswürdigkeiten

Sibiu ist eine Stadt auf zwei Etagen: Ober- und Unterstadt. Die bestens restaurierte Oberstadt ist die repräsentative Bühne der Stadt – hier reiht sich rund um den Großen Ring, den Kleinen Ring und den Huet-Platz ein architektonisches Schmuckstück ans nächste. Adel und wohlhabendes Bürgertum errichteten prächtige Häuser und sicherten das Zentrum im Laufe der Jahrhunderte durch mehrere Mauerringe. Sibiu ist jedoch kein Freilichtmuseum, sondern eine quicklebendige Stadt mit tollen Restaurants und reichem Kulturleben, in dem alljährlich das Theaterfestival im Juni ein Höhepunkte ist.

Treppengassen führen von der ersten Etage in die dörflich wirkende Unterstadt, die mitten im Wandel steckt: Viele Häuser bräuchten dringend ein bisschen Liebe und eine Finanzspritze, aber inmitten von dahinbröselnden Wohnhäusern schießen Szenecafés, Gastropubs und Weinbars aus dem Boden.

#Die schönsten Aussichtspunkte

Ich klettere gern auf Türme, um Städte erstmal von oben zu betrachten. In Sibiu ist der Rathausturm zwischen Großem und Kleinem Ring wohl erste Wahl. Er war allerdings bei meinem Besuch 2026 eingerüstet und ist vermutlich lange Zeit nicht zugänglich. Die Alternative mit tollem Blick zumindest auf den Kleinen Ring ist der Turm der evangelischen Stadtpfarrkirche. An klaren Tagen blickst du sogar bis zu den Südkarpaten. Im Frühling mit Schneekuppe ein Traum!

Blick auf den Kleinen Ring und die Neustadt dahinter

#Oberstadt: Der Große Ring – Piața Mare

Das Herz von Sibiu schlägt auf der Piața Mare, dem Großen Ring. Ein riesiger Platz, der von prächtigen Bürgerhäusern eingerahmt wird, die von der einstigen Bedeutung der Stadt als Handelszentrum erzählen. Im Sommer finden hier Konzerte und andere Events statt, im Winter der Weihnachtsmarkt. Am besten erstmal ein Café suchen und das Gesamtensemble auf dich wirken lassen.

#Oberstadt: Römisch-katholische Stadtpfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit

Am Großen Ring erhebt sich die barocke Jesuitenkirche Heiligste Dreifaltigkeit auf der nordwestlichen Seite, die im 18. Jahrhundert während der Habsburger Herrschaft errichtet wurde – ein Ausrufezeichen der Gegenreformation. Die Deutschen hatten sich zum großen Teil zum Protestantismus bekannt und die Hauptkirche war evangelisch geworden. So sahen die Katholiken die neue Kirche als Bollwerk gegen den „Irrglauben“. Nicht ganz zufällig verdeckt sie den Blick auf die protestantische Stadtkirche.

Innen die typischen Merkmale der Zeit: elegante Stuckarbeiten und Fresken, die die römisch-katholische Kirche preisen. Heute ist sie zusammen mit der evangelischen und der orthodoxen Kirche ein Symbol für das friedliche Zusammenleben verschiedener Glaubensrichtungen in Siebenbürgen.

Großer Ring mit Katholischer Kirche, im Vordergrund spiegelt sich ein Haus in großer Pfütze
Innenraum der Katholischen Kirche mit Barockausstattung

#Oberstadt: Das Brukenthal-Museum

Der zweite dominierende Bau am Großen Ring ist ein Barockpalais, das heute das wichtigste Museum der Stadt ist. Samuel von Brukenthal, Reichsfreiherr und Gouverneur von Siebenbürgen, war im 18. Jahrhundert ein wichtiger Mann in Hermannstadt, der auch am Hofe Maria Theresias eine einflussreiche Position hatte. Er kam nicht nur zu Ehren, sondern auch zu Geld und trug im 18. Jahrhundert eine beeindruckende Sammlung europäischer Kunst zusammen. Weil er keine Erben hatte, ging sein Vermögen an eine Stiftung, die sich für Bildung einsetzte. Seine Kunstsammlung mit Werken flämischer, niederländischer, deutscher und österreichischer Meister ist heute in seinem einstigen Palais, heute Brukenthal-Museum, zu sehen.

Gegenüber der evangelischen Stadtkirche liegt übrigens die renommierte Brukenthal-Schule, an der auch heute noch auf Deutsch unterrichtet wird. Der Grund, warum viele junge Leute gut Deutsch sprechen.

deutsche Schule

#Oberstadt: Der Kleine Ring – Piața Mică

Piaţa Mică, den Kleinen Ring, säumen Laubengängen, unter denen die Händler ihre Waren auch bei Regen geschützt verkaufen konnten. Zum Beispiel in der Metzerpassage. Heute sind zwischen den Arkaden kleine Läden, Cafés und Restaurants eingezogen. Treppen führen ein bisschen versteckt in einige der schönsten Ecken der Unterstadt. Den besten Blick auf den Platz hast du vom Turm der Stadtpfarrkirche.

#Oberstadt: Die Lügenbrücke

Ein Ort der Legenden ist die an sich unscheinbare Brücke in einer Ecke des kleinen Rings, die Oberstadt und Unterstadt verbindet. Die Lügenbrücke war die erste gusseiserne Brücke Rumäniens, deren Einzelteile 1859 in Friedrichshütte gegossen und in Siebenbürgen zusammenmontiert wurden. Woher der Name stammt? Dazu gibt es eine ganze Reihe von Geschichten. Einige erzählen, die Brücke würde knarren oder sogar einstürzen, wenn jemand bei der Überquerung die Unwahrheit sagt. Dann hätte sie die letzten fast 170 Jahre wohl nicht überstanden – oder die Bewohner von Sibiu wären die ehrlichsten Menschen der Welt.

Eine andere Legende erzählt, dass Männer mit ihren Liebsten auf die Brücke kamen, um ihnen ewige Treue zu schwören. Weil sie es damit nicht so genau nahmen, erhielt die Brücke ihren Namen. Dass die Tradition der Liebesschwüre fortlebt, beweisen Liebeschlösser am Brückengeländer. Sehr wahrscheinlich leitet sich der Name aber ganz profan von „liegen“ ab, denn die Brücke liegt auf tragenden Backsteinwänden.

#Oberstadt: Huet-Platz

Der dritte historische Platz in der Oberstadt von Sibiu ist die Piața Huet. Sie liegt etwas erhöht, ist viel intimer als die anderen beiden Plätze und im Zentrum erhebt sich die evangelische Stadtkirche, gesäumt von bunten Bürgerhäusern ohne Schnickschnack. Ein Kuriosum an einer Ecke ist das Haus der fahrenden Gesellen, in dem Bäcker, Metzger, Zimmerleute und andere Handwerker aus ganz Europa für eine Zeit unterkommen können, während sie auf Wanderschaft sind. 

Auf dem Platz selbst findet am Freitag ein Bauernmarkt statt, am Samstag ein Kunsthandwerkermarkt. Und hinter der Kirche liegt die vielleicht stimmungsvollste Treppengasse in die Unterstadt: die Sagstiege (siehe Treppengassen).

#Oberstadt: Evangelische Stadtpfarrkirche St. Maria

Die Evangelische Kirche auf dem Huet-Platz ist das bedeutendste gotische Bauwerk der Stadt. Ihr markanter Turm (73,34 Meter) ragt über die Dächer hinweg und ist schon von weitem sichtbar. Im Inneren beeindrucken die hohen Gewölbe, wertvolle Grabplatten und die historische Orgel. Wer die Stufen des Turms erklimmt, wird mit einem herrlichen Blick über die roten Dächer Sibius belohnt. Besonders schön zeigt sich hier das Meer aus Dachaugen, für das die Stadt berühmt ist.

Tipp: Während des Sommerhalbjahrs findet samstags ein Orgelkonzert statt (Termine hängen aus). In der Regel gibt es am Freitagmittag eine Generalprobe bei freiem Eintritt.

Die Augen von Sibiu

Die prächtige Bürgerhäuser der Stadt haben „Augen“ in den Dächern, die Besucher scheinbar beobachten. Der Grund für das charakteristische Merkmal ist profan: In einer Stadt mit feuchtem Klima konnte man Schinken, Wurstwaren und Getreide nicht im Keller lagern. So wurde auf den Dachböden getrocknet. Für die nötige Frischluft sorgten die offenen Dachluken.

Die "Augen" (Dachluken) von Sibiu

#Oberstadt: Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit

Die orthodoxe Kathedrale, 1902 erbaut, steht im Kontrast zur nüchternen protestantischen Kirche und übertrifft auch die römisch-katholische Kirche an Dekor. Ein Überschwang an Gold und Farben, Fresken überall und eine prächtige Ikonostase lassen – gewollt! – an die Hagia Sophia in Istanbul erinnern. An einem Samstag durfte ich dort eine Hochzeit erleben – feierlich und bewegend.

#Oberstadt: die Stadtmauer

Von der ursprünglichen Wehranlage mit ihren 39 Türmen sind heute noch insgesamt zehn Türme und hier und da Mauerpassagen geblieben. Besonders eindrucksvoll sind die Wehrtürme entlang des dritten Mauerrings, der teilweise rekonstruiert wurde, mit Zimmermanns-, Töpfer- und Armbrusterturm.

Zwischen dem drittem und dem gut erhaltenen vierten Mauerring liegt eine Grünanlage mit dem Walk of Fame, auf dem sich Theaterleute verewigten, die am jährlichen Theaterfestival teilnahmen. Außerdem hast du von dort bei klarer Sicht einen tollen Blick auf die Karpaten.

Restaurants und Cafés in Sibius Oberstadt

Viele Völker beeinflussten die kulinarischen Traditionen Rumäniens. Die Küche in Transsilvanien verbindet rumänische und deutsche Gerichte. Fleisch steht in jeder der Regionalküchen im Mittelpunkt. Beilage ist oft ein Maisgries, der der italienischen Polenta ähnelt. Vegetarier finden keine große Auswahl, aber in Sibiu zumindest das ein oder andere fleischlose Gerichte auf den Speisekarten. Das beliebteste Dessert: Papanasi (rumänische Donuts mit Sahne und Konfitüre).

Zum Essen schmecken einheimische Weißweine aus Transsilvanien, die man dort seit sächsischer Zeit anbaut. Aber es wird auch gutes Bier gebraut, und beliebte Erfrischungen ohne Alkohol sind hausgemachte Limonaden.

  • Kulinarium: Eine gute Auswahl an deutsch-rumänischen Gerichten, darunter auch zwei vegetarische. Der Pilzeintopf mit gerösteten Paprika und Maisgries war köstlich!
Pilzgulasch mit Polenta
  • Hochmeister: Hier habe ich nicht selbst gegessen, aber die Stadtführerin lobte die moderne regionale und saisonale Küche in den höchsten Tönen.
Terrasse des Restaurants Hochmeister
  • Café Wien: Kaffeehaus und Restaurant mit österreichisch inspirierter Küche an der evangelischen Kirche. Die Qualität ist solide, und das Ambiente ist nett.
Innenraum des Café Wien
  • Lumos (Instagram, Strada Mitropoliei 1): Gute Adresse für Frühstück und Brunch in der Oberstadt.
  • Meron (Piața Mare): Rumänische Coffee-Shop-Kette mit eigener Rösterei und Bäckerei. Für mich der beste Kaffee der Reise.
Kaffee im Café Meron
  • Gelateria Nessa (Strada Cetății 22): Das beste Eis der Stadt gibt es im kleinen Eiscafé an der Stadtmauer – ein Tipp meiner Stadtführerin. Bloß nicht in die Touristenfallen entlang der Einkaufsstraße tappen!

#Durchgänge und Treppengassen

Den besonderen Charme der Stadt macht ihr mittelalterliches Gassengewirr aus. Über Treppen, Tore und verwinkelte Durchgänge gelangst du von einem Platz zum nächsten und immer wieder von der Oberstadt in die Unterstadt. Hinter jeder Ecke öffnen sich neue Perspektiven: versteckte Innenhöfe, bunte Fassaden und kleine Plätze. Am besten einfach treiben lassen.

Zwei Favoriten

  • Der Turnul Scărilor (Sagturm) am Huet-Platz ist der letzte erhalten gebliebene Zugang von der Unter- in die Oberstadt entlang der alten Wehranlage. Hier läufst du auf der Sagstiege (Fotos 1, 6, 7) in die Unterstadt, die vom Kleinen Café und einem Weinlokal gesäumt ist.
  • Vom Kleinen Ring aus nahm ich die Fingerlingsstiege, die unter dem Goldschmiedeturm (Nr. 24) beginnt, und stieg durch Treppen in Richtung Fingerlingsplatz (Piața Aurarilor) in die Unterstadt ab. Ein intimer Platz mit dem wunderbaren Café Nod (siehe Tipps).

#Die Unterstadt

Ein paar Treppenstufen bergab und du wähnst dich in einer anderen Stadt. Während die Oberstadt mit ihren prachtvollen Plätzen beeindruckt, erzählt die Unterstadt vom Alltag der Handwerker, Gerber, Händler. Kleine Häuser mit bunten Fassaden säumen schmale, verwinkelte Gassen. Einige Ecken noch recht vernachlässigt, andere schon wieder gut in Schuss. Du merkst, dass das Viertel mitten in der Gentrifizierung steckt. Vor allem bei jungen Leuten ist es gerade sehr angesagt mit seinen Hipstercafés und Weinbars.

Cafés und Bars in Sibius Unterstadt

  • NOD Prăjitoria de Cafea: selbst gerösteter Kaffee und selbst gebackene Kuchen. Das wäre mein Stammcafé, wenn ich in Sibiu leben würde.
Fingerlingsplatz mit Cafeterrasse und grünem Haus mit Dachaugen
  • Qua Si unt (Facebook, Strada Târgul Vinului 6): Nettes Frühstückscafé in der Unterstadt, nur wenige Minuten von meiner Pension entfernt. Außer mir nur Einheimische, was für die Qualität spricht.
Frühstücksgericht in einem Café
  • Wine not? Wunderbare kleine Weinbar in der Unterstadt. Auch hier sitzt du unter Einheimischen. Kalte Küche und ausgesuchte Weine.
Terrasse der Weinbar Wine not?
  • Butoiul de Aur: Bier-Pub in genialer Lage an einer Treppengasse zwischen Unter- und Oberstadt. Tadellose kleine Gericht, gutes Craft Beer, schöne Stimmung.
Lokal am Ende der Sagstiege

Je weiter du dich von der Oberstadt entfernst, desto mehr tauchst du ins einheimische Leben ein. Hier findest du einen bunten Mix aus Tante-Emma-Läden, Waschsalons und Sexshops, und irgendwann landest du auf dem Zibinsmarkt auf der Piața Cibin. Im Sommer gibt es hier sicher reichlich Auswahl an Obst und Gemüse. Im April waren hautsächlich Kohlköpfe, Zwiebeln und Gläser mit eingelegtem Gemüse im Angebot. Auf jeden Fall ein authentischer Bauernmarkt ohne Souvenirs und Schnickschnack.

Unterkünfte in Sibiu

  • Pensiunea Daniel*: meine Unterkunft in Sibiu. Einfach, aber in perfekter Lage. Die Pension liegt in der Unterstadt, aber nur drei Minuten vom Huet-Platz entfernt. Sehr nette Leute und hinreichender Komfort zu einem sensationellen Preis.
Schild mit Hinweis auf die Pension Daniel
  • Art Hotel*: für das Plus an Komfort ebenfalls ein attraktiver Preis.
  • Hotel am Ring*: auch eine prima Wahl in der gleichen Preisklasse wie das Art Hotel

Anreise nach Sibiu und Weiterreise

Die Zugfahrt ist langwierig, deshalb werden die meisten Besucher mit dem Flugzeug anreisen. Die Zeiten der Direktflüge von München nach Hermannstadt mit Lufthansa sind leider vorbei. Mein Flug mit der City Line wurde drei Tage vor Abflug storniert, und glücklicherweise ergatterte ich noch ein Ticket mit Wizz Air (unbezahlte Werbung) ab Memmingen. Wizz Air fliegt Sibiu außerdem von Nürnberg, Dortmund, Karlsruhe/Baden-Baden an. Ansonsten gibt es ab vielen deutschen Städten oder ab Wien Flüge mit mehreren Airlines nach Bukarest.

Weitergereist bin ich von Sibiu nach Sighisoara mit dem Zug. Rumänische Züge sind günstig, aber echte Bummelzüge (Sibiu–Sighisoara 21 RON, 3,5 Stunden). Ausnahme: eine Handvoll Schnellzüge mit Endstation in der Hauptstadt Bukarest.

Bahnhof von Sibiu mit den schneebedeckten Karpaten im Hintergrund

Geld in Rumänien

Rumänien gehört zwar zur EU, aber nicht zum Euroland. Währung ist der Rumänischen Leu (Plural: Lei), abgekürzt mit dem Kürzel RON. Die Umrechnung ist relativ einfach, denn 1 Euro entspricht ungefähr 5 Lei (Stand Sommer 2026). Du kannst in Sibiu meist mit Karte zahlen. Wenn du länger in Transsilvanien unterwegs bist, solltest du aber immer etwas Bargeld in der Tasche haben. Manche Restaurants in ländlichen Regionen, kleine Läden und Marktstände akzeptieren keine Kartenzahlung.

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Hallo, ich bin Elke. Schon als kleines Mädchen immer mit dem Finger auf der Landkarte unterwegs. Als Reisejournalistin, Reisebuchautorin und Reiseleiterin heute Berufsreisende. Mit viel Know-how zu Asien und Neuseeland, aber auch leidenschaftlich gern vor der Münchner Haustür – in Oberbayern oder im Allgäu – unterwegs. Am liebsten mit Wanderstiefeln oder mit dem Fahrrad. Auch wenn ich schon einiges von der Welt gesehen habe – die Entdeckerlust ist immer noch endlos. Wo ich mich aktuell herumtreibe, erfahrt ihr auf meinem Insta-Profil.

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10 Kommentare

  • Susan
    29. Juni 2026 at 16:28

    Liebe Elke,
    was für ein interessanter Beitrag! Rumänien, das ich schon als Kind bereist habe, steht schon seit einiger Zeit auf unserer Reiseliste. Siebenbürgen gehört dabei auf jeden Fall dazu. Ich habe schon viel darüber gehört, und dein Beitrag bestärkt mich darin, die Region endlich selbst zu entdecken.
    Liebe Grüsse
    Susan

    Antwort
    • Elke
      29. Juni 2026 at 17:43

      Liebe Susan,
      spannend, dass du schon als Kind Rumänien bereist hast! Vor ein paar Jahrzehnten sicher nicht so ganz einfach. Ich fand den zweiten Teil der Reise immer noch ganz schön anstrengend. Transsilvanien als Auftakt war dagegen luftig-leicht, die Region hat aber natürlich auch schon viel mehr Erfahrung im Tourismus als andere Regionen Rumäniens.
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Romy
    29. Juni 2026 at 18:42

    So schön dort, liebe Elke! Kommt auf meine Liste. Danke Dir für diese zahlreichen Tipps und schönen Fotos.

    Antwort
    • Elke
      30. Juni 2026 at 9:08

      Freut mich, dass ich dich inspirieren konnte, liebe Romy! Ist wirklich ein schönes Städtchen, und Rumänien ein spannendes Reiseziel.
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Gabriele
    30. Juni 2026 at 8:59

    Liebe Elke,
    in Hermannstadt hatte ich in meiner frühen Jugend mal einen „banaterschwäbischen“ Brieffreund. :-D. Ich wollte da immer mal hin, habe es aber leider bis heute nicht geschafft. Vielleicht kriegen wir irgendwann mal eine längere Tour durch Rumänien hin. Vor einigen Jahren haben wir immerhin auf unserer Zugfahrt von Istanbul nach Berlin zwei kurze Stopps einlegen können, in Craiova und in Temeswar, und waren schwer begeistert. Ein tolles Land mit sehr freundlichen Menschen.
    Viele Grüße, Gabi

    Antwort
    • Elke
      30. Juni 2026 at 9:13

      Liebe Gabi,
      ich hatte während des Studium eine Mitbewohnerin mit Eltern aus Siebenbürgen, die mich neugierig machten. Hat dann aber auch Jahrzehnte gedauert, bis ich endlich dort war. Temeswar hätte mich auch gereizt, aber Rumänien ist halt kein kleines Land, sodass ich mich beschränken musste. Aber eine zweite Reise ist schon angedacht.
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Gudrun
    30. Juni 2026 at 15:10

    Hach, Du erinnerst mich daran, dass noch so viele Artikel über Rumänien in meiner Schublade liegen, die geschrieben werden wollen. Mir hat Sibiu auch total gut gefallen…

    Antwort
    • Elke
      30. Juni 2026 at 15:22

      Liebe Gudrun,
      ich werde wahrscheinlich auch eine Weile brauchen, bis alles verflogt ist ;-). Ist schon ein spannendes Land!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Nadine
    30. Juni 2026 at 16:48

    Das sieht ja wirklich ganz zauberhaft aus. Ein alter Freund von mir kommt ursprünglich aus Sibiu. Er ist aber bereits als Kind nach Deutschland gekommen und hatte nie wieder das Verlangen dorthin zu reisen. Ich glaube, ich muss ihn doch nochmal interviewen. Es hat sich sicher ganz extrem verändert und ist nun doch mal eine Reise wert. Danke für die Inspiration. LG, Nadine

    Antwort
    • Elke
      30. Juni 2026 at 18:05

      Liebe Nadine,
      ich habe viele Leute unterwegs getroffen, die in Transsilvanien – vor allem in Sibiu – aufgewachsen waren. Einige, die zum ersten Mal die alte Heimat besuchten und sich verwundert die Augen rieben, und andere, die regelmäßig kamen, um Verwandte zu besuchen. Sowohl das ehemalige Hermannstadt als auch Siebenbürgen überhaupt ist ganz sicher eine Reise wert.
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort

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