Transsilvanien – der Name zergeht auf der Zunge und beschwört Bilder von Vampiren, Nebelschwaden und düsteren Burgen herauf. Kein Wunder: Der britische Autor Bram Stoker, der selbst nie in Rumänien war, ließ seinen Roman Dracula (1897) zu einem großen Teil in der Region spielen. Tatsächlich leitet sich der Name vom lateinischen „Transsylvania“ ab und bedeutet nichts anderes als „Land jenseits der Wälder“. Der deutsche Name der Region lautet Siebenbürgen. Wenn du wie ich Transsilvanien mit dem Zug bereisen möchtest, findest du hier Reisetipps für die wichtigsten Stationen – Sibiu (Hermannstadt), Sighișoara (Schäßburg) und Brașov (Kronstadt) – sowie für lohnende Ausflüge mit Bus oder Taxi zu Kirchenburgen und Schlössern.



Neugierig auf die Region war ich seit meiner Studienzeit. Das hatte wenig mit Dracula zu tun: Die Eltern meiner langjährigen Mitbewohnerin waren Siebenbürger Sachsen. Jahrzehnte später hatte ich endlich eine Transsilvanien-Reise geplant, die in letzter Minute zu platzen drohte, als Lufthansa meinen Flug von München nach Sibiu drei Tage vor der Reise stornierte. Glücklicherweise ergatterte ich noch ein Billigflieger-Ticket ab Memmingen, und es konnte losgehen.
Inhaltsverzeichnis
Die beste Reisezeit für Transsilvanien
Ich war Ende April unterwegs, weil ich gern in der Nebensaison reise. Es war an einigen Tagen so mild, dass ich beim Abendessen draußen sitzen konnte. An anderen Tagen war es kühl und regnerisch. Herrlich waren auf jeden Fall die Blicke auf die verschneiten Karpatengipfel. Allgemein gelten Mai bis September als schönste Monate für die Region, aber Schönwettergarantie hasst du in Transsilvanien nie. Und im Sommer ist es natürlich deutlich voller an den Brennpunkten. Schloss Bran war schon im April überfüllt! Einige Einheimische schwärmten von den romantischen, schneereichen Wintern. Romantik mag sein, aber es kann auch knackig kalt werden.

Transsilvanien mit dem Zug bereisen
Bahnfahrt oder Roadtrip?
Ein Roadtrip hat den großen Vorteil, dass du flexibel bist, einfach mal anhalten und Landschaft gucken oder nach Lust und Laune fotografieren kannst. Aber bei der Reiseplanung merkte ich schnell, dass ich keine Lust hatte allein stundenlang am Steuer zu sitzen. So habe ich mich auf drei Orte konzentriert, zwischen denen es Bahnverbindungen gibt und habe für Ausflüge auf Taxis zurückgegriffen und einmal einen organisierten Ausflug gebucht. Hat alles prima geklappt – wie auch schon im letzten Jahr in Finnland.

Rumänische Züge
Auf vielen Regionalstrecken ist Slow Travelling Programm. Sie sind echte Bummelzüge – für rund 90 Kilometer kann die Fahrt schon einmal 2,5 bis 3,5 Stunden dauern. Mir hat das überraschend gut gefallen. So konnte ich die Landschaft zwischen Sibiu (Hermannstadt) und Sighișoara (Schäßburg) in aller Ruhe genießen: sanfte Hügellandschaften, kleine Dörfer, Weiden mit Schafherden und – bei klarer Sicht – die schneebedeckten Gipfel der Karpaten. Der Standard der Züge selbst war deutlich besser, als ich erwartet hatte: Aller Züge waren sauber, gut gepflegt und ausreichend bequem. Nach Brașov erwischte ich sogar einen der schnelleren Züge Richtung Bukarest. Er bot durchaus mitteleuropäischen Komfort und war – im Gegensatz zur Deutschen Bahn – pünktlich.



Tickets für Züge in Rumänien buchen
Tickets kannst du online bis zu 30 Tage im Voraus über die offizielle Buchungsseite der staatlichen Bahngesellschaft CFR Călători. Sie werden wie üblich als QR-Code auf dem Smartphone gespeichert, was einen Ausdruck überflüssig macht. Aber natürlich kannst du auch am Schalter Fahrkarten kaufen.

Transsilvanien mit dem Zug: 3 Stationen und ein paar Ausflüge
1 Sibiu/Hermannstadt (3 Nächte)
Îm wunderschönen Sibiu (Hermannstadt) begann meine Reise durch Transsilvanien, und ausführlich habe ich in meinem Blogbeitrag 2 Tage in Sibiu über meine Zeit dort berichtet. Eine Stadt zum Verlieben und Treibenlassen. Mit reichlich Geschichte, aber auch mit einer quicklebendigen Gegenwart.






2 Sighisoara/Schäßburg (2 Nächte) mit Ausflug nach Biertan
Nicht weniger beeindruckend als Sibiu – aber sehr viel kleiner – ist die Altstadt von Sighișoara/Schäßburg, die seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Ein Schatzkästchen zweifellos mit verwinkelten Kopfsteinpflaster-Gassen, gesäumt von windschiefen und kunterbunten Bürgerhäusern. Eine wohlhabende Handelsstadt der Siebenbürger Sachsen.
Doch als ich am Sonntagnachmittag von der Unterstadt durch den Stundturm /Turnul cu Ceas zum Burgplatz, Piața Cetății, aufstieg, erwartete mich ein Rummelplatz. Zwei Touristenbähnchen kutschierten Besucher rund um die Altstadt, die Terrassen der Restaurants waren bis auf den letzten Platz gefüllt und vor den Wurstbuden stand man Schlange. Ein entsetzlicher Rummel – und das Ende April! Ich war froh, ein Hotelzimmer gebucht zu haben. So konnte ich abends und am frühen Morgen zurückkehren.



Wahrzeichen der Stadt ist der Stundturm, der seit dem 14. Jahrhundert den Eingang zur Oberstadt bewacht und heute ein kleines Geschichtsmuseum beherbergt. Er besitzt ein mechanisches Uhrwerk, in dem ein Figurenspiel stündlich zum Leben erwacht. Auch der Ausblick von oben muss schön sein. Dummerweise war ich immer zur falschen Zeit vor Ort.

Eindrucksvoll auch die gotische Klosterkirche nebenan, in der orientalische Knüpfteppiche überraschten. Sie kamen auf Handelwegen zwischen dem Osmanischen und dem Habsburgerreich nach Transsilvanien und schenkten in den kalten Wintern ein bisschen Wärme.
Restaurants in Sighisoara
Jede Menge Restaurants mit fast identischen Speisekarten – das können nur Touristenfallen sein! Das hat mir die Lust aufs Essengehen in Sighisoara ziemlich verdorben. Am zweiten Abend war ich dann doch ganz zufrieden bei La Scara (Strada Scării). Das Lokal liegt unterhalb des Hügels mit der Burgkirche, die Terrasse etwas erhöht mit nettem Blick. Und auf der Karte gab es ein paar vegetarische Kleinigkeiten. Aber Sighisoara ist kein Schlemmerparadies.
Als die Tagesbesucher wieder abgereist waren, kehrte gespenstische Ruhe in Sighisoara ein. Die meisten Restaurants (die sowieso zum großen Teil nach Touristenfallen aussahen) und Souvenirgeschäfte schlossen. Aber jetzt machte es Spaß, durch die Gassen mit den bunten Häusern zu schlendern und an der Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen entlang, die einst den Handwerkerzünften gehört hatten.



Und dann über die überdachte Schülertreppe mit ihren 175 Stufen, auf der Schüler trockenes Hauptes zur Schule auf dem Berg gelangten, auf den Schulberg. Ich hatte einen Blick über die Stadt erhofft, schaute aber nur ins Gestrüpp. Auch die Bergkirche neben der Schule war verschlossen. Wunder dagegen die Stimmung auf dem Friedhof, dessen Grabsteine fast alle deutsche Namen tragen.



Das Haus, das für viele Besucher vermutlich die größte Anziehungskraft hat, hätte ich fast übersehen: Es war möglicherweise Geburtsort von Vlad III. oder Vlad dem Pfähler (Wikipedia), dem historischen Vorbild für Bram Stokers Dracula. Das Haus habe ich nicht besucht, aber später am Rathaus ein Denkmal für den blutrünstigen Grafen entdeckt. So sehr es viele Rumänien hassen, ständig mit Dracula in Verbindung gebracht zu werden – der Graf ist definitiv förderlich fürs Tourismusgeschäft.

Übernachten in Sighisoara
Ich hatte mit meinem Hotel einen Volltreffer gelandet. Das Clasic Haus Sighisoara* ist ein Jugendstil-Boutique-Hotel, das du prima fußläufig vom Bahnhof erreichen kannst. Etwa genauso lang läufst du in die Altstadt. Mein Einzelzimmer war kein Palast, aber gemütlich und auch das Frühstück war gut. Sogar einen kleinen Pool gibt es im Garten.



Die Kirchenburgen von Transsilvanien/Siebenbürgen
Bei einer Reise durch Siebenbürgen begegnest du immer wieder Kirchenburgen, die wie kleine Festungen über den Dörfern thronen. Sie entstanden ab dem 13. Jahrhundert, ihre Wehrhaftigkeit erhielten die meisten jedoch erst im 15. und 16. Jahrhundert, als die Siebenbürger Sachsen ihre Siedlungen gegen Angriffe schützen mussten. Zunächst bedrohten Tataren die Region, später vor allem die Osmanen. Da die Dörfer selbst meist nicht befestigt waren, bauten die Bewohner ihre Kirchen zu Festungen aus. Mächtige Mauern, Wehrtürme, Schießscharten und oft mehrere Verteidigungsringe umgeben die Gotteshäuser. Hinter den Mauern befanden sich Vorratskammern, Brunnen, Lagerräume und teilweise sogar Wohnräume, sodass die Dorfbewohner im Ernstfall über längere Zeit Schutz finden und ausharren konnten.
Die Kirchenburgen sind sehr unterschiedlich im Stil, aber alle faszinierend. Ich habe drei auf meiner Reise besucht: Biertan (Birthälm), Prejmer (Tartlau) und Hărman (Honigberg). Für Biertan ist Sighisoara der beste Ausgangspunkt, für die anderen beiden Brasov.

Kirchenburg Biertan
Die prächtigste der Kirchenburgen, die ich besuchte, war eindeutig Biertan, die seit 1993 zum UNESCO-Welterbe zählt. Ein spannendes Detail: das Ehegefängnis. Zerstrittene Eheleute wurden in einen Raum gesperrt, bis sie sich wieder vertragen hatten. Wäre das heute doch auch so einfach!






Kirchenburg Prejmer
Prejmer/Tartlau (UNESCO-Welterbe) wurde im 13. Jahrhundert vom deutschen Orden gegründet und bot 1600 Dorfbewohnern Schutz. Besonders beeindruckten mich die Genau wie bei vielen der anderen Kirchenburgen wurde auch hier die Wehranlage mit Wohn- und Nutzräumen ausgebaut. Über 270 dieser Zellen zieren das innere der Ringmauer.Lagerräume in mehreren Etagen und die Wehrgänge, wo die Männer Wache hielten. Frauen und Kinder suchten derweil Schutz in der Kirche.






Kirchenburg Hărman
Die Kirchenburg von Hărman (Honigberg) liegt nur 5 Kilometer von Prejmer entfernt. Sie gehört nicht zum Welterbe und ist deutlich stärker als die anderen beiden Burgen vom Verfall gekennzeichnet. Ausnahme ist die Kirche, die von der kleinen deutschsprachigen Gemeinde nach wie vor als Gemeindekirche genutzt wird. Ein besonderes Detail außerdem: die Kapelle in einem der Wehrtürme mit 500 Jahre alten Fresken. Du kannst auch den Kirchturm besteigen (sehr abenteuerlich!), aber der Blick von oben war recht enttäuschend.






Wie erreiche ich die Kirchenburgen?
Der so genannte UNESCO Bus verkehrt mit zwei Linien an bestimmten Wochentagen zwischen den Welterbestätte in Transsilvanien. Du kannst also die Strecke von Sibiu nach Sighisoara beispielsweise inklusive attraktiver Stopps buchen. Eine Alternative zum Zug, aber aber prima für kurze Strecken.
- Blaue Linie*: Sibiu–Valea Viilor–Mediaș–Mosnar–Alma Vii–Richis–Biertan–Sighișoara
- Rote Linie*: Brasov–Feldioara–Rupea–Viscri–Criț–Saschiz–Sighisoara
An der Blauen Linie liegt Biertan, an der Roten Linie die Kirchenburg Viscri. Ich war leider am falschen Wochentag vor Ort, sodass ich ein (teures) Taxi nach Biertan nehmen musste. Prejmer (Tartlau) und Hărman liegen nicht sehr weit von Brasov entfernt. Die Ausflüge haben sich auf jeden Fall gelohnt!
3 Brasov/Kronstadt (3 Nächte) mit Ausflügen nach Bran und Peles
Am Fuße der Karpaten liegt Brașov mit viel mittelalterlichem Flair. Bereits im frühen 13. Jahrhundert gründeten Ritter des Deutschen Ordens die Stadt unter dem Namen Corona. Als Kronstadt entwickelte sie sich zur südöstlichsten deutschen Stadt Siebenbürgens und war über Jahrhunderte neben Sibiu eines der wichtigsten wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Zentren der Siebenbürger Sachsen.
Im Zentrum liegt das repräsentative ehemalige Rathaus und der Platz ringsum ist das Herz der Stadt. Ein bisschen versetzt das wichtigste Bauwerk der Stadt: die Schwarze Kirche. Im 16. Jahrhundert wirkte hier der Humanist und Reformator Johannes Honterus, der vor der Kirche auf dem Sockel steht. Er führte die Reformation in Kronstadt ein, und seitdem ist die Schwarze Kirche evangelisch. Was mich im Innenraum besonders beeindruckte war die außergewöhnliche Sammlung osmanischer Teppiche aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, die zu den bedeutendsten Europas zählt.
Die Schwarze Kirche gilt als größte gotische Kirche zwischen Wien und Istanbul. Angeblich geht der Name auf Brandspuren des verheerenden Stadtbrands von 1689 zurück. Inzwischen setzt sich aber eine andere Erklärung durch: Die dunkle Färbung geht wohl überwiegend auf Industrieverschmutzung des 19. Jahrhunderts zurückgeht.


Brasovs Aussichtspunkte
Wenn du Brașov von oben erleben möchtest, hast du zwei Möglichkeiten. Hoch über der Altstadt erhebt sich der 960 Meter hohe Tâmpa, der Hausberg der Stadt. Das klingt zunächst nach einer schweißtreibenden Wanderung, doch da Brașov selbst bereits auf rund 600 Metern liegt, sind nur etwa 360 Höhenmeter zu überwinden. Für den Aufstieg solltest du rund 45 bis 60 Minuten einplanen. Es schwebt aber auch eine Seilbahn auf den Gipfel.
Ich habe mich für die einfachste Lösung entschieden, einen sSpaziergang zum Weißen Turm. Er gehört zusammen mit dem Schwarzen Turm zu den wenigen erhaltenen Teilen der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Von der Terrasse vor dem Turm hast du einen tollen Blick auf die Altstadt und die Schwarze Kirche – nicht ganz so spektakulär wie vom Tâmpa vermutlich, aber ich war zufrieden.




Übernachten in Brasov
Vila Alba Brasov* ist eine supergute Wahl mit gemütlichen Zimmern mit Terrasse und Ausblick. Zentrumsnah und trotzdem ruhig. Und du kannst sogar Fahrräder ausleihen.





Schlössertour: Bran und Peles
Brașov ist der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in die Karpaten – zum Wandern oder auf Schlössertour. Schloss Bran vermarktet sich seit Jahren erfolgreich als Dracula-Schloss. Aber: Weder erwähnte Bram Stoker das Schloss in seinem Roman, noch gibt es gesicherte Belege dafür, dass Vlad Țepeș, das historische Vorbild für Dracula, jemals hier lebte. Die Verbindung entstand erst im 20. Jahrhundert und erwies sich als genialer Marketingschachzug.

Ich habe beide Schlösser im Rahmen eines organisierten Ausflugs (siehe unten) besucht, den ich absolut empfehlen kann. Nur das Wetter war bescheiden, die Karpaten so nebelverhangen und mystisch, wie es Dracula gefallen hätten.
Ausflug nach Bran und Peles buchen*

Schloss Bran
Bran wollte zunächst gar nicht besichtigen, schon der Weg durch die Stände mit „Dracularia“ reichte mir. Der Guide überredete mich schließlich doch ein Ticket zu kaufen. Und ich habe es nicht bereut. Das hatte aber gar nichts mit Dracula zu tun.




Die Dracula-Ausstellung ist einfach nur schlecht, aber die eigentliche Geschichte von Schloss Bran ist spannend. Die Burg wurde Ende des 14. Jahrhunderts von den Siebenbürger Sachsen errichtet, um den Pass zwischen Siebenbürgen und der Walachei zu sichern. 1920 wurde sie an Königin Marie von Rumänien – Enkelin von Königin Victoria und des russischen Zaren Alexander II. – verschenkt, und die beliebte Monarchin ließt das alte Gemäuer in eine schicke Sommerresidenz verwandeln. Viele der heute ausgestellten Möbel und Kunstwerke gehen auf Sie zurück. Bei einem Rundgang durch das Schloss begegnen dir also die rumänischen Royals – vor allem die Damen, denn nach dem Tod von Marie erbte ihre Tochter, Prinzessin Ileana, das Schloss. Ebenfalls eine interessante Frau.
Nach der Machtübernahme der Kommunisten musste die Königsfamilie Rumänien verlassen, und das Schloss wurde verstaatlicht. Erst nach 1989 und einem langen Rechtsstreit ging es an die Nachkommen von Ileana zurück, die es in ein Museum verwandelten.

Schloss Peles
Wenn du nur Zeit für eines der Schlösser hast – unbedingt Schloss Peleș wählen. Die prachtvolle Sommerresidenz der rumänischen Königsfamilie gilt zu Recht als eines der schönsten Schlösser Europas. Erbaut wurde es 1873–1914 im Auftrag von König Carol I., dem ersten König Rumäniens, der dem deutschen Haus Hohenzollern-Sigmaringen entstammte. Auch seine Nachfolger nutzten Peleș als Sommerschloss, bis die Monarchie 1947 abgeschafft wurde.

Schon von außen wirkt das Schloss mit seinen Türmen, Erkern und Fachwerkelementen wie ein Märchenschloss. Im Inneren dann eine Schatzkammer der europäischen Handwerkskunst. Unzählige Räume sind im Stil verschiedener Epochen und Kulturräume gestaltet – von italienischen und französischen Salons bis zu einem maurischen Empfangssaal. Edelhölzer, Marmor, Murano-Glas, Wandteppiche, Intarsienarbeiten – alles vom Feinsten.




In punkto Technik war man auf dem neuesten Stand – was mich an die Königschlösser von Ludwig II. in Bayern erinnerte. Peles hatte eine eigene Stromversorgung mit Wasserkraft, elektrisches Licht, Zentralheizung, fließendes Warm- und Kaltwasser, eine zentrale Staubsauganlage sowie einen Aufzug. Und natürlich WCs mit Wasserspülung. Sogar das Glasdach über dem Innenhof ließ sich elektrisch öffnen – für die damalige Zeit eine technische Sensation.
Ganz wichtig: Das Ticket rechtzeitig über die Website von Schloss Peles buchen! Selbst in der Nebensaison drängen sich die Besucher.
Bärentouren
In den ausgedehnten Wäldern der Karpaten leben bis heute Braunbären, Wölfe und Luchse. Rund um Brașov werden geführte Bärenbeobachtungen angeboten, bei denen du die Tiere mit etwas Glück aus sicherer Entfernung an speziell eingerichteten Beobachtungshütten erleben kannst. Hatte ich mir überlegt, habe ich aber dagegen entschieden.
Anreise nach Rumänien
Ich bin von Memmingen mit dem Billigflieger WizzAir (unbezahlte Werbung) direkt nach Sibiu geflogen. Das geht auch ab Nürnberg, Dortmund, Karlsruhe/Baden-Baden. Dieselbe Airline fliegt auch von Memmingen, Nürnberg und Dortmund nach Brasov, was eine gute Alternative ist, wenn du die Reise gegen den Uhrzeigersinn machen möchtest. Falls die Flugtage der Regionalflughäfen nicht passen, ist der Flug nach Bukarest (Sibiu und Brașov sind von dort per Bahn in circa 2,5 bis 3,5 Stunden erreichbar) die Lösung. Das kostet Zeit, aber du kannst aus der Not eine Tugend machen, und ein paar Tage in der rumänischen Hauptstadt verbringen.
Geld in Rumänien
Rumänien gehört zwar zur EU, ist aber nicht Euroland. Die Währung ist der Rumänischen Leu (Plural Lei). Abgekürzt oft mit dem Kürzel RON. Die Umrechnung ist relativ einfach, denn 1 Euro entspricht ungefähr 5 Lei (Stand Sommer 2026). Du kannst sehr oft mit Karte zahlen, aber manche Restaurants, kleine Läden und Marktstände akzeptieren nur Bargeld.

Hallo, ich bin Elke. Schon als kleines Mädchen immer mit dem Finger auf der Landkarte unterwegs. Als Reisejournalistin, Reisebuchautorin und Reiseleiterin heute Berufsreisende. Mit viel Know-how zu Asien und Neuseeland, aber auch leidenschaftlich gern vor der Münchner Haustür – in Oberbayern oder im Allgäu – unterwegs. Am liebsten mit Wanderstiefeln oder mit dem Fahrrad. Auch wenn ich schon einiges von der Welt gesehen habe – die Entdeckerlust ist immer noch endlos. Wo ich mich aktuell herumtreibe, erfahrt ihr auf meinem Insta-Profil.
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