Guernsey und ich – Liebe auf den ersten Blick. Die Landschaften erinnerten mich an Cornwall – eine meiner Herzenslandschaften – , aber für besondere Würze sorgen auf den Kanalinseln ein kräftiger Schuss Frankreich und eine große Prise Eigensinn. Der kleine Archipel der Kanalinseln, zu denen Guernsey gehört, genießt tatsächlich eine verrückte Sonderstellung. Man gehört nicht zum Vereinigten Königreich, King Charles III. ist dennoch Staatsoberhaupt – aber als Herzog der Normandie. Man spricht Englisch, aber die Straßennamen sind französisch – englisch ausgesprochen. Hier zeige ich dir die schönsten Orte auf der Kanalinsel Guernsey und habe Reisetipps für Guernsey zusammengestellt – zum Radeln, Wandern, Essen und Übernachten.



Vor der Reise nach Guernsey
Wo liegt Guernsey überhaupt?
Die zweitgrößte der Kanalinseln liegt im Ärmelkanal, 43 Kilometer von Frankreich und 113 Kilometer von der englischen Küste entfernt.
Wieviel Zeit für Guernsey einplanen?
Die Kanalinseln sind ideal zum Insel-Hopping. Guernsey ist klein – die Fläche der Hauptinsel beträgt ganze 65 km², sie ist nur 10 Kilometer lang und 5 Kilometer breit. Für einen ersten Eindruck von Guernsey reichen drei Tage – wenn du Bade- und Bummeltage einplanst, ist eine Woche perfekt. Dann sind auch Tagesausflüge zu den kleinen Nachbarn Sark und Herm drin, die zur Vogtei Guernsey gehören. Jersey als Tagesausflug einzuplanen, ist dagegen keine gute Idee. Auf der größten Kanalinsel solltest du mehrere Tage verbringen.
Filmtipp: Deine Juliet (Originaltitel The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society) aus dem Jahr 2018 ist eine romantische Einstimmung auf Guernsey.
Die beste Reisezeit für Guernsey
Ich war Anfang Mai auf Guernsey bei durchwachsenem Wetter – Seeklima halt. Es gibt keine Garantie, dass du im Juli mehr Sonnenschein hast, ganz sicher ist es im Hochsommer deutlich voller, und die Hotelpreise gehen steil nach oben. Deshalb ein Plädoyer für die Nebensaison. Zum Baden allerdings kommst du tatsächlich besser im Sommer.
Übernachten auf Guernsey
Ich habe im frisch renovierten The Duke Hotel* gewohnt, das am Rande von St. Peter Port liegt. Es liegt wunderbar ruhig, und trotzdem bist du zu Fuß in 10 Minuten am Hafen. Das Zimmer sind britisch gemütlich und sehr komfortabel, das Frühstück ist vom Feinsten und der Service supernett. Für warme Tage gibt es sogar einen kleinen Pool. Dicke Empfehlung!



Wenn es etwas ländlicher und lässiger sein soll, ist Le Pommier* in Castel eine gute Wahl. Mit Garten und großem Pool. Oder Fleur du Jardin* in King’s Mills.
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Die Inselhauptstadt St. Peter Port
Die kleine Inselhauptstadt St. Peter Port zählen viele zu den schönsten Hafenstädten der Britischen Inseln, ganz sicher ist es der hübscheste Ort der Kanalinseln. Bunte Häuser klettern wie die Stufen eines Amphitheaters hangaufwärts, kopfsteingepflasterte Gassen schlängeln sich vorbei an Shops und Cafés bis zum Hafen.

Eine Ruheoase im Herz des Ortes: die Candie Gardens, seit 1869 ein Garten fürs Volk. Herrlich sind im Frühjahr Rhododendren, Kamelien und Magnolien, im Sommer die bunten Blumenrabatten. Rund ums Jahr lohnt ein Blick in einige der ältesten Glashäuser aus viktorianischer Zeit.

Bühne des Insellebens: Der Hafen
Im Hafen der kleinen Inselhauptstadt ist immer Betrieb. Fischerboote, Segelyachten, Fähren und die Ausflugsboote zu den Nachbarinseln schaukeln im Wasser, während sich an der Promenade Cafés und Restaurants aneinanderreihen. In vergleichbaren Hafenstädten würden Fischer und Menschen, die irgendwie im Tourismus tätig sind, das Bild bestimmen. In St. Peter Port begegnen dir erstaunlich viele Locals im Business-Anzug oder Kostüm. Nur auf den ersten Blick befremdlich, denn die Finanzwirtschaft ist der Hauptwirtschaftszweig der Insel, nicht der Tourismus.
Wie ein steinerner Wächter erhebt sich Castle Cornet am Eingang des Hafens von St. Peter Port. Seit mehr als 800 Jahren trotzt die mächtige Festung Wind und Wellen und sicherte einst den Zugang zur Inselhauptstadt. Heute liegen in ihren Mauern mehrere Museen und Gärten. Ein Erlebnis ist der tägliche Mittagskanonenschuss, der seit Jahrhunderten pünktlich um 12 Uhr abgefeuert wird. Vom Burggelände hast du außerdem einen tollen Blick über den Hafen bis zur Altstadt von St. Peter Port.
Castle Coronet: Website; Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr. Um 10.30 Uhr täglich finden Führungen statt, die im Eintrittspreis inklusive sind.


Die Party des Jahres: Liberation Day auf Guernsey
„And our dear Channel Islands are also to be freed today.“ (Winston Churchill)
Ein Zitat, das dir auch heute noch auf den Kanalinseln immer wieder begegnet. Es sind die Worte des britischen Premiers Winston Churchill aus seiner Radioansprache am 8. Mai 1945. Ein emotionaler Moment für die Menschen auf Guernsey, die nun wussten, dass die deutsche Besatzung nach fünf Jahren endlich zu Ende ging. 1940 hatte die deutsche Wehrmacht Guernsey besetzt, weil Hitler die Kanalinseln für strategisch wichtig hielt. Während der Besatzung lebten doppelt so viele deutsche Soldaten wie Guernseyaner auf der Insel. Noch heute erinnern zahlreiche Bunker an die Zeit.
Ich landete ausgerechnet am 9. Mai auf Guernsey, als die ganze Insel den Liberation Day feierte. Ein Ereignis, das bis heute tief im kollektiven Gedächtnis verankert ist. Nach einem offiziellen Teil verwandelte sich die Hafenpromenade in St Peter Port in ein fröhliches Volksfest mit historischen Militärfahrzeugen, Musik, Food Stalls und Fahrgeschäften. Überall flatterten der Union Jacks und die rot-weiße Flagge der Kanalinseln, viele Einheimische trugen Fourties-Style und die Stimmung war ausgelassen – bis die Party mit einem Feuerwerk im Hafen endete.








Tipp für Geschichtsinteressierte: Das German Occupation Museum liegt und der Nähe des Flughafens. Ich habe es während der Wartezeit auf meinen Flug nach London besucht. Das Privatmuseum eines akribischen Sammlers beeindruckt allein durch die Vielfalt der Exponate aus der Besatzungszeit. Höhepunkt der Ausstellung ist die Occupation Street, die die Hauptgeschäftsstraße von St Peter Port in den Jahren der Fremdherrschaft nachstellt.




German Occupation Museum: Les Houards Forest, Website; Öffnungszeiten: täglich 10–13 Uhr
Restaurants in St. Peter Port
- Fukku: 16-18, Smith Street; Website. Ein lässiger Japaner im Izakaya-Stil mit Michelin-Empfehlung.
- No 57: 57, North Esplanade; Website. Mediterrane Küche mit tollen Fischgerichten.
- Crepe Maison: 7, Le Pollet; Website. Très Français: Backwaren, Crêpes, Galettes, Quiches, Käse und mehr.
- Dhaka: 56, Lower Pollet, Website. Farbenfrohes Lokal mit köstlicher Küche aus Bangla Desh
- Fermain Beach Café, Fermain Bay, Facebook. Beliebtes Strandcafé an der Fermain Bay, 45 Minuten zu Fuß von St Peter Port
The Bathing Pools
Seit 150 Jahren laden die Schwimmbecken im Ortsteil La Vallette von St. Peter Port zum Baden ein. Ein paar Mutige waren Anfang Mai im Wasser und die Rettungsschwimmer probten – im Neoprenanzug. Dafür war das angegliederte Café – ein Non-Profit-Projekt, das zur Finanzierung des Schwimmbad beiträgt – bis auf den letzten Platz gefüllt. Kein Wunder bei dem tollen Blick auf Cornet Castel und die Fähren aus Frankreich und Jersey. Eine Rentnerclique, Mütter mit Kleinkindern, ein paar Freiberufler saßen beim Frühstück. Würde ich auf Guernsey leben, wäre ich sicher auch Stammgast. Besser als in den Bathing Pools kann ein Tag auf Guernsey kaum beginnen.
The Bathing Pools: La Vallette, St Peter Port; Website; Öffnungszeiten: täglich 7–16 Uhr, Eintritt frei

Hauteville House und Victor Hugo auf Guernsey
„Die Kanalinseln sind ein Stück Frankreich, das ins Meer gefallen ist und von England aufgesammelt wurde.“ (Victor Hugo)
Der französische Schriftsteller sitzt – in Bronze gegossen – auf einer Bank am Hafen von St. Peter Port und steht mit windgeblähtem Mantel auf einem Denkmal in den Candie Gardens. Von dort oben blickt er auf die französische Küste – sehnsuchtsvoll wahrscheinlich, denn freiwillig war er nicht auf den Kanalinseln. Napoleon hatte den Freigeist des Landes verwiesen.


Näher kommst du Victor Hugo in seinem Exildomizil, dem Hauteville House am Rande von St. Peter Port – vorausgesetzt, du hast dir rechtzeitig ein Ticket für eine der Führungen gesichert. Für viele Franzosen ist das Haus bis heute ein regelrechter Wallfahrtsort. Bevor die Führung beginnt, unbedingt durch den herrlichen Garten spazieren oder einen der Romane schnappen, die auf Tischen ausliegen – leider nur auf Französisch – und ein bisschen schmökern.



Das Haus, in dem der Autor mit Frau und Kindern lebte, kaufte er 1856 auf Pump. Die opulenten Räume erinnerten mich eher an eine Theaterkulisse als an das Wohnhaus einer Familie. Hugo betätigte sich selbst als Innenarchitekt und gestaltete jeden Raum bis ins Detail.
Am besten gefiel mir das oberste Stockwerk mit seinem gläsernen Aufbau, den Hugo „Kristallpalast“ nannte. Vom Balkon davor konnte er bei klarer Sicht bis zur französischen Küste blicken. Hier oben vollendete er seinen berühmtesten Roman: Les Misérables, der mehrfach verfilmt wurde und sogar als Stoff für das gleichnamige Musical diente. Hugo schrieb auf Guernsey außerdem Les Travailleurs de la mer – ein Roman, der auf der Insel spielt und vom Leben der Küstenfischer erzählt. Als Bestsellerautor konnte Hugo bald seine Schulden begleichen und das Leben während der fast 15 Jahre hier ohne finanzielle Sorgen genießen.
Hauteville House: 38 Hauteville, St Peter Port; Website und Online-Tickets; Öffnungszeiten: Mai bis September Do–Di (Mi geschlossen) 10–16 Uhr, nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen.




Inselrundfahrt mit dem Fahrrad
Nachdem ich St Peter Port und Umgebung ausführlich erkundet hatte, war ich einen Tag lang mit dem Fahrrad im Süden und Westen der Insel unterwegs. Das reine Vergnügen auf verkehrsberuhigten Straßen, den so genannten Ruettes Tranquilles, durch Dörfer mit Natursteinhäusern und an der Küste entlang. Warnung: Flach ist es nicht, wenn du Abstecher in Buchten einplanst, weshalb sich ein E-Bike lohnt.




Renoirs Sehnsuchtsort: Moulin Huet Bay
Anders als Victor Hugo kam sein Landsmann, der Impressionist Pierre-Auguste Renoir, freiwillig nach Guernsey. Im Spätsommer 1883 mietete er sich in einem Cottage aus Naturstein in der Moulin Huet Bay an der Südküste ein. Insgesamt verbrachte er gut fünf Wochen auf der Insel und ließ sich von der Landschaft zu 15 Gemälden inspirieren. Das Cottage gibt es noch und ist heute beliebt als Ferienhaus.

Der kurze Renoir Walk führt rund um die Moulin Huet Bay, und unterwegs markieren fünf leere Bilderrahmen die Standorte, an denen der Maler seine Staffelei aufstellte. Durch die Rahmen betrachtet, wirkt die Bucht noch heute fast wie ein Gemälde – mit granitgrauen Felsen und türkis schimmerndem Wasser.



Mit dem Fahrrad ging es bergab zur Küste (unter später wieder steil bergauf!), das letzte Stück zu Fuß. Fast hätte die Bequemlichkeit gesiegt, aber ich war heilfroh, dass ich mich überwunden hatte: Moulin Huet Bay wurde mein Lieblingsplatz auf Guernsey. Das lag an Renoir und der herrlichen Küste, aber auch an dem traumhaften Renoir Tea Garden: Der Cream Tea mit Meerblick bleibt unvergesslich.
Renoir Tea Garden: Rue du Moulin; Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–17 Uhr, Sa/So 9–18 Uhr


Herrensitz mit Geschichte: Saumarez Manor
Ich hatte das unverschämte Glück, dass mich Peter de Sausmarez – der Seigneur (Lehnsherr) des Anwesens – persönlich durch das Haus seiner Familie führte. Seit rund 800 Jahren lebt Familie de Sausmarez in dem Herrenhaus, das zwischen dem 13. Jahrhundert und dem 18. Jahrhundert entstand, und von einem stattlichen Garten umgeben ist.

Peter, längst sehr betragt, öffnet das Familienanwesen bis heute täglich für Besucher. Als wir im Esszimmer stehen meint er: „Viele Besucher haben wir heutzutage nicht mehr, der letzte war vor zwei Jahr King Charles.“ Ich war beeindruckt.



Dann zeigt er mir seinen größten Stolz, den etwas verwilderten subtropischen Garten mit Bananenstauden, Baumfarnen und Kamelien – Pflanzen, die dank des milden Inselklimas prächtig gedeihen. Im grünen Dschungel versteckt sich außerdem eine beachtliche Skulpturensammlung mit Werken von Künstlern aus aller Welt.


In einer Werkstatt auf dem Grundstück arbeitet Trevor Rogers-Davis, der letzte Kupferschmied Guernseys – und nach eigenen Angaben der letzte weltweit, der die traditionellen Guernsey-Milchkannen noch von Hand fertigt. Die bauchigen Kupferkannen gehören zum kulturellen Erbe der Insel, denn darin transportierte man einst die Guernsey-Milch. Jede einzelne Kanne entsteht noch heute in aufwendiger Handarbeit.


Slow Fashion: Guernsey Jumper bei Le Tricoteuer
Fischer trugen ursprünglich die robusten Pullover, deren Wolle durch das Wollfett Lanolin Schmutz und Wasser besonders gut abweist. Heute sind die Guernsey Jumper Kult und jeder Insulaner hat mindestens einen im Schrank. An der Rocquaine Bay kannst du bei Le Tricoteur „Guernseys“ kaufen, aber auch zuschauen, wie sie gefertigt werden. Ich wurde sehr nett empfangen und durch die kleine Manufaktur mit 15 Mitarbeitern geführt, die 1964 gegründet wurde und bis heute in guten Händen ist. Vorder- und Hinterteil sowie die Ärmel entstehen an der Strickmaschine, für den Feinschliff sorgen 30 einheimische Frauen in Heimarbeit. Für mich demonstriere Gina, eine der treuen Mitarbeiterinnen, wie die Frauen bei jedem Pullover Hand anlegen.



Ein Pullover wäre mir zu schwer und zu teuer gewesen, ein Souvenir wollte ich jedoch unbedingt mitnehmen. Und ich wurde fündig: Meine Wärmflasche daheim trägt jetzt einen Strickmantel aus Guernsey.

Le Tricoteur: Route de Rocquaine, St Pierre du Bois; Website; Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–16 Uhr, Sa 10–15 Uhr
Tasse und Untertasse: Fort Grey
Das Fort ist ein Wehrturm, der auf einer kleinen Gezeiteninsel errichtet wurde, um die Rocquaine Bay zu schützen. Über einen erhöhten Damm ist er mit dem Festland verbunden und wird liebevoll von den einheimischen Cup and Saucer („Tasse und Untertasse“) genannt. Nachvollziehbar. Heute ist im Turm ein Museum für Schiffswracks untergebracht. Es lohnt sich, noch ein bisschen weiter zu strampeln, denn ganz in der Nähe liegt eine tolle Badebucht: Portelet Bay mit einem supernetten Kiosk.

Portelet Beach Kiosk: Portelett Bay, Öffnungszeiten: im Sommerhalbjahr täglich 9–18 Uhr. Bekannt für Crab Sandwiches und selbst gebackene Kuchen.

Eine der kleinsten Kirchen der Welt: Little Chapel
Mitten im grünen Inselinneren, in der Gemeinde St. Andrew, liegt die vielleicht ungewöhnlichste Sehenswürdigkeiten Guernseys: die Little Chapel, die von außen wie ein Puppenhaus wirkt. Ihr Schöpfer, der französische Mönch Déodat, baute sie 1914 als Miniaturausgabe der Grotte von Lourdes. Die heutige Kapelle ist bereits der dritte Anlauf – und jeder Zentimeter ist mit Muscheln, Kieseln und Porzellanscherben verziert. Mit Platz für nur wenige Besucher gehört die Little Chapel zu den kleinsten geweihten Kapellen der Welt.
Little Chapel: Bouillon Road, Les Vauxbelets, Saint Andrew; Öffnungszeiten: täglich 9–18 Uhr, Spenden erwünscht





Küstenwanderungen auf Guernsey
Die Farbenpracht der Insel zeigt sich vor allem an der Südküste, dem schönsten Wanderrevier Guernseys. Hier ragen Klippen bis zu 90 Meter oft fast senkrecht aus dem Meer, darunter klatscht die Brandung an die Felsen. Schmale Klippenpfade führen über 56 Kilometer entlang der Küste, winden sich um Felsen, schlängeln sich durch blütengesäumte Wege und öffnen völlig unvermutet den Blick auf das leuchtend türkisfarbene Meer und Sandstrände, die oft nur bei Ebbe freigegeben werden.

Sicher ist: Es geht treppab, treppauf, unermüdlich. Ich bin an einem wettermäßig bescheidenen Tag mit Nieselregen von Saints Bay Harbour in rund einer Stunde nach Petit Bot gelaufen. Bei mehr Zeit und besserem Wetter kannst du natürlich längere Strecken planen.

Wenn du von A nach B läufst, solltest du zunächst den Busfahrplan checken. Alternativ holen dich Taxis (1st Call Taxis, Guernsey Taxi App oder +44 (0)7911 727970) am Ziel ab. Und irgendwann wartet immer ein Tea Room, wie hier der Petit Bot Tea Room, mit Erfrischungen. Oft gibt es am Ziel sogar einen Strand.
Tipp: Weitere Wanderrouten findet du auf der Seite von Visit Guernsey.

Reisetipps für die Kanalinsel Guernsey
Anreise nach Guernsey Von Deutschland aus bin ich mit British Airways nach London Heathrow geflogen und von dort weiter nach Guernsey. Alternativ pendelt die Insel-Airline Aurigny zwischen London und den Kanalinseln. In den Sommermonaten werden vereinzelt Direktflüge aus Deutschland angeboten, meist als Charterverbindungen. Wenn du aufs Flugzeug verzichten möchtest, kannst du mit dem TGV nach Saint-Malo in der Bretagne reisen. Von dort verkehren Fähren nach Guernsey, die etwa zwei Stunden für die Überfahrt benötigen.

Airporttransfer
Der Flughafen von Guernsey ist winzig und nur sechs Kilometer von St Peter Port entfernt. Zwei Buslinien verbinden den Airport regelmäßig in rund 20 Minuten mit der Inselhauptstadt. Noch bequemer geht es mit dem Taxi.
Rumkommen auf Guernsey
In St. Peter Port sind die meisten Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Geschäfte bequem zu Fuß erreichbar. Die übrigen Inselorte sind durch ein engmaschiges Busnetz verbunden. Taxis kannst du bequem per App (Guernsey Taxi App) bestellen oder telefonisch: +44 (0)7911 727970 bei 1st Call Taxis. Ein Mietwagen sind zwar komfortabel, aber nicht notwendig. Am schönsten lässt sich Guernsey sowieso mit dem Fahrrad entdecken – am besten mit dem E-Bike (Verleihstation), denn die Anstiege sind knackig.
Ausflüge auf die Nachbarinseln
Regelmäßig verkehren Fähren zu den kleinen Nachbarinseln Herm und Sark sowie nach Jersey. Perfekt fürs Insel-Hopping. Jersey erreichst du außerdem mit der Insel-Airline. Ein Flug (15 Minuten) macht nur Sinn, wenn die Fähre ausgebucht ist – was vorkommt.
Womit zahlt man auf Guernsey?
Auf Guernsey zahlt man mit dem Guernsey-Pfund, das 1:1 ans britische Pfund gebunden ist. Britische Banknoten werden akzeptiert, Banknoten von den Inseln aber nicht im Königreich. Ich habe alles mit der Karte gezahlt.
Was spricht man auf Guernsey?
Amtssprache ist Englisch. Das traditionelle Insel-Patois, Guernesiais oder Guernsey French, ist eine eigenständige Variante der altnormannischen Sprache. Es wird heute nur noch von wenigen Menschen gesprochen, erlebt aber durch Sprachkurse an Schulen und in Kindergärten gerade eine kleine Renaissance. Da Guernsey nicht zur EU gehört, gelten die EU-Roamingregeln hier nicht automatisch. Viele Mobilfunkanbieter berechnen auf den Kanalinseln aber dennoch keine Roaming-Gebühren. Ein Blick auf die Gebühren des eigenen Providers lohnt sich.
Essen & Trinken auf Guernsey
Guernseys Küche ist bodenständig und zugleich vom Meer geprägt. Fisch und Seafood – Hummer, Taschenkrebse, Jakobsmuscheln und mehr – kommen aus dem Atlantik, während auf den Feldern die berühmten Guernsey Royal Potatoes wachsen – kleine Frühkartoffeln, die auf mit Seetang gedüngten Böden gedeihen und durch salzhaltige Meeresluft ihr feines Aroma entwickeln. Die Milch der braungefleckten Guernsey-Kühe ist berühmt wegen ihres erhöhten Beta-Carotin-Gehalts. Deshalb ist die Butter – wie die Guernsey Ice Cream – besonders lecker und reichhaltig.

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