Karg und trocken, ein wenig störrisch und windzerzaust ist die Kanareninsel Fuerteventura, die von allen Kanaren Afrika am nächsten liegt. Weil ich die Nachbarn Teneriffa oder La Gomera besonders wegen ihres üppigen Grüns liebe, stand Fuerteventura lange nicht auf meiner Liste. Ich musste Abbitte leisten: Gerade die rauen Seiten verleihen der Insel Charakter, und zu meinem großen Erstaunen eroberte „Fuerte“ mein Herz im Sturm.
Traumhafte Strände sind Fuerteventuras Kapital, und an den 145 Kilometern Küstenlinie gibt es genug davon. Die meisten sind verschwenderisch lang, breit und feinsandig, und trotzdem stehen nirgends Strandliegen dicht an dicht. Perfekt für Badeurlauber. Weil die Passatwinde kräftig pusten und für anständige Wellen sorgen, finden auch Wellenreiter, Wind- und Kitesurfer auf Fuerteventura ihr Paradies. Hinter den Stränden beginnt das raue Fuerteventura: tiefe Schluchten, schroffe Berglandschaften, dazu wilde Küsten mit Naturstränden und Lavahöhlen. In diesem Artikel findest du meine persönlichen Reisetipps Fuerteventura – zum besten Standort für unterschiedliche Urlaubstypen, zu den schönsten Stränden und spannendsten Ausflugszielen und zu ein paar netten Restaurants.



Inhaltsverzeichnis
Reisetipps Fuerteventura: Welcher Standort für welchen Urlaubstyp?
Die meisten Besucher suchen sich entweder im Norden oder im Süden Fuerteventuras ihr Quartier. Beide Regionen haben Vor- und Nachteile und ein ganz unterschiedliches Publikum. Im Osten und Süden der Insel liegen Großhotels für jeden Geldbeutel, wo meist Pauschalurlauber logieren. Im Norden rund um Corralejo gibt es auch Hotels, aber vor allem umwerben unzählige Apartments Individualreisende, die neben tollen Stränden in Corralejo auch ein solides Nachtleben vorfinden.
Seit ein paar Jahren mischen mehr und mehr Künstler und Kreative aus Mitteleuropa und Italien Fuerteventura auf, eröffnen stylische Lokale mit feiner Küche, Galerien und Shops mit Kunsthandwerk, die das Einerlei aus Schnellrestaurants und Bierbars ergänzen und Corralejo und El Cotillo ein neues Publikum, das genau diesen lässigen Vibe sucht. Hier merkst du: „Fuerte“ ist gerade sehr angesagt.
Corralejo und die Grandes Playas
Wie ein Sandkasten im XXL-Format liegen die Grandes Playas, kilometerlange Traumstrände, südlich von Corralejo, dem Ferienzentrum des Nordens. Hier teilen sich Sonnenhungrige und Kitesurfer, die mit ihren Segeln an bunte Riesenvögel erinnern, das Revier. Am besten beobachtest du sie von den Sandbergen hinter dem Strand, die zum Parque Natural de las Dunas de Corralejo gehören. Die Dünen, die aus Muschelkalk und nicht etwa aus Saharasand bestehen, ragen bis zu 40 Meter in die Höhe.





Neben den Grandes Playas gibt es in Corralejo selbst hübsche kleine Strandbuchten, die eine Promenade verbindet, die bis zu den Dünen führt. Rund um die kleine Altstadt spielt sich das touristische Leben ab. An der Plaza Felix Estevez, die jeder als Music Square kennt, drehen Bands Abend für Abend die Verstärker auf, und die Sangria in den Bars ringsum fließt in Strömen. Das fanden wir ziemlich nervig. Aber du kannst fliehen. Entlang der Promenade gibt es Strandbars, wo du mit den Füßen im Sand den Sundowner genießen kannst.


Restauranttipps: Es gibt wenig nette Frühstückslokale mit Meerblick, aber zumindest eins, das ich bestens empfehlen kann: die Bar Barracuda, die zum Hotel La Marquesina gehört. Viele der Restaurants in Corralejo sind Touristenfallen mit billiger Einheitskost. Gut geschmeckt hat es uns im D’Vales Bay.

Eine nette Entdeckung war der Popcorn Beach, zu dem mich ein ausgedehnter Morgenspaziergang auf der Promenade in Richtung Grandes Playas führte. Was tatsächlich wie gepuffter Mais aussieht, sind versteinerte Kalkalgen, die sich mit dem schwarzem Vulkangestein mischen und kurios aussehen.



El Cotillo und Lajares
El Cotillo und Lajares
El Cotillo an der Nordwestküste der Insel punktet mit entspanntem Flair und lässt noch erahnen, dass es vor nicht allzu langer Zeit ein Fischerdorf war. Surfer tanzen auf den Wellen an der Playa del Castillo, an den geschützten Lagunenstränden im Norden wie der Playa de La Concha tummeln sich Familien mit kleinen Kindern. Im alten Hafen liegen ein paar Fischlokale, die vor allem zum Sonnenuntergang alle gut gefüllt sind.
Restauranttipp: Die hohe Dichte an italienischen Aussteigern bescherte dem Inselnorden mehrere gute Italiener. Das Azzuro Chill out direkt hinter der Playa de la Concha ist bei Sonnenuntergang „the place to be“. Die Küche ist kreativ und lecker, hat aber auch ihren Preis.




Im Landesinneren zwischen den beiden Strandorten liegen mit Lajares und Villaverde Surferorte, in denen Aussteiger aus Festland-Europa für frischen Wind sorgten. Digitale Nomaden treffen sich morgens zum Frühstück in hippen Bäckereien und abends in angesagten Restaurants. Samstagvormittag beim Kunsthandwerker-Markt kommt in Lajares Ibiza-Feeling auf.
Gastrotipp: Vor oder nach dem Markt lohnt sich ein Besuch in La Panateca in Lajares (Calle Cerco de Pablo), einer ziemlich angesagten Frühstücksadresse (Wartezeiten!) mit französisch inspirierten Backwaren, Focaccia und mehr. Alles köstlich!




Die besten Strände Fuerteventuras
- Playa de Cofete: Wild, einsam und absolut spektakulär. Kein Badestrand!
- Playa de Sotavento: Postkartenstrand mit Puderzuckersand, türkisfarbenem Wasser und Lagunen bei Ebbe. Perfekt für Kite- und Windsurfer
- Grandes Playas in Corralejo: Endlose Strände mit feinstem Sand vor den Dünen von El Jable. Perfekt zum Baden, aber auch zum Kiten.
- Playa del Viejo Rey in La Pared: Dramatische Küstenlandschaft mit Surferstand und beliebter Sunset Spot.
- Playa del Matorral in Morro Jable: Langer Sandstrand mit Promenade und guter Infrastruktur.
- La Concha in El Cotillo: Lagune mit flachem Wasser, das türkisfarben schimmert – der perfekte Familienstrand
Die Bade- und Surferparadiese im Süden Fuerteventuras
Zwischen Costa Calma und Morro Jable ziehen sich rund 20 Kilometer Sandstrände an der Halbinsel Jandía entlang. Obwohl sie fast ineinander übergehen, unterscheiden sich die Orte in Atmosphäre, Größe und Zielgruppe.
Costa Calma
Costa Calma ist ein Retortenort ohne Charakter, aber mit guter Infrastruktur. Es gibt einen windgeschützten Familienstrand, berühmt ist aber vor allem die weite Playa de Sotavento. Dank kräftiger Winde ein Paradies für Wind- und Kitesurfer. Bei Ebbe entstehen türkisfarbene Lagunen – eine Landschaft, die fast karibisch wirkt. Gegenüber an der Ostküste liegt mit La Pared ein wilder schwarzer Surferstrand, der ein beliebter Sunset Spot ist.




Esquinzo
Auf Costa Calma folgt der ruhige Ferienort Esquinzo, dessen Leben sich vor allem in Club- und All-Inclusive-Hotels oberhalb der Küste abspielt. Keines der Hotels liegt direkt am (FKK)Strand, der wunderschön ist, aber auf der Insel der schönen Strände doch keinen Hauptpreis gewinnt.

Jandia/Morro Jable
Der nächste Ort, Jandia, punktet mit dem kilometerlangen Playa del Matorral mit dem markanten Leuchtturm Faro de Morro Jable. Dahinter liegen Feuchtwiesen, in denen Vögel nisten. Durch den Ort zieht sich eine lebhafte Promenade – im Januar zumindest ein Rentnerfreff – und einem Denkmal für Willy Brand, der hier gern Urlaub machte.

Morro Jable, wo die meisten Fähren aus Teneriffa und Gran Canaria anlegen, ist der einzige gewachsene Ort im Inselsüden. Der Strand mit seinen Hotelburgen hat den Fischerhafen an wirtschaftlicher Bedeutung längst überholt, aber immerhin findest du hier noch einheimisches Leben. Der Strand selbst ist sanft abfallend, entsprechend familienfreundlich und lädt zu langen Strandspaziergängen ein.
Restauranttipp: Frischer Fisch ohne Chichi (z.B. Meerbrasse mit Kartoffeln und Salat) ist die Stärke der Cofradia de Pescadores am Hafen von Morro Jable (Muelle Pesquero). Hier kannst du dich unters Volk mischen.

Die schönsten Ausflugsziele auf Fuerteventura
Grandes Playas
siehe Corralejo
Bootsausflug zur Isla de Lobos
Vom Hafen von Corralejo laufen Fähren zur Nachbarinsel Lanzarote aus, die nur eine halbe Stunde entfernt liegt. Ob ein Tagesausflug lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Entspannter ist ein Halbtagesausflug nach Isla de Lobos. Die unbewohnte und naturgeschützte kleine Insel döst vor der Nordküste Fuerteventuras in der Sonne und wird von Corralejo aus mit Wassertaxis anfahren. Um die Natur zu schützen, wurden die täglichen Besucherzahlen begrenzt und du musst eine Besuchserlaubnis beantragen. Das kannst du dir sparen, wenn du am Hafen oder online eine Tour buchst.
Tipp: Die Fahrt zur Isla de Lobos* kannst du online buchen, was vor allem in der Hauptsaison sinnvoll ist. Am besten buchst du eine Tour am Morgen, denn es gibt auf der Insel keinen Schatten, und mittags wird es richtig heiß. Auch den Tagesausflug nach Lanzarote* kannst du online buchen.
*Affiliatewerbung: Links zu Partnerprogrammen. Wenn du etwas über diese Links buchst, erhalte ich eine kleine Provision, die mir hilft, die Kosten für den Blog zu stemmen. Für dich bleibt der Preis unverändert. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Eine winzige Siedlung mit einem einfachen Restaurant erinnert an die Zeiten, als eine Handvoll Fischerfamilien Isla de Lobos lebten. Heute wachen zwei Rangerinnen über die Ruhe der Insel, die nur ein paarmal am Tag angelaufen wird. An einem halben Tag kannst du rund um die Insel wandern und unterwegs Muschelstrände, Vulkanöfen und Salzwiesen und einen Leuchtturm entdecken und Seevögel beobachten. Einen Badestrand gibt es außerdem.






Betancuria und das Bergland ringsum
Das Landesinnere von Fuerteventura ist eine Vulkanwüste, die hier und da an Mondkrater erinnert: weite Ebenen mit schwarzen Lavafeldern, tiefen Kratern, zerklüfteten Bergmassiven. Wie hingetupft dazwischen ein paar grünen Oasen in den Schluchten. Inmitten der faszinierenden Ödnis liegt an der Strecke von Ajuy in den Norden die alte Hauptstadt Betancuria. Sie wurde im frühen 15. Jahrhundert gegründet und ist der hübscheste Ort der Insel. Beliebt ist das 300-Seelen-Städten – hübsch herausgeputzt mit weißgetünchten Häusern und hölzernen Balkonen, der gotischen Wehrkirche Santa María und Gärten mit Palmen und Feigenbäumen – als Mittagsstation für Pauschalurlauber auf Inseltour. Wenn du den Massen entgehen willst, kommst du am besten früh oder spät.



Rings um Betancuria liegen ein paar tolle Aussichtspunkte, von denen aus du die faszinierende Landschaft in aller Ruhe betrachten kannst:
- Mirador de Morro Velosa Vom Aussichtspunkt in 660 Metern Höhe, den der Künstler César Manrique entwarf, hast du Panoramablick vor allem in Richtung Norden. Er liegt an der FV-30 nach Betancuria.
- Mirador de Guise y Ayose Toller Blick ins Bergland rund um die imposanten Statuen zweier Herrscher aus prä-spansicher Zeit. Liegt ebenfalls an der FV-30 nach Betancuria.
- Risco de las Peñas Blick auf die zerklüfteten Felsen und Täler der Insel. Besonders im Morgen- oder Abendlicht strahlt die Landschaft hier in warmen Farben. Zwischen Betancuria und Ajuy.





Eine Stopp lohnt außerdem der kleine Ort Pajara, finde ich. Die Kirche mit Motiven aus der neuen Welt, die sicher Seefahrer mitbrachten, ist hübsch. Genauso der Dorfplatz mit seinen Häkelarbeiten.

Museo de Queso und Aloe-Vera-Farmen
Eine der letzten Mühlen der Insel gehört zum Museo del Queso Majorero, das in einer liebevoll kuratierten Ausstellung die Herstellung des berühmten Ziegenkäses der Insel erzählt. Auch der Garten mit Drachenbäumen und Kakteen ist hübsch, und ein Café gibt es auch.

Die Finca Canaria Aloe Vera zwischen Tiscamanita und Tuineje widmet sich Aufzucht und Verarbeitung der Wunderpflanze Aloe Vera. Der Saft lindert zum Beispiel Sonnenbrand, aber auch andere Hautirritationen. Die (auch deutschsprachigen) Führungen in der Finca sind reine Verkaufsveranstaltungen. Trotzdem lohnte sich der Besuch für mich, weil ich endlich weiß, wie Aloe-Pflanzen aussehen.




Museo de las Salinas del Carmen
Eine Attraktionen für Besucher hält die Ostküste bereit: Im winziges Ort Las Salinas hat man die alten Salinen wiederbelebt und ins Museo de las Salinas des Carmen integriert. Hier erfährst du, wie in mühseliger Arbeit Speisesalz gewonnen wurde.
Gastrotipp: Im Restaurant Los Caracolitos (Salinas del Carmen, 22) serviert eine sympathische Familie vor allem Fisch und Meeresfrüchte.
Höhlen von Ajuy
Unbedingt lohnt ein Stopp im kleinen Fischerort Ajuy mit seinem wilden schwarzen Strand. Ein aussichtsreicher Weg (circa 20 Minuten) führt zur Attraktion des Ortes, den Höhlen von Ajuy aus vulkanischen Gesteinen. Sie sind über 70 Millionen Jahren alt und zählen damit zu den ältesten geologischen Formationen der Kanaren. Auf einer schmalen Treppe kannst du in die erste Höhle steigen und nach Lust und Laune herumkraxeln.




Gastrotipp: Nach der Wanderung waren wir hungrig und wären am Strand fast in eine Touristenfalle getappt. Glücklicherweise fanden wir noch das kleine Tapas-Lokal A Puesta (Calle Marinero 15) mit Blick über den Strand und lauter kleinen Köstlichkeiten wie geräucherten Sardinen oder der Käseplatte mit Majorero-Käse.


Halbinsel Jandía
Fast eine Stunde holpert der Geländebus über die Schotterpisten und Bergrücken der Halbinsel Jandía im tiefen Süden Fuerteventuras – eine Strecke, die tatsächlich spektakulär ist. Der Blick vom Mirador de Barlovento auf die wilde, ungezähmte Playa de Cofete raubt tatsächlich für einen Moment den Atem.
Hinkommen: Mietwagen sind auf der Strecke nicht versichert sind, viele gehen das Risiko ein. Wenn du keine Reifenpanne riskieren magst, kannst du den öffentlichen Bus nehmen, der zweimal am Tag (10 und 14 Uhr) vom Busbahnhof in Morro Jable in den Naturpark fährt (€ 8,70 einfach). Wichtig: Du solltest mindestens 45 Minuten vor Abfahrt da sein, denn es gibt nur 22 Plätze im Bus, die heiß begehrt sind. Besser stehen die Chancen nachmittags. Am Strand hast du zwei Stunden Zeit, bis du wieder für die Rückfahrt abgeholt wirst. Alternativ kann du einen geführten Ausflug nach Cofete* buchen oder eine Jeep-Safari* buchen.

Der Strand ist eine Naturgewalt, die ihr Gesicht im Minutentakt verändert, wenn der Wind mächtige Wolken in Richtung Berge treibt. Ganz großes Naturkino. Was für ein Glück, dass hier nie Baugenehmigungen erteilt wurden und ein Naturparadies erhalten blieb – ein Stück Fuerteventura für die Seele.




In Cofete, dem einzigen Ort über der Küste lebten einst gerade einmal 65 Menschen mit ihren Ziegenherden. Daran erinnern noch ein paar Ruinen und der kleine Friedhof mit windschiefen Grabkreuzen am Strand. Ein Lost Place, in dem sich inzwischen wieder ein Restaurant für Ausflügler angesiedelt hat. Einen Abstecher kannst du zur geheimnisvollen Villa Winter machen, die in den 1940er-Jahren vom deutschen Ingenieur Gustav Winter erbaut wurde und um die sich Legenden ranken. Auf dem Rückweg lohnt ein weiterer Stopp am Leuchtturm Faro de Punta de Jandía.

Reisetipps Fuerteventura – Infokasten
Die beste Reisezeit für Fuerteventura
Wie die anderen Kanaren ist Fuerteventura ein Ganzjahresziel mit meist angenehmen frühlingshaften Temperaturen. Und weil die Insel nicht weit von der der afrikanischen Küste entfernt liegt, punktet sie mit reichlich Sonne und rund ums Jahr mit Temperaturen zwischen angenehmen 20–28 °C. Der Frühling ist perfekt für Aktivurlauber, die gern wandern oder Rad fahren. Im Sommer kommen diejenigen, die die Tage am liebsten auf der Strandliege verbringen, denn die Temperaturen klettern auf 25–30 °C.

Die stetigen Passatwinde sorgen dafür, dass die Hitze angenehm bleibt, und beflügeln auch Surfer und Kitesurfer. Im Herbst ist es ruhiger, nachdem das große Heer der Urlauber bereits abgereist ist, die Wassertemperaturen sind aber noch angenehm. Auch im Winter bleibt es mild bei Temperaturen zwischen 18 und 22 °C. Zum Baden kann es zu frisch sein, um dem mitteleuropäischen Winter zu entfliehen und die Insel auf Ausflügen zu erkunden sind die Monate zwischen Dezember und Februar ideal.
Es regnet rund ums Jahr selten, Fuerteventura ist eine staubtrockene Insel. Ausgerechnet während meines Besuchs im Januar regnete es mehrere Tage lang und es passierte ein kleines Wunder: Die Insel war plötzlich grün. „Meine Kinder machen heute einen Schulausflug ins Inselinnere, um blühende Wiesen zu sehen. Wenn es das nächste Mal so grün ist, sind sie vielleicht schon erwachsen“, scherzte die Rezeptionistin im Hotel.
Fuerteventura: Hinkommen und Rumkommen
Von vielen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Direktflüge nach Fuerteventura . Die Flugzeit beträgt je nach Abflughafen etwa 4,5 bis 5 Stunden. Wir sind von Teneriffa aus mit der Fähre angereist angereist, die ab Santa Cruz de Tenerife über Gran Canaria bis Fuerteventura/Morro Jable circa 4 Stunden brauchte. Von Lanzarote aus ist es ein Katzensprung, die Überfahrt dauert ganze 30 Minuten.

Wenn du einfach eine Woche Sonne tanken möchtest, brauchst du keinen Mietwagen. Der Flughafen liegt 5 Kilometer südlich der Inselhauptstadt Puerto del Rosario und es gibt Busverbindungen mit den Linien 3 und 10 in viele Urlaubsorte. Hier sind die Fahrtzeiten vom Flughafen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die ein Argument für die Wahl eines Urlaubsortes sein können:
- Caleta de Fuste: circa 25 Minuten
- Costa Calma: circa 70 Minuten
- Morro Jable und Jandía: circa 90 Minuten
- Corralejo: circa 60 Minuten
- El Cotillo: circa 120 Minuten
Der richtige Mietwagen: Wenn du deinen Urlaub nicht nur auf der Strandliege verbringen möchtest, ist ein Mietwagen ideal. Bevor ich buche, scanne ich erstmal ein Vergleichsportal wie Check24*.
Essen & Trinken auf Fuerteventura
Die Inselküche ist einfach und bodenständig. Grillfleisch steht in vielen Lokalen im Mittelpunkt, begleitet von Runzelkartoffeln (papas arrugadas). Die kleinen Kartoffeln werden in stark gesalzenem Wasser gekocht, bis sich eine salzige Kruste bildet. Serviert werden sie meist mit den typischen kanarischen Soßen Mojo Rojo (rote, leicht scharfe Paprikasoße) oder Mojo Verde aus Kräutern, Knoblauch und Öl. Eine Spezialität ist der Ziegenkäse Queso Majorero, der auf der Insel hergestellt wird, und pur, gegrillt oder mit Mojos serviert wird. Durch die Lage im Atlantik spielt natürlich auch Fisch eine Rolle: Doraden oder Thunfisch stehen häufiger auf den Speisekarten.
Unterkünfte auf Fuerteventura
Die Unterkunftsstruktur auf Fuerteventura ist regional sehr unterschiedlich. Große Strandhotels und Resorts findest du vor allem in Costa Calma, Morro Jable/Jandía, Corralejo und an der Ostküste Caleta de Fuste. Ferienwohnungen, Pensionen und kleinere Hotelanlagen dominieren in kleineren Orten wie El Cotillo, Lajares oder Gran Tarajal sowie im Inselinneren. Buchungen sind oft nur für mindestens 3 Nächte möglich. Hier ein paar Empfehlungen:
Im Norden
- Hélène Holidays* (Corralejo): charmantes kleines Boutique-Hotel am Strand
- Hotel Rural EL Cabo* (Villaverde): ländliche Unterkunft mit viel Flair
Im Süden
- Fuerteventura Princess* (Esquinzo): von den Zimmern bis zur Poollandschaft alles top
- Riu Palace Jandia* (Playa de Jandia): großes Hotel mit allem Komfort.

Das zentrale Bergland
- Casa Rural Isaítas* (Pajára): einfache, aber stilvolle Zimmer in einem alt-kanarischen Haus.
Reiseführer Fuerteventura
»InselTrip Fuerteventura«, Reise Know-How Verlag 2025, € 15,95
Mehr Urlaubsziele zum Entschleunigen
Italien wie früher: 4 Highlights im Cilento zwischen Paestum und Palinuro
Den Cilento hatten wir zunächst gar nicht auf dem Schirm, als wir unseren Roadtrip…
Roadtrip Nordirland – Höhepunkte der Causeway Coastal Route
Die Zeiten als Unruhen in Nordirland die Schlagzeilen bestimmten, sind lange vorbei. Die Hauptstadt…
Austern, Atlantikwellen und eine Monsterdüne: Urlaub in Arcachon
Eine Reise in die Vergangenheit. Zum ersten Mal war ich als Studentin in den…



Noch keine Kommentare