Mount Taranaki beziehungsweise Taranaki Mounga auf Te Reo Maori steht wie ein einsamer Wächter unweit der Küste der Tasman Sea. Sein fast perfekt geformter Kegel macht ihn zu einem der fotogensten Vulkane der Welt, der in The Last Samurai sogar Mount Fuji doubelte. Wäre er nur nicht so schüchtern! Einen Zeitpuffer solltest du einplanen bei deinem Besuch, denn er versteckt sich gern hinter Wolken. Bei meiner ersten Reise zum Taranaki vor vielen Jahren, als er noch Mount Egmont hieß, ließ sich der Berg gar nicht blicken. Darum wollte ich ihm noch eine Chance geben – und war tatsächlich glücklicher.
Eine Neuentdeckung war New Plymouth (60.000 Einwohner) für mich, eine charmante Küstenstadt an der Tasman Sea mit urbanem Flair und doch fast mitten in der Natur. Der perfekte Ausgangspunkt für das Erlebnis Taranaki. Hier sind meine Reisetipps für Mount Taranaki, für New Plymouth und den Nationalpark Te Papa-Kura-o-Taranaki (früher: Egmont National Park). Darunter Tipps zu den besten Aussichtspunkten für Mount Taranaki und für Wanderungen im Nationalpark, aber auch für ein tolles Hotel und ein paar Gastrotipps. Bestens verbinden kannst du deinen Roadtrip durch die Region Taranaki mit der Nachbarregion Waikato, die neben Publikumsmagneten wie Waitomo Caves und Hobbiton viele kleine Wunder bietet.



Inhaltsverzeichnis
Reisetipps für New Plymouth
Übernachten in New Plymouth
Das Devon Hotel* in New Plymouth war eine supergute Wahl. Die Lage am Rande des Zentrums und fast direkt am Coastal Walk Way ist perfekt. Die Zimmer sind geräumig und komfortabel, es gibt genügend Parkplätze, einen Pool und ein paar kleine Extras: So kannst du kostenlos Fahrräder ausleihen und kostenlos Wäsche waschen. Und das zu einem sehr fairen Preis. Das Frühstück habe ich nicht getestet.
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New Plymouth: Coastal Walk Way
Der 12–13 Kilometer lange Coastal Walk Way entlang der Tasman Sea, der von der Stadt ins Grüne führt, wird von Spaziergängern, Radfahrern und Joggern eifrig genutzt. Er führt an wilden Stränden mit Treibholz vorbei, passiert Skulpturen und Kunstinstallationen, und bei klarem Wetter blitzt hier und da die Kuppe des Taranaki auf. Der Küstenweg mit seiner Kombination aus Naturerlebnis und Kunst trägt definitiv zur Lebensqualität der Stadt bei. Am besten mietest du dir ein Fahrrad, um den Walk Way in seiner vollen Länge zu erkunden.


Einige Skulpturen unterwegs blieben in Erinnerung. Wie Wind Wand von Len Lye, ein 48 Meter hoher roter Stab in Bewegung, der nachts leuchtet. Eine Kunstinstallation, an der niemand vorbeigeht, ohne ihrem Wiegen eine Weile zuzuschauen.

Auch die Mothers and Daughters der Künstlerin Renate Verbrugge, vier sitzende Frauenfiguren aus Taranaki-Andesit, sind längst im Stadtalltag fest verankert. Fast immer sitzt jemand auf der Bank zwischen den einladend rundlichen Damen.

Te Rewa Rewa Bridge am Ende des Coastal Walk Way erinnert an das Skelett eines Wals und ist Fußgängerbrücke und Kunstwerk. Und das Beste: Bei klarer Sicht bilden die Brückenpfeiler einen Rahmen für Mount Taranaki.





Rund um die Brücke weitet sich der Walk Way zu einem Park, außerdem bist du in ein paar Schritten am Strand. Für Speis und Trank sorgt ein Coffee Truck.
Gastrotipp: Kaffee und superleckere Sandwiches bekommst du im Container Café The Little Easy ganz in der Nähe der Te Rewa Rewa Bridge.
Govett-Brewster Art Gallery & Len Lye Centre
Eines der wichtigsten Museen für zeitgenössische Kunst im Pazifikraum ist schon von außen ein Hingucker. Basis für das Museum war ein Kino – das kann man beim Besuch der Ausstellung gut nachvollziehen. Auffälliger ist der Erweiterungsbau – das Len Lye Centre aus dem Jahr 2015 mit einer Edelstahlfassade, in der sich die gegenüberliegenden Häuser aus der Pionierzeit spiegeln. Ein futuristisches Gebäude, das New Plymouth plötzlich über Neuseelands Grenzen hinaus bekannt machte.
Gewidmet ist das Museum dem neuseeländischen Künstler Len Lye (1901–1980), der bekannt war für kinetische Skulpturen und avantgardistische Filme. Bei Wechselausstellungen liegt der Fokus auf experimenteller Gegenwartskunst sowie Film, Installation und Performance von einheimischen und internationalen Künstlern. Unbedingt sehenswert.
Govett-Brewster Art Gallery & Len Lye Centre: 42 Queen Street, New Plymouth; Website




Gastrotipp: Eine supernette Adresse in der Innenstadt (18 Ariki Street) ist Rice Rice Baby, ein buntes und authentisches vietnamesisches Restaurant.

Street Art in New Plymouth
Ich war gerade vor Ort, als im März 2026 einige Street-Art-Künstler die Outdoor-Galerie im Stadtzentrum um einige neue Werke ergänzten. Im Laufe der Jahre hat die Stadtverwaltung aber sowieso schon eine beachtliche Sammlung an Murals in Auftrag gegeben. Hier eine kleine Auswahl.
Unbekannter Künstler, Tui
In der Egmont Street hat mich das Mural des Tui, eines typischen neuseeländischen Vogels, gefesselt. Es ist bunt und eindrucksvoll und steht für die Liebe der Neuseeländer zu ihren Vögeln. Der Künstler ist unbekannt.

Graham Hoete (Mr G), I Am Hana (2022)
Graham Hoete, ein neuseeländischer Street-Art-Künstler mit Māori-Wurzeln (Jahrgang 1979), ist international bekannt für fotorealistische Großporträts. In New Plymouth porträtierte er die Māori-Aktivistin Hana Te Hemara, die in den 1970er-Jahren für die Wiederbelebung der Māori-Sprache kämpfte. Fünf Stockwerke hoch ist das Mural an der Außenfassade des Museums Puke Ariki.

Milarky, Der Astronaut
Milarky ist Lokalmatador in New Plymouth, wo er auch die Resident Gallery betreibt. Außerdem ist er einer der bekanntesten Street-Art-Künstler Neuseelands. Die Figuren, oft Taucher und Astronauten (siehe auch Street Art in Dunedin), wirken meist ein bisschen verloren oder weltentrückt, aber auch sehr poetisch. Was ihn beschäftigt, ist die Idee des modernen Nomadentums.
Tipp: Eine Route zu vielen Kunstwerken findest du auf der Website zum Coastal Arts Trail.

Gastrotipps
- Mein Frühstückslokal war Wild Pear Kitchen, nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt (178 Devon Street East), mit tollen vegetarischen Gerichten.
- An einem Abend habe ich bei Snappers Fish & Chips (97 Devon Street East) eingekauft. Dünne Panade, saftiger Fisch – wie’s sein soll.
Reisetipps für Mount Taranaki und Umgebung
Lake Mangamahoe
Der zweite beliebte Fotospot für Mount Taranaki in Stadtnähe ist Lake Mangamahoe – ein Stausee, der nur 8 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums liegt. Den See kannst du auf einem 6 Kilometer langen Wanderweg umrunden, du kannst aber auch mit dem Auto fast bis zum Mount Taranaki Lookout vorfahren. Er bietet das klassische Postkartenmotiv mit Baumfarnen, See und Vulkan. Bei meinem ersten Besuch war der Berg gnädig und zeigte seine Kuppe fast vollständig.
Lake Mangamahoe: Lake Managamahoe Road, New Plymouth; Öffnungszeiten: April bis September 7–18 Uhr, Oktober bis März: 7–20.30 Uhr

Zwei Tage später waren die Temperaturen über Nacht um fast 20 Grad gefallen und mit Schneekuppe ist Taranaki noch viel hübscher. Deshalb machte ich, kurz bevor ich New Plymouth verließ, einen zweiten Abstecher zum See, war aber nicht ganz so glücklich. Immerhin: Eine Schneeflanke zeigte er (siehe unten).

Nationalpark Te Papa-Kura-o-Taranaki
Der Nationalpark, der sich wie ein Regenwaldring um Mount Taranaki (2.518 Meter) zieht, ist wohl immer noch bekannter unter dem alten Namen – Egmont National Park. Ich auch einfacher zu merken als der Maori-Name Te Papa-Kura-o-Taranaki, gestehe ich. Der Park wurde 1900 unter Schutz gestellt und ist damit nach dem Tongariro National Park der zweitälteste Nationalpark des Landes. Der Vulkan brach 1775 zuletzt aus. Vulkanologen sind sich jedoch einig, dass der Berg schläft und noch keinesfalls erloschen ist.
Für die Māori ist der Mount Taranaki – oder Taranaki Mounga – weit mehr als ein majestätischer Vulkan. Er gilt als heiliger Ahnenberg (tupuna), ein lebendiges Wesen mit eigener Lebenskraft und ist tief verwurzelt in den Mythen und der Identität der lokalen Maori-Stämme. Ein Paradies für Wanderer ist er außerdem.
Maori-Legende: Für die Maori ist Te Mounga o Taranaki ein Berggott, der einst friedlich im Zentrum der Nordinsel in nächster Nachbarschaft mit seinen Götterkollegen Tongariro, Ruapehu und Ngauruhoe (heute alle im Tongariro Nationalpark) zusammenlebte. Problematisch wurde es, als Taranaki und Tongariro sich beide in die kleine Vulkandame Pihanga verliebten. Es kam zur Schlacht: Die Erde schüttelte sich, und der Himmel färbte sich schwarz. Anschließend stand Pihanga an der Seite von Tongariro. Der tief verletzte Taranaki verließ seine Heimat, um sich an der Küste niederzulassen. Noch immer ist er traurig und versteckt sein Gesicht oft hinter dichten Wolken.
Riesige Rimu- und Kamahi-Bäume, deren Stämme und Äste Moose und Flechten überziehen, mächtige Baumfarne und plätschernde Bäche prägen die unteren Lagen, während oberhalb der Baumgrenze karge Vulkanlandschaft dominiert. Es gibt drei Zugänge zum Park: Dawson Falls Visitor Centre (Manaia Road), North Taranaki Visitor Centre (Egmont Road) und East Taranaki (Pembroke Road).

Wandern im Nationalpark
Das Netz an Wanderwegen im Nationalpark ist weitläufig und reicht von einem 15-minütigen Spaziergang bis zum dreitägigen Track. Taranaki wird oft bestiegen, weil du den Gipfel in einer Tageswanderung erreichen kannst. Trotzdem ist die Tour nur erfahrenen Wanderern mit entsprechender Ausrüstung zu empfehlen, da Wetterumschwünge die Wanderung schnell zum Abenteuer machen. Hier die beliebtesten Touren:
- Pouakai Circuit Nicht so anspruchsvoll wie die Bergbesteigung, aber lang. Eine 2–3tägige Rundwanderung mit Hüttenübernachtung. Ausgangspunkt für die Wanderung ist in der Regel das North Egmont Visitor Centre. Hier kannst du die Broschüre zum Poukai Circuit herunterladen.
- Pouakai Reflective Tarns Das beliebteste Teilstück des Pouakai Circuit erreichst du über die Mangorei Road, die von der SH3 abzweigt. Vom dortigen Parkplatz läufst du zur Pouakai Hut und weiter zu den Reflective Tarns, kleinen Bergseen, in denen sich bei klarer Sicht und Windstille Taranaki fotogen spiegelt. Der Weg verläuft rund zwei Stunden stetig bergauf meist über Holzstege durch den Wald (Infos zum Track). Genau die Wanderung hatte ich natürlich auf dem Schirm, denn die Spiegelung sieht auf Fotos einfach gigantisch aus. Ein Blick aus dem Fenster machte klar: Ich brauche einen Plan B.

Weil das Wetter launisch war, bin ich zum Dawson Falls Visitor Center am Ende der Manaia Road gefahren, das Ausgangspunkt für mehrere kürzere Wanderungen ist. Die richtige Entscheidung! Für Wind und Wetter solltest du auch auf den kleinen Wanderungen gerüstet sein (Profilsohlen, Regenzeug), denn die Wege sind rutschig. Ich habe zwei Wanderungen durch den Regenwald gemacht und sie gerade bei dem Mistwetter genossen. Denn was ist ein Regenwald ohne Regen? Die Feuchtigkeit erst macht ihn zum Zauberwald, finde ich.
- Der Kapuni Loop Track (auch Dawson Falls Track) führt auf einem 1,4 Kilometer langen Rundweg vom Nationalparkzentrum durch den mystischen Goblin Forest direkt zu den Dawson Falls, dem größten Wasserfall der Region.



- Wilkies Pools Loop Track (1,5–2 Stunden, 2,3 Kilometer): Auch auf dieser Runde geht es durch den Regenwald. Auf halber Strecke liegen die Wilkies Pools, Felsbecken aus Vulkangestein, die durch kleine Wasserfälle verbunden sind. Angeblich auch zum Schwimmen geeignet. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt nicht verlockend ;-).



- East Taranaki Wanderungen ab dem östlichen Zugang findest du in dieser Broschüre.
Surf Highway 45: Wellenreiter und ein Lieblingsplatz
Ganz andere Blickwinkel auf den Taranaki eröffnet der Surf Highway 45, der sich entlang der Westküste zieht. Die Begegnung zweier Naturgewalten: hier der Vulkan, dort die wilde Tasman Sea. Bei Sonnenschein locken die Strände mehrerer kleiner Surferorte wie Oakura und Opunake mit guten Beachbreaks und lässiger Atmosphäre. Ein bisschen enttäuscht war ich allerdings, dass die Straße nicht an der Küste entlangführt. Zu jedem Ort musst du eine Stichstraße nehmen.


Mein Lieblingsplatz entlang der Route war eindeutig Cape Egmont mit dem ikonischen Leuchtturm, der seit 1877 dort seinen Dienst versieht. Natürlich hatte ich gehofft, den Leuchtturm und den Vulkankegel daneben mit der Kamera einzufangen. Aber Taranaki war störrisch.
Gastrotipp: In der Black Sands Pizzeria gibt es gute Pizza mit Meerblick.




Vielleicht hätte ich einfach geduldiger sein müssen, denn auf dem Rückweg nach New Plymouth zeigte sich Taranaki plötzlich in voller Schönheit.

Ein Küstenstopp auf der Anreise: Three Sisters
Die Felsformation Three Sisters und Elephant Rock liegt etwa eine Stunde nördlich von New Plymouth. Die „Schwestern“ sind Felsen, die aus dem Strand zu wachsen scheinen. Der „Elephant Rock“ daneben erinnert mit etwas Fantasie an einen Elefanten, der aufs Meer hinausschaut. Allerdings verlor er vor ein paar Jahren seinen Rüssel. Ein sehenswertes Stück Küste zweifellos, aber das Timing ist schwierig. Die Wanderung über den Strand zu den Felsen ist nämlich nur bei Ebbe möglich. Das heißt: 1–2 Stunden vor und nach Niedrigwasser (Low Tide) sind ideal. Am besten rechtzeitig die Gezeitentabelle checken.
Tipp: Der Wetterbericht von MetService bietet auch Infos zu den Gezeiten.
Ich habe hin und her gerechnet, die Wanderung passte einfach nicht in meinen Zeitplan. So habe ich vom Three Sisters Lookout bei Tongapōrutu ein Foto aus der Ferne bei Flut gemacht (was nicht ganz so attraktiv ist wie bei Ebbe).

Tipp: Du erreichst den Photospot über die Clifton Road / Pilot Road, die von der SH3 abbiegt. Es gibt einen kleinen Parkplatz, von dem aus ein Feldweg zur Küste führt.
Schließlich bin ich doch zum Ausgangspunkt für die Wanderung, dem Tongapōrutu Beach Car Park, gefahren. Ein paar Wanderer wagten sich (3,5 Stunden vor Low Tide) mit Stöcken bewaffnet durch Schlick und Wasser. Eine rutschige Angelegenheit. Ich hatte keine Lust auf ein Schlammbad. Das Gesamtensemble aus Klippen und Brandung war aber auf jeden Fall den Abstecher wert.
Infos zur Wanderung: Vom Parkplatz bei Tongapōrutu Beach Car Park 1–2 Stunden Strandspaziergang

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