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Roadtrips / Neuseeland

Waikato – Neuseelands Herzland zwischen Hobbiton, Waitomo Caves und Forgotten World Highway

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Die Region Waikato, die nach dem längsten Fluss Neuseelands benannt ist, macht sich im Herzen der Nordinsel breit: Sie reicht von der Coromandel-Halbinsel im Norden über Hamilton, die Verwaltungshauptstadt der Region, und den Tongariro-Nationalpark bis zum Lake Taupo. Die Gegend rund um Hamilton lassen die meisten Besucher links oder rechts liegen und brausen auf dem Weg von Auckland nach Rotorua auf der Schnellstraße einfach durch. Ein Fehler, finde ich. Inmitten der grünen Hügellandschaft versteckt sich nämlich ein Stück Neuseeland, das wunderbar authentisch und noch zu entdecken ist. Ob es ein Zufall war, dass die Location Scouts für Herr der Ringe ausgerechnet in Waikato das perfekte Auenland fanden? Längst ist Hobbiton, gefolgt von den Waitomo Caves, die Top-Touristenattraktion der Region.

Die Gegend südlich von Hamilton ist King Country – eine Region, die ihren Namen im 19. Jahrhundert im Rahmen der New Zealand Wars zwischen Weißen und Maori erhielt. Der legendäre Maori-König Tawhiao, den man gewählt hatte, um der britischen Königin Victoria auf gleicher Ebene zu begegnen, suchte damals mit seinen Getreuen hier Zuflucht. Von 1864 bis 1883 war die Region für Weiße tabu. Im Artikel stelle ich dir die kleinen und großen Schätze des King Country und der Region Waikato rund um Hamilton vor – darunter Zealong, Neuseelands einzige Teeplantage, den Forgotten World Highway, den Surfer-Ort Raglan oder die Waitomo Caves. Die Nachbarregion Taranaki stelle ich in einem anderen Artikel ausführlich vor.

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Waikato, der längste Fluss Neuseelands

Hamilton, die Hauptstadt Waikatos

Der Aufstieg der viertgrößten Stadt Neuseelands (190.000 Einwohner) begann im 19. Jahrhundert, als Hamilton zu einem landwirtschaftlichen Zentrum am Waikato River aufstieg. Heute ist man Verwaltungs- und Universitätsstadt, tut sich aber ein bisschen schwer, Besucher anzulocken. Dabei sind vor allem die preisgekrönten Hamilton Gardens unbedingt einen Besuch wert.

Eine Lektion in Gartengeschichte: die Hamilton Gardens

Die Hamilton Gadens standen schon lange auf meiner Wunschliste, und tatsächlich hätte ich einen ganzen Tag dort verbringen können. Ein Gartenzimmer führte ins nächste, und neben historischen Gärten wie einem Ägyptischen Garten, einem Chinesischen Garten, einem Renaissance-Garten oder einem Tudor-Garten gab es auch kreative Gartenräume wie einen surrealistischen Garten oder einen modernistischen Garten zu bewundern. Natürlich war auch Neuseeland vertreten – mit einem Sommerhausgarten, den eine Kurzgeschichte der wohl immer noch bekanntesten neuseeländischen Schriftstellerin Katherine Mansfield inspirierte. Und mit einem Maori-Garten – ein reiner Nutzgarten –, der ein üppig beschnitztes Vorratshaus in einem Kumara-Feld zeigt. Nicht erstaunlich, denn Kumaras (Süßkartoffeln) waren das Grundnahrungsmittel der ersten Siedler.

Königssitz Tūrangawaewae Marae in Ngāruawāhia

Ein bisschen verwirrend ist, dass der Sitz der Maori-Könige nicht im King Country liegt, sondern in Ngāruawāhia, einem unspektakulären Ort bei Hamilton, der sich in eine Schleife des mächtigen Waikato-Flusses schmiegt. Der Tūrangawaewae Marae ist nur einmal im Jahr der Öffentlichkeit zugänglich, so konnte ich nur über den Zaun lugen.

Maori-Königin ist seit dem Tod ihres Vaters Kiingi Tuheitia Pōtatau Te Wherowhero VII im August 2024 die bei ihrer Krönung erst 27jährige Ngā Wai hono i te pō. Sie ist das achte Oberhaupt insgesamt und die zweite Frau in dieser Position. Das war sogar der ARD eine Meldung wert. Die junge Königin hat keine gesetzgebende Macht im Parlament, gilt aber als wichtigstes Bindeglied zwischen den Maori-Stämmen und ist Botschafterin der Kultur ihres Volkes. Bestattet werden die Könige am Mount Taupiri, etwa 10 Kilometer nördlich von Ngāruawāhia. Auch hier sind Besucher geduldet, aber nicht erwünscht.

Dach eines Maori-Versammlungshauses hinter einem Zaun
Ngāruawāhia: Versammlungshaus auf dem Tūrangawaewae Marae

Tee aus Neuseeland: Zealong Tea Estate

Tee aus Neuseeland kennt vermutlich kaum jemand, denn in Cafés und auf den Frühstücksbuffets des Landes dominieren billige Teebeutel mit English-Breakfast-Tee. Es wird in Neuseeland aber tatsächlich Tee angebaut. Und was für einer! Zealong Tea Estate bei Hamilton produziert hochwertige Tees in Bio-Qualität.

Lange Reihen von Teebüschen
Zealong Tea Estate: Teebüsche bis zum Horizont

Die Geschichte des Zealong Tea Estate begann in den 1990er-Jahren, als der Taiwanese Vincent Chen eine neue Heimat in Neuseeland fand und auf die Idee kann, Tee in Waikato anzubauen. 1996 ließ er rund 1500 Teepflanzen aus Asien importieren, um zu prüfen, ob Klima und Böden Waikatos für den Teeanbau geeignet sind. Die Sträucher waren lange in Quarantäne, bevor man sie auspflanzen konnte. Doch die Wartezeit lohnte sich: Die Sträucher gediehen prächtig. Zwar bietet die Region kein Hochlandklima, das Tee normalerweise liebt, aber der Mix aus warmen Tagen, kühlen Nächten und genug Regen passte.

Nach ersten Erfolgen wuchs und wuchs die Plantage, deren Blätter – handgepflückt von Erntehelfern aus Taiwan – nach traditionellen Methoden vor Ort verarbeitet werden. Besonders wichtig war Vincent Chen und seinem Team eine nachhaltige, pestizidfreie Bewirtschaftung. Heute gehören zur Plantage mehrere hunderttausend Teesträucher, deren Blätter zu vielfach prämierten Teesorten (Grüntee, Schwarztee und vor allem Oolong) verarbeitet werden.

Drei Teeblätter und eine Knospe
Zwei Blätter und die Knospe wandern in die Körbe der Pflückerinnen

Zealong ist aber auch Hochzeits-Location und beliebtes Ausflugsziel. Du kannst Führungen oder ein Tea Tasting buchen oder dich kulinarisch verwöhnen lassen. Weiterhin gibt es einen Skulpturenpfad, der Teegeschichte(n) erzählt. Und natürlich einen Shop, in dem du edle Tee-Souvenirs erstehen kannst.

Mein Tipp: Auch wenn du keine Zeit für Führung und Tasting hast – unbedingt solltest du dir einen High Tea im Tea Room gönnen. Die süßen und pikanten Häppchen, die auf einer Etagere serviert werden, sind alle köstlich, und das Ambiente ist wunderschön. Wenn du weniger Hunger mitbringst – auch die Lunch-Gerichte und die Scones sind vom Feinsten.

Grün-blaue Begegnung: Blue Spring bei Putaruru

Glückliches Neuseeland! Viele Naturwunder liegen einfach so am Wegesrand. Wie die Blue Spring bei Putāruru, die du auf einem bequemen Spazierweg (Te Waihou Walkway) erkunden kannst. Sie gehört zu den klarsten Süßwasserquellen der Welt, und das Wasser schimmert in Blau- und Türkistönen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil des abgefüllten Trinkwassers in New Zealand stammt von hier.

Fluss mit klarem Quellwasser und grüner Vegetation
Die Blue Spring bei Putaruru

Warum ist das Wasser so ungewöhnlich klar? Es wird 50 bis 100 Jahre durch unterirdische Gesteinsschichten gefiltert, bevor es hier an die Oberfläche tritt. Im Fluss schwimmen mit der Strömung Wasserpflanzen in langen grünen Bändern, die sich sanft hin- und her bewegen und für den märchenhaftes Zauber sorgen. Die Ufer säumen alle Klassiker der neuseeländischen Flora – Baumfarne, Cabbage Trees und Neuseeland-Flachs.

Tipp: Am besten kommst du gleich morgens und unter der Woche, wenn du die Stimmung am Wasser noch in aller Ruhe genießen und dem Gesang der Vögel lauschen kannst.

Hobbiton – zu Besuch im Auenland:

Das Städtchen Matamata liegt auf dem Weg von Auckland nach Rotorua und war bis vor zwanzig Jahren ein unbekanntes Provinznest. Bis die Herr-der-Ringe-Filmcrew hier die Kulissen für Hobbiton in die rolling hills der Farmerfamilie Alexander baute. Nach den Dreharbeiten wurden sie abgerissen und erst 2010 für den Hobbit wieder aufgebaut – diesmal aus dauerhaften Materialien. Eine neue Touristenattraktion war geboren. 

Für alle Fans der Filme ist ein Besuch in Hobbiton* ein Muss, den du rechtzeitig buchen solltest. Vor Ort führt ein Guide die Besucher rund 1,5 Stunden durchs Auenland, füttert sie mit Facts und Anekdoten und schießt bereitwillig Erinnerungsfotos. Eine neue Attraktion zieht seit Dezember 2023 auch Wiederholungstäter nach Hobbiton: Endlich kannst du zwei Hobbit-Häuser von innen besichtigen.

Hobbit-Haus mit grüner Eingangstür in Matamata
Hobbit-Haus in Matamata

Bali trifft Neuseeland im Surferort Raglan

Das kleine Küstenstädtchen Raglan mit viel Hippie-Flair gehört zu den Top-Surferspots Neuseelands. Der Ort selbst liegt in einer Bucht, wo du entspannt schwimmen und in einem der netten Lokale abhängen kannst. In der Umgebung liegen die berühmten schwarzen Lavasandstrände wie Manu Bay oder die kleinere Wahle Bay mit einigen der längsten linken Surfbreaks der Welt. Der Vibe erinnerte ein bisschen an Bali. Bedauert habe ich, dass ich nicht rechtzeitig die Sunset-Cruise* gebucht hatte, denn Raglan ist berühmt für tolle Sonnenuntergänge. Mit einer Portion Fish & Chips an Bord bestimmt ein stimmungsvoller Tagesausklang.

Übernachtet habe ich im Surfer-Hostel und habe den Altersschnitt enorm erhöht ;-)! Egal, die Lage am Wasser war herrlich. Ich konnte abends den Kindern beim Wasserspringen zuschauen und morgens den kleinen Booten, die in der Bucht kreuzten.

Übernachten in Raglan: Raglan Backpackers*. Neben Mehrbettzimmern gibt es auch Doppelzimmer – allerdings ohne Bad. Wie üblich in Hostels mit Küche und Aufenthaltsraum.

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Während die Raglan-Bucht wunderbar ruhig ist, liegen außerhalb tolle Surferstrände. Der schwarze Hauptstrand, Ngarunui Beach, ist ideal für Anfänger und Bodyboarder, weil die Wellen sanfter sind als in den Buchten nebenan. Hier liegen auch die Surfschulen für Anfänger*. Die „Point Breaks“ Manu Bay, Whale Bay und Indicators sind Felsenküsten und nur für fortgeschrittene Surfer geeignet. 

Elegant wie ein Brautschleier: Bridal Veil Falls

Rund 30 Minuten von Raglan entfernt liegt einer der schönsten Wasserfälle der Nordinsel: Die Bridal Veil Falls erinnerten mich tatsächlich ein bisschen an den Brautschleier, den ein paar Wochen zuvor mit meiner Tochter gekauft hatte. Er ist schmal, aber mächtig und fällt im dichten Regenwald stolze 55 Meter in die Tiefe. Du erreichst ihn auf einem kurzen Spaziergang und kannst ihn von drei Aussichtspunkten – oben, mittig und unten – bewundern. Der Blick ist jeweils anders und immer lohnend. Dummerweise liegen mehr als 250 Stufen zwischen den drei Etagen.

Stille Landschaften voller Geschichte: King Country

Das King Country ist eine der ursprünglichsten und am dünnsten besiedelten Landschaften der Nordinsel, geprägt von grünen Hügeln mit reichlich Schafen, von Karstlandschaften mit zahlreichen Höhlen, Wasserfällen, Staubstraßen und ein paar stillen Strandorten. Hier sind die Höhepunkte.

Küste des King Country

Auf dem Weg von Raglan nach Waitomo schickte mich Google auf eine Staubstraße, die mich Kilometer für Kilometer vorbei an unzähligen tiefeingeschnittenen Buchten führte. Das Schneckentempo war höchst entschleunigend und ließ reichlich Zeit, die Landschaft zu bewundern, bis ich in Kawhia einlief.

Im kleinen unaufgeregten Ort gibt es ein winziges Museum und einen Pier, von dem unzählige Kinder ins Wasser hüpften. Am schwarzen Strand kann man angeblich – wie am Hot Water Beach auf der Coromandel – in Hot Pools baden, wenn man an der richtigen Stelle buddelt. Sicher eine nette Idee mit Kindern. Vor allem ist Kawhia aber ein Kulturzentrum der Maori, denn hier landete eines der Kanus mit den ersten Siedlern Mitte des 14. Jahrhunderts. Daran erinnert ein stolzer Marae, ein Versammlungsplatz.

Museum in einem Haus der Pionierzeit am schwarzen Sandstrand
Museum in Kawhia

Im Land der Glühwürmchen: Waitomo

Waitomo ist ein kleines Dorf im King Country, das berühmt ist für seine Glowworm Caves. Es war ein Schock, als ich – aus dem tiefenentspannten Hinterland des King Country kommend – die unzähligen Reisebusse erblickte, die einen Besuch in Hobbiton gern mit den Waitomo Caves kombinieren. Bereits seit 1889 führt man hier Besucher durch die Kalksteinhöhlen, in denen tausende Glühwürmchen die Decken wie einen Sternenhimmel erleuchten. Es gibt mehrere Angebote zum Erleben der Höhlen, aus denen du wählen kannst.

  • Eine Bootsfahrt durch den Klassiker, die Waitomo Cave*
  • Eine Führung durch die Ruakeri Cave*, eine beeindruckende Tropfsteinhöhle mit Glühwürmchen
  • Black Water Rafting* auf unterirdischen Flüssen
  • Der Ruakeri Walk durch einen verwunschenen Wald, wo du mit ein bisschen Glück nach Einbruch der Dunkelheit umsonst und draußen Glühwürmchen sehen kannst  

Glühwürmchen und Tropfsteine: Ruakuri Cave

Ich hatte keine Lust auf eine Bootsfahrt mit Busladungen von Kreuzfahrttouristen, deshalb entschied ich mich für die Ruakuri Cave, eine riesige und bestens ausgebaute Höhle mit beeindruckenden Tropfsteinen, unterirdischen Flüssen, Glühwürmchen und Versteinerungen – sehr eindrucksvoll und weniger überlaufen. Und zum Schluss sahen wir sogar eine Höhlen-Weta, eine neuseeländische Riesenspinne.

Glühwürmchen bei Nacht: Ruakeri Walk

Den Ruakuri Walk kannst du bestens mit dem Besuch der Ruakeri Cave verbinden. Er gehört zu den schönsten kurzen Wanderungen rund um Waitomo. Der Rundweg ist zwei Kilometer lang und führt durch eine grüne Schlucht mit dichtem Farnwald, über Holzstege und kleine Brücken, an einem Bach entlang. Unterwegs zwängst du dich durch kleine Höhlen, duckst dich unter Felsbögen und blickst in Schluchten. Der Rundweg lohnt auch am Abend: Dann kannst du an einigen Felswänden Glühwürmchen entdecken.

Übernachten in Waitomo: Günstig und hinreichend komfortabel habe ich im Glowworm Motel*, das rund 10 Minuten von den Höhlen entfernt liegt, gewohnt.

Das große Getöse: Marokopa Falls

Im dichten Regenwald unweit der Waitomo Glowworm Caves donnert eine Wasserwand aus 35 Metern in die Tiefe. Für mich sind die Marokopa Falls einer der schönsten Wasserfälle der Nordinsel, der zudem auf einem kurzen Spaziergang vom Parkplatz aus bestens zu erreichen ist.

Mangapohue Natural Bridge

Ein riesiger natürlicher Kalksteinbogen – der Rest einer eingestürzten Höhle – liegt mitten in einer grünen Schlucht. Morgens schimmerte das Morgenlicht golden hindurch. Die Mangapohue Natural Bridge liegt unweit der Marokopa Falls, etwa 30 Minuten von Waitomo entfernt. Ein kleiner Abstecher, der sich unbedingt lohnt.

Die Nebel von Waitomo

Als ich morgens Waitomo verließt, zogen Nebelschleier über die grünen Hügel. Ein wunderschöner Abschied.

Morgennebel durchziehen das grüne Hügelland von Waikato
Waitomo mit Morgennebel

Forgotten World Highway

Der Forgotten World Highway stand schon lange auf meiner Wunschliste. Eine der abenteuerlichsten Straßen Neuseelands schlängelt sich 150 Kilometer zwischen Stratford und Taumarunui durch das King Country. Es gibt unzählige Kurven, Schluchten, grüne Hügellandschaften ohne Ende. Unterwegs liegt das Dorf Whangamōmona, das sich 1989 zur „Republik“ erklärte. Eine Einladung zum Slow Travelling, denn viele Reisende sind hier nicht unterwegs. Und Einheimische nehmen die schnelleren Verbindungen ringsum. Seit 2025 sind immerhin alle Abschnitte asphaltiert – aber teilweise nur einspurig.

Tipp: Google veranschlagt für die Strecke 2,5 Stunden. Ich war fast einen Tag von Stratford bis Taumarunui unterwegs. Die unzähligen Kurven verlangsamen das Tempo, und natürlich locken viele Plätze zum Anhalten und Schauen. Deshalb auf jeden Fall Zeit zum Genießen einplanen. Und ein wichtiger Hinweis: Es gibt keine Tankstellen unterwegs, also unbedingt tanken, bevor es losgeht!

Schild nach Taumarunui auf dem SH 43, der auch Forgotten World Highway genannt wird
State Highway 43 – der Forgotten World Highway

Die größte Attraktion des Forgotten World Highway ist die Landschaft. Schmale, kurvenreiche Straßen mit zahlreichen One-Lane-Bridges führen durch wundersam gezackte Hügellandschaften, und du tauchst in tiefe Schluchten mit dichtem Regenwald ein. Von den so genannten „Saddles“ (Gebirgspässen) – Strathmore Saddle, Tahora Saddle, Whangamomona Saddle und Pohukura Saddle – sowie vom Nevins Lookout, hast du bei gutem Wetter einen grandiosen Weitblick – auf den Mount Taranaki zum Beispiel oder die fernen Feuerberge im Tongariro Nationalpark.

Parkendes Auto am Wegesrand vor grüner Hügellandschaft
Fotostopp am Strathmore Saddle
zackige grüne Hügellandschaft durchzogen von Pappeln
Grün-gezacktes Hügelland

Auf halber Strecke liegt die kleine Siedlung Whangamōmona, wo im 19. Jahrhundert, als die Eisenbahn gebaut wurde, rund 1500 Menschen lebten. Heute sind es noch zwölf in Whangamōmona selbst, ein paar Hundert in der Region. 1989 erklärte sich der Ort aus Protest gegen Verwaltungsreformen kurzerhand zur Republik. In der Republic of Whangamōmona wird alle zwei Jahre ein „Präsident“ gewählt, und Besuchern drückt man gegen eine kleine Spende im Whangamōmona Hotel einen Stempel in den Pass. Auf dem Heritage Walk lernst du die Geschichte des Ortes kennen: Ein Post Office, zwei Kirchen, Metzger- und Bäckerladen erinnern an geschäftigere Zeiten. Es gibt aber wieder einen Laden: Bei „Dolly Grant“ verkauft Tracy hübsche Mode und Antiquitäten. Unbedingt vorbeischauen!

Ein bisschen außerhalb liegt der Bahnhof, der seit ein paar Jahren wieder genutzt wird, wenn Rail Carts* (umgebaute Golf Carts) auf abenteuerlichen Strecken unterwegs sind.

Tipp: Ein Muss ist die Einkehr im Whangamōmona Hotel, wo du übernachten und auch erstaunlich gut essen kannst. Zumindest die Scones, die ich probierte, waren frisch gebacken und absolut köstlich. Ein bisschen kannst du dich hier wie im Wilden Westen fühlen, nur dass heute statt Pferden Motorräder vor der Tür parken.

Whangamōmona Hotel im gleichnamigen Ort im Stil der Pionierzeit. Davor geparkte Motorräder

Ein bisschen unheimlich war die Fahrt durch den Moki Tunnel, auch „Hobbit’s Hole“ genannt – ein einspuriger Tunnel, den 1936 Arbeiter fast aus dem Fels kratzten. Eine einzige Freude dagegen die Tangarakau Gorge mit steilen Hängen und dichtem Regenwald. Die 12 Kilometer lange Strecke durch die Schlucht wurde 2025 als letzter Abschnitt des Highways asphaltiert.


Es lohnt ein dreißigminütiger Abstecher zu den Mount Damper Falls. Der zweithöchste Wasserfall der Nordinsel (74 Meter) ist zwar nur ein Strahl, aber die Landschaft ringsum ein Traum. Vom trockenen Grasland tauchst du direkt in den Farndschungel ein.

schmaler Strahl eines Wasserfalls
Mount Damper Falls; Tussock-Gras und Baumfarne

Unterkunft in Taumarunui: Am Ende des Highways habe ich im Inn at the Convent* sehr nett gewohnt. Ein tolles Frühstück ergänzte das Zimmer mit Charme.

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