In Dresden war ich zum ersten Mal ein paar Jahre nach der Wende, als die Frauenkirche noch eine Ruine war. Schon damals versprühte die Stadt an einem Sommerwochenende viel Charme, und ich habe die Schlösser an der Elbe geliebt. Es folgte ein Wochenende mit Weihnachtsmarkt und Opernbesuch zur Adventszeit – eine Jahreszeit, die der Stadt ebenfalls gut steht. Inzwischen bin ich mindestens einmal im Jahr mit als Reiseleiterin mit amerikanischen Reisegruppen in Dresden unterwegs. Und jedes Mal können die Gäste kaum fassen, dass das historische Herz der Stadt wie der sprichwörtliche Phönix aus den Trümmern des Krieges wieder auferstanden ist.
Ein bisschen wirkt die Altstadt tatsächlich wie eine Kulisse, und der Wiederaufbau war höchst umstritten. Die heutige Altstadt ist ein Mix aus Originalen, Rekonstruktionen und Neubauten. Doch so kontrovers die Diskussionen auch waren und sind: Das neue alte Dresden mit seinen Prachtbauten ist wunderschön. Hier habe ich meine 13 Highlights in Dresden zusammengetragen, die ein Wochenende spielend füllen. Wenn du noch einen Zusatztag hast – ein Ausflug nach Meißen beispielsweise ist nett. Oder du fährst in Sachsens zweitgrößte Stadt Leipzig, die nur eine Zugstunde entfernt liegt. Faszinierend finde ich immer wieder den Kontrast zwischen der einstigen Residenzstadt Dresden hier und der Handels- und Messestadt Leipzig dort.



Übernachten in Dresden
Bei Sätdtereisen wohne ich am liebsten mittendrin: Eine gute Wahl ist das Hyperion Dresden am Schloss* – mitten in der Altstadt, mit stylischen Zimmern und gutem Frühstück. Und der Preis passt auch.
*Affiliatewerbung: Links zu Partnerprogrammen. Wenn du etwas über diese Links buchst, erhalte ich eine kleine Provision, die mir hilft den Blog zu finanzieren und weiterhin kostenlosen Content anzubieten. Für dich bleibt der Preis unverändert. Vielen Dank für deine Unterstützung!
Stadtführungen in Dresden
In einer neuen Stadt buche ich immer eine Stadtführung, um mir von einem Einheimischen die besten Ecken zeigen zu lassen und ein Gefühl für die Stadt zu bekommen. In Dresden geht es vor allem um Altstadtrundgänge – oft mit Frauenkirche. Ein Muss für Theaterfans ist die Führung durch die Semperoper, und eine schöne Ergänzung ist eine Bootstour auf der Elbe zum Schloss Pillwitz beispielsweise. Sämtliche Touren kannst du hier gleich buchen:
Highlights in Dresden zu beiden Seiten der Elbe
Dresden lässt sich ganz grob in drei ganz unterschiedliche Welten teilen: erstens die kompakte barocke Altstadt rund um Residenzschloss, Zwinger und Frauenkirche, zweitens die Neustadt auf der anderen Elbseite und schließlich die grünen Vororte entlang des Flusses. Viel von dem, was heute als historische Altstadt gilt, geht auf August den Starken (1670–1733) zurück, den Kurfürsten von Sachsen, der später als August II. auch in Personalunion König von Polen und Großfürst von Litauen war. Er ließ Dresden im frühen 18. Jahrhundert zur glanzvollen barocken Residenzstadt ausbauen. Hier sind vor allem Besucher unterwegs, das Leben der Dresdner spielt sich anderswo ab.
Auf der anderen Seit der Elbe liegt die bürgerliche Neustadt, die gar nicht so neu ist, mit ihren Gründerzeitbauten, Kneipen, Läden und einer ganz anderen Atmosphäre. Und je weiter du dich vom Zentrum entfernst, desto grüner wird Dresden: Vororte wie Loschwitz, Blasewitz oder Weißer Hirsch ziehen sich die Elbhänge hinauf und sind schicke Wohnadressen. Auch wenn die meisten architektonischen Highlights in der Altstadt liegen – es lohnt sich, die anderen Welten Dresdens zu erkunden.

1 Zwinger: Barocker Festsaal im Freien
Rund um den Theaterplatz liegen schon die meisten Sehenswürdigkeiten der kompakten Altstadt. Hinter dem Kronentor öffnet sich barocker Überschwang: Die reich geschmückten Bauten des Dresdner Zwingers – Pavillons und Bogengalerien aus Elbsandstein – umringen den Garten mit den Fontänenbecken. August der Starke hatte 1709 Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann und Bildhauer Balthasar Permoser mit dem Bau der Anlage beauftragt, die vor allem als Orangerie gedacht war – der Ort zum Präsentieren der kostbaren Orangenbäume des Kurfürsten.
Gleichzeitig entstand ein repräsentativer Festsaal im Freien. Mit ein bisschen Fantasie kannst du dir vorstellen, wie die höfische Gesellschaft hier vor 300 Jahren feierte. 1719 wurde der Zwinger anlässlich der Hochzeit von Augusts Sohn mit der habsburgischen Kaisertochter Maria Josepha eingeweiht, komplett fertiggestellt war die Anlage 1728. Nach und nach wurde der Bau zu einem Ort des Wissens und der Wissenschaft.

Bei den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde der Zwinger fast vollständig zerstört. Doch die Dresdner machten sich schon kurz nach Kriegsende an den Wiederaufbau, und 1963 stand er wieder in alter Pracht. Der Wiederaufbau dauerte damit interessanterweise ungefähr so lange wie der Bau 250 Jahre zuvor. Heute ist der Zwinger eines der berühmtesten deutschen Barockensembles, aber auch ein Ort für Kunst und Kultur.



Drei Museen sind hier zu Hause, die allesamt Hochkaräter sind. Den Mathematisch-Physikalischen Salon habe ich noch nie besucht, muss ich gestehen. Zu sehen sind Teleskope, Taschenuhren oder Himmelsmodelle – Hightech aus der Epoche der Kurfürsten. Die Porzellansammlung, die natürlich auch auf die Sammlung Augusts des Starken zurückgeht, kann ich jedem empfehlen, der ein Faible für das fragile Material hat. Europa war verrückt nach Porzellan aus China, und Anfang des 18. Jahrhunderts gelang in Sachsen ein großer Coup: Das Geheimnis der Chinesen und Japaner um die Herstellung des „weißen Goldes“ wurde gelüftet. Der Kurfürst gründete 1710 die erste europäische Porzellanmanufaktur in Meißen. Ein Alleinstellungsmerkmal! Die schönste Stücke der Sammlung aus China, Japan und Meißen, kannst du hier bewundern.

Mein Favorit ist aber eindeutig die Gemäldegalerie Alte Meister im Anbau von Semper aus dem 19. Jahrhundert, die zu einer Reise durch die europäische Kunstgeschichte einlädt. Bei fast jedem Besuch in Dresden schaue ich vorbei und nehme mir eine Abteilung vor: Raffaels Sixtinische Madonna ist immer wieder schön, genauso wie Vermeers Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster. Dazu Meisterwerke von Cranach, Correggio, Rembrandt, Rubens und Tizian. Und natürlich Canaletto. So nannte sich der aus Venedig stammende Bernardo Bellotto, der als Hofmaler in Dresden seine berühmten Stadtansichten schuf. Der Blick auf die Innenstadt vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke wird noch heute als „Canaletto-Blick“ bezeichnet (siehe Elbwiesen).
- Mathematisch-Physikalischen Salon, im Zwinger, Theaterplatz 1, täglich außer Montag 11–17 Uhr
- Porzellansammlung, im Zwinger, Theaterplatz 1, täglich außer Montag 11–17 Uhr
- Gemäldegalerie Alte Meister, im Zwinger, täglich außer Montag 10–17 Uhr; Website
2 Semperoper – große Bühne
Oper hat Tradition in Dresden. Schon unter August dem Starken wurde die Residenzstadt zu einer europäischen Opernmetropole. Die heutige Semperoper ist allerdings ein Bau des 19. Jahrhunderts nach Plänen von Gottfried Semper. Sie wurde 1841 eröffnet, brannte 1869 ab und wurde 1878 in neuer Form wiedereröffnet. Inzwischen hatte sich der Operngeschmack verändert: Richard Wagner, der aus dem nahen Leipzig stammte, war der neue Starkomponist und drei seiner Werke wurden hier uraufgeführt. Außerdem gleich neun Opern von Richard Strauss.

Wie der Zwinger wurde auch die Semperoper im Februar 1945 zerstört. Vierzig Jahre dauerte es, bis sich am 13. Februar 1985 wieder der Vorhang hob – mit Carl Maria von Webers Freischütz, der letzten Oper, die hier vor der Zerstörung gespielt worden war. Auf dem Spielplan standen in den letzten Jahren der DDR Klassiker von Mozart und Wagner bis Verdi. Nicht zu „bourgeois“ im Arbeiter- und Bauernstaat? Anscheinend nicht. Die Opernklassiker als Teil des kulturellen Erbes lebten weiter – neben zeitgenössischen Werken. Heute ist die Semperoper ein klassisches Dreispartenhaus mit großartiger Akustik. Bei meinem bisher einzigen Besuch stand Wagners Parsifal auf dem Spielplan. Ich habe die Musik genauso wie das Rundumerlebnis in einem der großen deutschen Opernhäuser genossen.
Semperoper Dresden, Schinkelwache, Theaterplatz 2, Spielplan und Tickets

3 Hofkirche: Barocke Pracht am Elbufer
Zwischen Residenzschloss und Elbe erhebt sich die katholische Hofkirche, die sich perfekt ins barocke Ensemble aus Schloss und Zwinger einfügt. Aber warum eine katholische Kirche im Herzen der Macht? Schließlich war Dresden im 18. Jahrhundert überwiegend protestantisch. Allerdings war der sächsische Kurfürst zum Katholizismus übergetreten, als man ihm die Königskrone des katholischen Polen angeboten hatte. So musste eine neue Kirche her – als sichtbares Zeichen höfischer Macht.

Sie entstand 1739 nach Plänen des italienischen Baumeisters Gaetano Chiaveri. Und mitten im katholischen Prachtbau ruhen die Herzen und Gebeine der Wettiner, darunter Augusts des Starken. Nach den Zerstörungen wurde die Hofkirche im Februar 1945 wieder aufgebaut. Tipp: Ein Genuss ist mittwochs und samstags (11.30–12 Uhr) die Orgelprobe auf der Silbermann-Orgel.

4 Fürstenzug: Spaziergang durch Sachsens Geschichte
Was für ein Aufmarsch! 101 Meter lang zieht sich der Fürstenzug an der Außenwand des Langen Gangs entlang. 35 Herrscher aus dem Haus Wettin reiten und schreiten vorbei – Kurfürsten und Könige, begleitet von Wissenschaftlern, Künstlern, Bauern und Kindern. Das riesige Wandbild entstand erst Ende des 19. Jahrhunderts – zunächst als Sgraffito. Für die 750-Jahr-Feier des Hauses Wettin wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts auf rund 23.000 Meißner Porzellanfliesen übertragen. Im Nachhinein ein Glücksfall: Das Porzellan überstand die Bombenangriffe von 1945.

Wenn du schon da bist, kannst du auf der Rückseite auch einen Blick in den Stallhof am Residenzschloss werfen: Er gehört zu den wenigen erhaltenen Renaissancehöfen Dresdens – erbaut im späten 16. Jahrhundert als höfischer Turnierplatz. Heute ein Platz für unterschiedliche Veranstaltungen wie den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt.

5 Residenzschloss und Grünes Gewölbe: Schatzkammer der besonderen Art
Gegenüber vom Zwinger steht das Residenzschloss – jahrhundertelang die Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige. Der Publikumsfavorit: ganz klar, das Grüne Gewölbe. Die Schatzkammer Augusts des Starke, die er ab 1723 zu einem barocken Gesamtkunstwerk ausbauen ließ. Edles Kunsthandwerk aus Gold, Silber, Edelsteinen und Elfenbein sollte Reichtum und Macht des Herrscherhauses zeigen. Glücklicherweise hatte man die Schätze des Grünen Gewölbes bereits ausgelagert worden, als die Bomben 1945 auf Dresden niederprasselten. Über den Umweg Sowjetunion kehrten sie 1958 zurück und wurden im Albertinum ausgestellt, solang das Residenzschloss Ruine war.

Erst nach der Wiedervereinigung nahm der Wiederaufbau Fahrt auf, 2004 kehrt das Neue Grüne Gewölbe ins Schloss zurück, seit 2006 ist das Historische Grüne Gewölbe mit seinen 3000 Kostbarkeiten in den aufwendig rekonstruierten barocken Prunkräumen zu Hause. Mein Liebling: der Hofstaat zu Delhi von Johann Melchior Dinglinger. Wie begehrt die Schätze sind, zeigte sich auf spektakuläre Weise im November 2019: In den frühen Morgenstunden drangen Diebe ins Historische Grüne Gewölbe ein und stahlen Schmuckstücke im Wert von mehr als 100 Millionen Euro. Ein großer Teil der gestohlenen Stücke tauchte 2022 wieder auf, einige sind bis heute verschwunden.
Grünes Gewölbe, Residenzschloss, Taschenberg 2, täglich außer Dienstag 10–17 und Freitag 10–19 Uhr; Website
6 Brühlsche Terrasse: Dresdens Balkon an der Elbe
Die Brühlsche Terrasse zwischen Residenz und Frauenkirche ist ein Ort zum Flanieren und Schauen – heute wie vor Jahrhunderten. Du blickst über die Elbe mit ihren Ausflugsschiffen auf Elbauen und Neustadt.

Eigentlich stehst du auf den Befestigungsanlagen, die Dresden ab dem 16. Jahrhundert schützten. Als die Festung unter August dem Starken an Bedeutung verlor, schenkte der Kurfürst den Festungsabschnitt an der Elbe seinem Günstling, dem Grafen Heinrich von Brühl. Der ließ auf den alten Mauern eine prächtige Gartenanlage anlegen, die 1814 fürs Volk geöffnet wurde.

7 Frauenkirche: Aus Ruinen wieder auferstanden
Die evangelische Frauenkirche mit ihrer mächtigen Kuppel dominiert den Neumarkt. Davor steht Martin Luther auf dem Sockel, zu dessen Füßen oft Schüler auf Klassenreise sitzen, ringsum liegen Cafés und Restaurants. Ein Platz wie aus einem Guss. Kaum vorstellbar, dass hier bis vor zwanzig Jahren eine Ruine stand.

Seit 1743 hatte die Kirche – die vom Stadtrat und nicht vom Hof in Auftrag gegeben wurde – mit der mächtigen Kuppel das Stadtbild geprägt, bis sie im Februar 1945 im Bombenhagel ausbrannte. Zwei Tage später stürzte die Kuppel donnernd in sich zusammen. Ihre Ruine war ein Mahnmal gegen den Krieg. Erst nach der Wiedervereinigung plante man den Wiederaufbau, und 2005 wurde die Dresdner Frauenkirche zum zweiten Mal geweiht.
Frauenkirche, Neumarkt, Montag bis Freitag 10–11.30, 13–17.30 Uhr. Am Wochenende wechselnde Zeiten. Du kannst die Kirche individuell und unentgeltlich besuchen oder im Rahmen von Führungen oder Konzerten erleben. Der Aufstieg zur Kuppel ist kostenpflichtig.

Heute ist die Frauenkirche ein Ort der Ruhe mitten im Trubel der Altstadt – und ein Symbol für Versöhnung. Besonders eindrucksvoll ist der Blick von der Kuppel: Über den Dächern von Dresden blickst du über Altstadt und Elbe bis ins Umland.

8 Gemäldegalerie Neue Meister
Sie steht im Schatten der Galerie Alte Meister – zu Unrecht, denn sie ergänzt die Gemälde dort perfekt. Hier findest du Werke des 19. und 20. Jahrhunderts von Caspar Davis Friedrich bis Gerhard Richter, und viele der ausgestellten Maler hatten einen Bezug zu Dresden. Der deutsche Impressionismus ist vertreten – wie auch der französische. Tragischerweise gingen zahlreiche Gemälde der „Brücke“-Maler in den 1930er-Jahren als „Entartete Kunst“ verloren. Stark vertreten ist die Moderne aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – allein 40 Werke des in Dresden geborenen Gerhard Richter sind ausgestellt.
Gemäldegalerie Neue Meister im Albertinum, Tzschirnerplatz 2, Dienstag bis Sonntag 11–17 Uhr: Website
9 Kreuzkirche: Schlicht und klangvoll
Wenn ich mit einer meiner amerikanischen Reisegruppen unterwegs bin, gibt’s immer ein Orgelkonzert in der Kreuzkirche. Der Gruppenleiter ist ein großartiger Organist, und die Klangfülle, die sich in der Kirche entfaltet, ist überraschend und überwältigend. Das hat auch mit der Geschichte der Kirche und ihrem kargen Innenraum zu tun. Statt Gold, Stuck und üppigem Barock wie in anderen Dresdner Kirchen findest du hier grauen Rauputz. Die Schmucklosigkeit war so nicht geplant: Nach der Zerstörung 1945 wurde die Kirche zunächst einfach und schnell wieder aufgebaut. Dann entschied man sich bewusst dafür, die Schlichtheit als Erinnerung an die Zerstörung Dresdens zu bewahren.
Im Nachhinein ein akustischer Glücksfall: Der Rauputz verbesserte die Raumakustik, und der gewaltige Kirchenraum ist ein großartiger Resonanzkörper für den Gesang des berühmten Kreuzchors. Und für den Organisten meiner Gruppe.

10 Elbwiesen und Canaletto-Blick: Dresden wie auf einem Gemälde
Wenn ich in Dresden bin, wohne ich immer am Elbufer gegenüber der Altstadt. Meist laufe ich eine Weile durch die Elbwiesen und genieße den Blick auf die barocke Pracht jenseits des Flusses mit Frauenkirche, Hofkirche, Residenzschloss. Eine Bilderbuchkulisse – vor allem am späten Nachmittag, wenn die Sandsteinfassaden im im Sonnenlicht golden leuchten.

Dann sind Radler und Spaziergänger unterwegs und die Dresdner breiten ihre Picknickdecken aus, während die Elbe gemächlich vorbeifließt. Wenn ich einen Lieblingsort in Dresden wählen müsste, dann wäre es dieser.

Schon der venezianische Maler Canaletto, Hofmaler in Dresden, war von diesem Panorama entzückt und hielt 1748 Dresden vom rechten Elbufer aus detailgetreu auf der Leinwand fest. Und erstaunlicherweise hat sich der Blick auf die Altstadt kaum verändert. Es gibt sogar einen Platz am Elbufer mit einem Bilderrahmen. Der berühmte Canaletto-Blick.

11 Blaues Wunder und Schwebebahn
Einmal solltest du unbedingt von der Altstadt ins grüne Elbtal fahren: Im Osten Dresdens wartet mit dem Blauen Wunder die wohl ungewöhnlichste Brücke der Stadt. Zwischen Loschwitz und Blasewitz spannt sich die Stahlkonstruktion über die Elbe seit 1893 ohne Stützpfeiler über die Elbe. Damals ein technisches Meisterstück.

Ihren Namen verdankt sie dem bläulichen Anstrich – auch wenn sie sich zuletzt im Sommer 2026 eher gräulich war und sich stellenweise hinter Gerüsten und Planen versteckte. Nach der umfassenden Sanierung macht sie ihrem Namen sicher wieder alle Ehre. Auf jeden Fall kannst du einen Weile auf der Brücke stehen bleiben, und den Elbschiffen beim Floaten zusichern.


Direkt am Körnerplatz wartet mehr Dresdner Technikgeschichte mit gleich zwei besonderen Verkehrsmitteln: der Standseilbahn nach Oberloschwitz und der ältesten Schwebebahn der Welt, die seit 1901 an einer rund 274 Meter langen Stahlkonstruktion den Elbhang hinaufschiebt. Von der Bergstation mit einfachem kleinem Ausflugslokal ist der Blick über Brücke, Elbe und Stadt tatsächlich beeindruckend. Und unbedingt solltest du die Auffahrt mit einem Spaziergang durchs Villenviertel Loschwitz verbinden.




12 Pfunds Molkerei: Dresdens schönster Milchladen
Die Äußere Neustadt ist vor allem ein Viertel der Gründerzeit, das im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont blieb. Heute ein tolles Wohnviertel mit kleinen Läden, Cafés, Kneipen und verwinkelten Hinterhöfen. Mit viel Charme und wunderbar zum Schlendern, aber ohne klassische Sehenswürdigkeiten. Die Ausnahme ist ausgerechnet ein Milchladen: Pfunds Molkerei.
Mich erinnerte die Molkerei, die Paul Gustav Leander Pfund 1880 gründete, sofort an Portugal. Wände, Decke und Verkaufstresen sind nämlich mit handbemalten Fliesen verkleidet – insgesamt 2500 Fliesen mit Motiven aus Milch- und Landwirtschaft machen den kleinen Laden zum beliebten Fotomotiv. Und das Fotografieren ist laut Website ausdrücklich erlaubt. Der Laden ist immer noch im Besitz der Familie Pfund und wie eh und je kannst du hier Milchprodukte – von Käse über Joghurt – kaufen, aber auch ein paar kulinarische Souvenirs. Die Familie freut sich, wenn ihr nicht nur Fotos mitnehmt!
Pfunds Molkerei, Bautzner Str. 79, Montag bis Samstag 10–18 Uhr

13 Yenidze: die „Tabakmoschee“
Eine riesige Moschee mitten in Dresden? Kuppel und Minarett der Yenidze lassen tatsächlich an große Moscheebauten im Orient denken. Allerdings wurde das vermutlich kurioseste Gebäude der Stadt 1909 als Zigarettenfabrik erbaut. Der Fabrikant Hugo Zietz wollte seine Zigarettenmarke „Salem Aleikum“ werbewirksam in Szene setzen. Und da Tabak aus dem Orient stammt, war die Idee gar nicht so abwegig. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Yenidze weitgehend verschont. Zu DDR-Zeiten war sie Büro- und Lagergebäude, nach der Wende wurde sie aufwendig restauriert. Heute gibt es unter der gläsernen Kuppel ein Restaurant und ein Theater, und ins ehemalige Fabrikgebäude zogen Büros ein.
Yenidze, Weißeritzstraße 3. Zugänglich sind das Kuppelrestaurant mit Ausblick und das Yenidze-Theater.

Reisetipps für dein Wochenende in Dresden
Wie kommst du nach Dresden?
Mit der Bahn! Ein Auto ist nur lästig in der Stadt. Der Hauptbahnhof liegt südlich der Altstadt, der Bahnhof Dresden-Neustadt nördlich der Elbe. Beide sind bestens an den Fern- und Regionalverkehr angebunden.
Wie bewegst du dich in Dresden?
In der Altstadt kannst du alles problemlos zu Fuß erlaufen. In die Neustadt läufst du ein bisschen länger und in die Elbvororte kommst du mit Trambahn oder Bus. Das Netz der Dresdner Verkehrsbetriebe (Liniennetz, Tickets) ist dicht, und auch S-Bahnen, Elbfähren und die beiden Bergbahnen gehören zum öffentlichen Nahverkehr.
Reiseführer Dresden
CityTrip Dresden, Verlag Reise Know-How, 2024. Ein guter Begleiter durch die Stadt.
Mehr Städtetrips in Deutschland
Bayerische Perle am Schwäbischen Meer: Sehenswürdigkeiten Lindau am Bodensee
In Lindau am Bodensee weht ein milderes Lüftchen als nebenan im Allgäu: Hier hält…
Insider-Tipps für dein Wochenende in München
Ein echtes Münchner Kindl bin ich nicht, sondern eine „Zugeroaste“ – wie viele Münchner.…
Ein Wochenende in Hamburg im Winter
Der letzte Hamburg-Besuch lag schon etliche Jahre zurück. Und längst wollte ich die Elbphilharmonie…
Sehenswürdigkeiten Bayreuth auf Markgräfin Wilhelmines Spuren
Preußenprinzessin Wilhelmine (1709–1758), eine Powerfrau des 18. Jahrhunderts, machte Bayreuth – damals ein kleines…




Noch keine Kommentare