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Ein Adventswochenende in Nürnberg: Highlights auf dem Christkindlesmarkt

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Lust auf ein Adventswochenende in Nürnberg? Ich war schon oft im Sommer in Nürnberg gewesen, aber noch nie in der Adventszeit zum Weihnachtsmarkt. Das haben der Mann und ich in diesem Winter mit einem Tagesausflug ab München nachgeholt. Für alle, die einen weiteren Weg nach Nürnberg haben – auch ein Wochenendtrip zum Christkindlesmarkt lohnt sich unbedingt. Je näher Weihnachten rückt, desto voller wird es allerdings auf dem Markt. Wenn du es einrichten kannst, kommst du unter der Woche. Wenn es doch ein Wochenende sein muss, übernachtest du am besten zentral in der Stadt und erkundest den Markt antizyklisch.

Der Nürnberger Christkindlesmarkt wird 2028 sein 350-jähriges Jubiläum feiern. Damit ist er einer der traditionsreichsten Weihnachtsmärkte weltweit und vielleicht der berühmteste. Jahr für Jahr zieht er rund 2 Millionen Besucher aus dem In- und Ausland an. Damit ist der Markt natürlich ein großes Geschäft für die Stadt, aber auch Nürnberger Tradition seit dem Mittelalter und ganz tief im Stadtleben verwurzelt. Hier erfährst du mehr über die Traditionen des Nürnberger Christkindlmarktes – vom Auftritt des Nürnberger Christkinds bis zu Lebkuchen, Glühwein und „Zwetschgenmännla“, aber auch über neue Attraktionen und Nebenschauplätze von der Kinderweihnacht bis zum Markt der Partnerstädte –, die du nicht verpassen solltest.

Wo liegt der Nürnberger Christkindlesmarkt?

Kaum hast du den Hauptbahnhof verlassen und bist in die Altstadt eigetaucht, reihen sich die Stände mit Weihnachtsschmuck und weihnachtlichen Spezialitäten nur so aneinander und weisen den Weg zum Hauptmarkt, wo der eigentliche Christkindlesmarkt stattfindet. Dort liegen vor der Frauenkirche, wo die Bühne aufgebaut ist, mehrere Budengassen nebeneinander. Wie auf allen Weihnachtsmärkten der Welt funkeln die Lichter, es duftet es nach Glühwein, Bratwurst und anderen Köstlichkeiten, die das Weihnachtsfest ankündigen.

Beleuchteter Rauschgoldengel, der unter der Aufschrift "Christkindlesmarkt" hängt
Eingang zum Christkindlesmarkt

Öffnungszeiten des Christkindlesmarktes: 2025 ist der Markt vom 29. November bis 23. Dezember von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Am Eröffnungstag (28. November) ist bis 22 Uhr geöffnet, am 24. Dezember nur von 10–14 Uhr.

Budengassen mit Ständen für Lebkuchen. und Rauschgoldengel
Budengassen mit rot-weißen Dächern

Der Christkindlesmarkt und das Christkind

Was den Nürnberger Weihnachtsmarkt von anderen traditionellen deutschen Märkten wie dem Dresdener Striezelmarkt oder dem Münchner Weihnachtsmarkt unterscheidet, ist die prominente Rolle des Christkinds. Der Prolog des Christkinds eröffnet jedes Jahr den Christkindlesmarkt und beginnt mit folgenden Worten:

Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart,
Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt,
ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt:
Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!

Der Prolog des Christkinds feierte Premiere bei der Eröffnung des ersten Christkindlesmarktes nach dem Zweiten Weltkrieg 1948. Seit 1969 ist er unverändert, denn seine Aussagen sind so aktuell wie eh und je. Das Christkind erinnert die Besuchenden daran, dass Weihnachten eine Zeit der Liebe, des Friedens und der Freude ist. Es betont, dass Weihnachten nicht nur ein Fest des Schenkens, sondern vor allem ein Fest des Gebens, des Teilens und des Miteinanders in der Welt ist. Der Prolog endet mit folgenden Worten:

Die Kinder der Welt und die armen Leut’,
die wissen am besten, was Schenken bedeut’.
Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart,
seid es heut’ wieder, freut Euch in ihrer Art.
Das Christkind lädt zu seinem Markte ein,
und wer da kommt, der soll willkommen sein.“

Ein Adventswochenende in Nürnberg

Tipp: Nürnberg hat natürlich viel mehr zu bieten als den Weihnachtsmarkt. Deshalb solltest du mindestens ein Wochenende einplanen, um Nürnbergs Sehenswürdigkeiten mit dem Besuch auf dem Christkindlesmarkts zu verbinden. Im weihnachtlichen Glanz sind Sebalduskirche, Lorenzkirche, die Burg oder die mittelalterlichen Fachwerkhäuser besonders stimmungsvoll. Wenn du ein Hotel suchst: Das Hotel Karl August* liegt im Augustinerhof und damit nur zwei Minuten vom Weihnachtsmarkt und vielen anderen Attraktionen entfernt. Praktischer geht’s kaum. Einen Überblick über alles, was Nürnberg zu an Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, findest du hier: Ein Wochenende in Nürnberg.

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Wer ist das Christkind überhaupt?

Die Figur des Christkinds wurde zur Zeit der Reformation geprägt. Ursprünglich brachte der Heilige Nikolaus am 6. Dezember Gaben. Martin Luther (1483–1546) lehnte jedoch die Heiligenverehrung ab und soll das Christkind als Gabenbringer eingeführt haben. Das Fest der Geburt Christi rückte in den Mittelpunkt und die evangelische Kirche machte den Heiligabend zum neuen Tag der Bescherung. Interessanterweise schicken heute vor allem in katholischen Regionen die Kinder ihre Wunschzettel ans Christkind, während in protestantischen Regionen der Weihnachtsmann für die Geschenke zuständig ist. Obwohl Nürnberg mehrheitlich protestantisch ist, steht hier das Christkind im Mittelpunkt. Das Nürnberger Christkind ist allerdings nicht geschlechtslos, wie von Luther propagiert, sondern eindeutig ein junges Mädchen.

Das Nürnberger Christkind

Seit 1969 wird das Nürnberger Christkind alle zwei Jahre in einem mehrstufigen Verfahren gewählt. Seit mehr als 50 Jahren können sich für die ehrenamtliche Tätigkeit junge Nürnbergerinnen bewerben. Sie müssen jedoch einige Kriterien erfüllen: Sie sollten möglichst in Nürnberg geboren sein, müssen zum Stichtag der Markteröffnung das 16. Lebensjahr vollendet haben und dürfen nicht älter als 18 Jahre alt sein.
Eine Körpergröße von mindestens 160 Zentimetern gehört ebenso zu den Anforderungen wie Schwindelfreiheit und Wetterfestigkeit. Neben der Präsenz auf dem Christkindlesmarkt nimmt das Christkind mehr als 150 Termine in karitativen Einrichtungen wahr und besucht als Botschafterin Nürnbergs Weihnachtsmärkte in Partnerstädten weltweit. Ein anstrengender Job also, der aber auch viele Höhepunkte bietet.

Treffen mit dem Christkind

Jeden Dienstag und Donnerstag kommt das Nürnberger Christkind von 14 bis 14.30 Uhr zur Märchenstunde im Sternenhaus im Heilig-Geist-Haus am Hans-Sachs-Platz 2 vorbei. Jeweils am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag besucht es von 14.30 bis 15 Uhr die Kinderweihnacht auf dem Hans-Sachs-Platz und zwischen 15 und 15.45 Uhr „seinen“ Christkindlesmarkt. Dann verteilt es von der Bühne aus kleine Geschenke für die Kinder und steht für Selfies bereit.

Tipp: Eine tolle Sache ist eine Führung über den Weihnachtsmarkt mit Kostproben von Spezialitäten. Die Tour kannst du hier buchen*.

Das Marktangebot: Christbaumschmuck und mehr

Mehr als 140 Holzbuden mit rot-weißen Stoffdächern stehen zur Adventszeit auf dem Hauptmarkt in Reih und Glied und präsentieren ein bewusst traditionell gehaltenes Warenangebot: Nürnberger Lebkuchen, Früchtebrot, Weihnachtsplätzchen, aber auch Krippenzubehör und Dekoartikel wie traditioneller fränkischer Christbaumschmuck mit Strohsternen und Federengeln. Dazu kommen Geschenkartikel wie Spielzeug und kunsthandwerkliche Arbeiten von Filzarbeiten bis Schmuck. Das Licht ist gedämpft, die Atmosphäre festlich. Kein Schlagergedudel stört die weihnachtliche Atmosphäre, die Musik auf der Bühne ist weihnachtlich. Das hat mir sehr gefallen.

Besondere Nürnberger Produkte

Einzigartig sind die Zwetschgenmännle, lustige Figuren aus Draht, getrockneten Pflaumen und Feigen mit Köpfen aus Walnüssen. Springerle, die man auch Eierzucker oder Reiterle nennt, sind ein Traditionsgebäck, das mit speziellen Modeln geprägt wird. In den Buden Nummer 124 oder 73 könnt ihr vor Ort sehen, wie mithilfe von handgefertigten Modeln aus Kirschholz Springerle entstehen – die hohe Kunst der Weihnachtsbäckerei. Schon die Modeln sind absolute Hingucker. Und dann natürlich die Rauschgoldengel. Der Name bezieht sich auf hauchdünn geschlagenes Messing, das früher das Gewand der Engel glänzen ließ und bei jeder Bewegung „rauschte“. Der Name blieb, auch wenn die Engel heute Stoffgewänder tragen.

Stand mit Rauschgoldengeln
Rauschgoldengel gehören zu den beliebtesten Mitbringseln

Seit 1981 werden die schönsten Buden von der Stadt ausgezeichnet. Wer 2025 gewonnen hat, könnt ihr hier nachlesen. Es gibt aber auch Jahr für Jahr die Stände der Kreativen, die etwas andere Geschenkartikel anbieten. Handgemachte Wollprodukte, handgesiedete Seifen, Räucherwerk, Honig und Bienenwachsprodukte von heimischen Produzenten findest du gegenüber vom alten Rathaus in den Nischen der Sebalduskirche.

Traditionelle Speisen und Getränke auf dem Christkindlesmarkt

Nürnberg Rostbratwurst – geschützte Tradition

Seit dem 14. Jahrhundert bereits werden Bratwürste in Nürnberg verkauft. Im Vergleich zu anderen Wurstspezialitäten aus Franken sind die echten Nürnberger winzig. „Nürnberger Rostbratwurst“ ist seit 1998 eine geschützte Herkunftsbezeichnung wie Parmaschinken oder Champagner. Das heißt: Was drin sein darf und muss, ist festgelegt. Sie dürfen nur im Stadtgebiet Nürnberg nach einer festgeschriebenen Rezeptur hergestellt werden und müssen Standards erfüllen (etwa 8 Zentimeter lang, 20–25 Gramm schwer und über Buchenholzscheiten gegrillt). Auf dem Weihnachtsmarkt bestellt man „3 im Weggla“ (im Brötchen) mit oder ohne Kraut. Wegen der strengen Auflagen gibt es echte Nürnberger Rostbratwurst nicht in einer veganen Variante. Wohl aber gibt es vegane Würste (Stand 132) auf dem Markt, sie dürfen sich halt nur nicht Nürnberger Rostbratwurst nennen.

Zwei Krüge mit Glühwein und davor zwei Semmeln mit Würsten und Kraut
Wahrscheinlich das populärste Gericht auf dem Markt: Nürnberger Rostbratwürste.

Nürnberger Lebkuchen

Nürnberg ist aber auch die Lebkuchen-Hauptstadt Deutschlands. Seit 1996 ist „Nürnberger Lebkuchen“ eine geschützte geografische Angabe wie „Nürnberger Rostbratwurst“. Das Luxusprodukt sind Elisenlebkuchen, die maximal zehn Prozent Mehl enthalten dürfen. Hauptzutaten sind Nusskerne, Honig und Gewürze. Eine Urkunde aus dem Jahr 1395 erwähnt erstmals einen Nürnberger Lebküchner, 1643 gründeten 14 Bäcker eine Lebküchnerzunft. Die Rezeptur war so geheim, dass keines der Mitglieder die Stadt verlassen durfte. Weil die Zutaten edel und das Gebäck teuer war, gab es Lebkuchen nur zu Familienfesten und zu Weihnachten. Heute sind sie das wohl beliebteste Mitbringsel vom Christkindlesmarkt.

Stand mit Elisenlebkuchen
Die Elisenkuchen sind eine traditionelle Nascherei

Tipp: Du kannst auch einen Lebkuchenbackkurs buchen, um deine Liebsten künftig mit selbstgebackenen Lebkuchen zu überraschen. Hier kannst du mehr über kulinarische Spezialitäten aus Nürnberg nachlesen und findet Adressen für Genießer.

Glühwein und Glühweintassen

Kein Weihnachtsmarkt weltweit kommt ohne Glühwein aus. So auch der Nürnberger Christkindlesmarkt, wo die Basis aber oft Winzerwein aus Franken ist und nicht billiger Fusel. Den Unterschied schmeckt man. Eine Besonderheit sind die Glühweintassen vom Nürnberger Christkindlesmarkt, die fast so einzigartig wie der Markt selbst sind. Jedes Jahr schmückt sie ein neues Motiv, was sie zum begehrten Sammlerstück macht.

Krüge mit Glühwein
Die Glühweinbecher auf dem Christkindlesmarkt haben Sammlerwert

Tipp: Wenn es am Hauptmarkt zu eng ist: Das Café am Dürerhaus bietet roten und weißen Winzerglühwein oder Heiße Inge mit Ingwer. Und mal was anderes sind die Heißgetränke auf dem Markt der Partnerstädte (siehe unten). Hier kannst du weißen Glühwein mit Zimt aus Südtirol probieren oder Hot Toddy aus Schottland. Achtung: Der heiße „Šljivac“ am Montenegro-Stand hat es in sich.

Mittelalterliches Fachwerkhaus mit Fenstern als Türen eines Adventskalenders. Davor Menschen an Getränkeständen
Am Tiergärtnertorplatz liegt das Fachwerkhaus mit Adventskalender und das Café Wunderbar mit Glühweinstand
Geschmückter Glühweinstand unterhalb der Burg

Feuerzangenbowle

Jedes Jahr entsteht zwischen den Fleischbänken mit dem Eingang zum Christkindlesmarkt ein kleines Budendorf rund um die größte Feuerzangenbowle der Welt. Ein romantischer Platz mit Blick über die Pegnitz. Im Mittelpunkt steht ein gewaltiger Kessel, der 3,40 Meter hoch ist und einen Durchmesser von 2,50 Metern hat. Er fasst sagenhaften 9.000 Liter Bowle und es dauert 48 Stunden, bis der Inhalt warm ist.

Hell erleuchteter Stand an der Pegnitz am Abend
Die größte Feuerzangenbowle liegt an der Pegnitz

Neben den Klassikern gibt es auf dem Weihnachtsmarkt natürlich unzählige weitere Produkte einheimischer Produzenten wie Edelbrände und Edelschaumwein, Fruchtaufstriche, Punsch von heimischem Obst, Pralinen oder Wurstspezialitäten.

Die Nebenmärkte des Christlindlesmarkts

Markt der Partnerstädte

Auf dem Rathausplatz findest du die 23 Buden der Partnerstädte und befreundeten Städte und Regionen. Ein kleines Dorf mit internationalen Spezialitäten und Waren. Die Reise geht von Braşov (Rumänien), Charkiw (Ukraine), Córdoba (Spanien), Corrèze (Frankreich), Gera (Thüringen), Glasgow (Schottland) bis nach Israel und sogar nach Togo und Kuba. Es gibt nicaraguanischen Kaffee, schottischen Tweed, Schnäpse aus Rumänien, „Eggnog“ aus den USA und vieles mehr.

Kinderweihnacht auf dem Hans-Sachs-Platz

Ein prächtiges nostalgisches Etagen-Karussell, ein Riesenrad im Miniatur-Format oder eine historische Eisenbahn sind Attraktionen für Familien. Außerdem gibt es Angebote zum Backen, zum Basteln oder zum Kerzenziehen. In der Museums-Kinderpost können Briefe ans Christkind gestaltet werden. Attraktionen sind weiterhin Sternenhaus und Sternenkino mit einem bunten Kinderkulturprogramm mit Kindertheater, Puppenspiel, Zaubereien, Geschichten, Musik und mehr. Am Dienstag und Donnerstag kommt um 14 Uhr das Christkind zur Märchenstunde vorbei.

Winterdorf mit Riesenrad

Erwachsene treffen isch am Ludwigsplatz im hübsch gestalteten Winterdorf. Attraktion ist das Riesenrad, das mit aussichtsreichem Blick über die erleuchtete Weihnachtsstadt lockt. Ansonsten findest du im Winterdorf vor allem Stände mit Speis und Trank.

Handwerkerhof an der Stadtmauer

In das Handwerkerhof fällst du quasi hinein, wenn du vom Hauptbahnhof in die Altstadt läufst. Er liegt nämlich direkt am Königstor. In Fachwerkhäusern arbeiten rund ums Jahr Glasbläser, Zinngießer und Kupferschmiede. Zur Adventszeit wirkt im Lichterglanz alles noch einmal stimmungsvoller als sonst.

Tor mit Weihnachtsbäumen davor und Fachwerkhaus dahinter
Eingang zum Handwerkerdorf
Noch ein paar Städte, die im Winter besonders schön sind

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